
Easy Eye Sound / VÖ: 27. Oktober 2025 / Indie-Rock
mileskane.com/
Text: Torsten Sarfert
Austin Powers würde Miles Kanes neuem Album «Sunlight In The Shadows» vermutlich ein entzücktes «Groovy, Baby» zurufen. Und damit hätte er verdammt recht, denn was der britische Indie-Rocker und Northern Soul-Mod hier abzieht, groovt heisser als die Hölle. Wer nach der fiesen Fuzz-Gitarre des Openers «Love Is Cruel» und dem nachfolgenden T.-Rex-igen Tanzbefehl «Electric Flower» ungerührt bleibt, sollte dringend den Verbleib seines Mojos erforschen.
Massgeblich beteiligt am Mojo von «Sunlight In The Shadows» war The Black Keys Gitarrist Dan Auerbach, der das Album a) produzierte und mixte, b) auf seinem eigenen Label «Easy Eye Sound» veröffentlichte, c) bei allen Eigenkompositionen mitschrieb und -spielte und d) auch gleich noch Patrick Carney – der anderen Hälfte der Black Keys – diverse Schlaginstrumente zuwies.
Irgendwas muss da wohl ganz shaggadelic gezündet haben, denn das Ganze rockt und rollt, als hätten sich Marc Bolan und David Bowie mit Edwyn Collins zum psychedelischen Motown-Tanztee getroffen. Dabei klingt das Dutzend der zwischen Blues-Rock und Psychedelic-Soul zu verortenden Eigenkompositionen (inklusive des explosiven Flaming-Groovies-Covers «Slow Death») überraschend originär. Auch der Kracher «Sing A Song To Love» – der wie der böse Bruder von Robbie Williams’ «Let Me Entertain You» daherkommt – fügt sich nahtlos in dieses sträflich unter medialem Radar laufende Album ein. Hier klingt nichts angestaubt, ehrfurchtsvoll oder rückwärtsgewandt. Die Vergangenheit fest im Blick schaut Miles Kane auf dem Albumcover in den Rückspiegel seiner Lambretta. Dennoch ist hier der geschichts- und selbstbewusste Weg nach vorn das klar definierte Ziel. Mission erfüllt!
Mit «Sunlight in the Shadows» überstrahlt Miles Kane mühelos jeden potenziellen Schatten und katapultiert den Geist der Swinging Sixties und den frühen 70er Jahren ins Hier und Jetzt. Groovy, Baby!
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