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Joyce Manor – I Used To Go To This Bar

28/01/26
von Torsten Sarfert

Joyce Manor – I Used To Go To This Bar

Epitaph Records / VÖ: 30. Januar 2026 / Pop-Punk
joyce-manor.com

Text: Torsten Sarfert

Der Bandname ist irgendwie egal – die Band jedoch keinesfalls. Das hat auch Epitaph-Labelchef Brett Gurewitz von Bad Religion begriffen und kurzerhand Joyce Manors neuen und bereits siebten Longplayer «I Used To Go To This Bar» produziert. Wobei «Longplayer» eigentlich masslos übertrieben ist. Gerade mal 9 Songs in knapp 20 Minuten werden hier feilgeboten. Aber hey: It’s punk, dude! Ausserdem – das Phrasenschwein quiekt hier fröhlich – liegt ja bekanntlich die Würze in der Kürze. Das kalifornische Trio gehört laut Gurewitz jedenfalls zu den wichtigsten Bands der letzten zwei Jahrzehnte und längst zum festen Bestand des US-Pop-Punks.

Es knallen die Hooks und Refrains und sowieso fühlt man sich als Rancid-, Green-Day-, Offspring- und natürlich auch Bad-Religion-Aficionado irgendwie wohlig zuhause. Wenn da bloss nicht immer wieder diese verwirrend und doch unwiderstehlichen New-Wave-Anleihen wären… Und die radiotaugliche, countrypoppige Gen-Z-Nummer «All My Friends Are So Depressed» trägt auch nicht gerade dazu bei, sich mit Joyce Manor eindeutig musikalisch positionieren zu können. Dasselbe gilt für den Cowpunker «The Opossum», der möglicherweise nach Genuss bewusstseinserweiternder Substanzen und Alben von Greg Graffin und Mike Ness entstanden sein könnte. Oder es lag gleich am Einfluss von Social-Distortion-Drummer David Hildago Jr., der kurz hinter der Schiessbude Platz nahm.

Wem musikalische Standortbeschreibungen aber eh herzlich egal sind, hat grösstmöglichen Spass mit den gleichzeitig frischesten und retrospektivsten Sounds, die man sich im Zeitalter der Diktatur der Algorithmen nur vorstellen kann. Wie auf welken Rosenblättern breiten Joyce Manor Erinnerungen an AFIs Dringlichkeit, verwehte Romantik à la The Smiths und Weezer-artige Pop-Strukturen aus und wagen sich gleichzeitig spielerisch in alle weiteren Richtungen, auf die sie Bock haben, zum Beispiel: nervösen New Wave bei «After All You Put Me Through» oder introspektive Indie-Eleganz bei «Falling Into It». Joyce Manor hängen mit einer Hand noch am 90er-Pop-Punk-Geländer, während sie perfekt ausbalanciert mit dem Fuss schon die nächste Genre-Tür eintreten, ohne dabei jegliche Erwartungen zu bedienen. Darüber hinaus vergleicht Mentor Gurewitz die lyrischen Qualitäten von Songwriter Barry Johnson mit Ernest Hemingway. Da kann nur schwerlich noch etwas schiefgehen.

Zweifellos beweisen Joyce Manor, dass das Genre erwachsen werden kann, ohne in die Belanglosigkeit zu rutschen, und zeigen, dass Pop-Punk nicht nostalgisch sein muss, um relevant zu bleiben – nur lebendig. Und das in nicht mal 20 Minuten. Respect & repeat!

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: I Used To Go To This Bar, Joyce Manor, Pop, Punk, Torsten Sarfert

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