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Hellfest 2025 – Donnerstag

20/06/25
von Adrian Portmann

Hellfest 2025 - Donnerstag

hellfest.fr
Turbonegro + Orange Goblin + Sunn O))) + Rise Of The Northstar + Soft Play + Slomosa + Seven Hours After Violet

Rue du Champ Louet – Clisson
Donnerstag, 19. Juni 2025

Text: Adrian Portmann

Wahnsinn, es geht wieder ab in die Hölle… Hölle, Hölle, Hölle! Mit einer riesigen Vorfreude ging es am Donnerstag-Vormittag mit dem Zug nach Clisson. Ganz aufgeregt habe ich darüber nachgedacht, was wohl die diesjährige Ausgabe mit sich bringen wird. Unzählige Bands stehen auf meinem persönlichen Timetable und versprechen ein verlängertes Wochenende voller harter Klänge zu werden. Aufgrund der Wetterprognosen war aber auch ein Punkt bereits ziemlich klar: es wird höllisch heiss! Und so ist in diesem Jahr nicht die Frage, ob meine Beine abfallen werden, sondern – werde ich bei dieser brütenden Hitze verdunsten!?

Auf dem Festivalgelände angekommen, kurz durch die Death Alley durchgeschlendert, Zelt aufgebaut und eine Stunde später war es soweit und der erste Festivaltag startete für mich mit der Band Seven Hous After Violet. Wer sich genauer mit dem Namen befasst hat, wird wohl erkannt haben, dass sich der Name des Gründers darin verbirgt. Die Rede ist vom System Of A Down Bassisten Shavo Odadjian. Musikalisch ist die Band dem Metalcore zuzuschreiben und so kam man in den Genuss aller einzelnen Stilelemente dieses Genres. Dabei war der künstlerische Einfluss von Shavo klar erkennbar. Wie bei seiner «Hauptband» gab es sehr viele abrupte Wechsel und cleaner Gesang vereinte sich mit Growls, harten Shouts und schwerlastigen Melodien. Insgesamt war das Projekt aufgrund seiner Verspieltheit und der tollen Energie sehr interessant anzuhören. Was den Songs bzw. dem Set jedoch gefehlt hat, ist ein gewisser roter Faden und so schienen diverse Teile einzelner Songs sehr willkürlich gewählt. Das Konzept dahinter war schwer zu erkennen.

Hellfest 2025 - Donnerstag - Impressionen

Es folgte der Wechsel zur allseits geliebten Valley Stage, wo mit Slomosa schneller, aggressiver Stoner-Rock auf uns wartete. Die fünfköpfige Band aus Norwegen hatte einfach einen coolen Groove und konnte mit sehr eingängigen Songs überzeugen. Besonders bemerkenswert war dabei die starke Stimme von Benjamin Berdous.

Nach einem tollen Konzertstart stand eine kurze Essenspause und ein wenig Herumschlendern auf dem Programm, wobei auch das Begrüssen von einzelnen Presse-Kollegen vom letzten Jahr nicht fehlen durfte. So sind auch in diesem Jahr wieder die zwei Jungs von Croque and Roll vertreten, welche wie immer mit ihren Notizbüchlein ausgerüstet waren, um die Konzerte und Atmosphäre live zu zeichnen bzw. skizzieren. Nach den Events werden dann die entstandenen Zeichnungen koloriert und es entstehen z.B. Shirts.

Hellfest 2025 - Donnerstag - Impressionen

Die Sonne knallte unablässig auf uns nieder und eine gewisse Trägheit bei den Besucher:innen war spürbar. Dies galt auch für die Anwesenden beim nächsten Warzone Konzert. Für die folgende Band hing im Bühnen-Hintergrund ein grosses Banner mit dem Schriftzug «SOFT CUNTS», was bereits im Vorfeld signalisierte, dass der nächste Act sich nicht allzu ernst nimmt. Soft Play kamen auf die Bühne und liessen einen trashigen Punk-Song nach dem anderen auf uns los. Es war geordnetes Chaos! Der Grund, dass sie nur zu zweit in dieser Band seien, läge schlicht und einfach daran, dass ihre Kollegen nicht mitmachen wollten, verkündete Isaac Holman amüsiert. Wie das wohl wäre, wenn diese Power-Band fünf Mitglieder haben würde, bleibt also ungeklärt. Der Sänger und zugleich Drummer der Band konnte nicht still sitzen und hämmerte stehend auf seine Drums ein. Neben hitzigen und zugleich sehr kurzen Songs wie zum Beispiel des Hits «Fuck The Hi-Hat» gab es immer wieder spassige Aussagen des Duos. Stimmungsmässig war das Publikum von der Musik angetan, jedoch auch ein wenig zu erschöpft, um richtig nach den Anweisungen des Sängers abzugehen. Aber das gab den Engländern keinen Dämpfer und es wurde ohne Erbarmen weitergemacht.

Hellfest 2025 - Donnerstag - Soft Play

Die Nacht brach allmählich herein, die Feuer des Konzertgeländes wurden wieder entzündet und Rise Of The Northstar betraten die Mainstage, welche mit einem riesigen Banner und auch einem Kirschblütenbaum geschmückt war. Die französische Hardcore-/Metal-Band mit japanischem Touch spielte vor einer riesen Menschenansammlung und präsentierten fast ausschliesslich die härtesten Songs, welche in ihrem Repertoire vorhanden sind.

Hellfest 2025 - Donnerstag - SUNN O)))

Bereits nach der Hälfte dieser energiereichen Show, ging es für mich weiter zur Temple Stage, wo ich mich auf ein «Experiment» mit der Drone-Doom Band SUNN O))) einliess. Man muss sich vorstellen, über eine Stunde lang wird fast nur ein dröhnender Klang gespielt – ununterbrochen. Das gleiche gilt auch für den Einsatz der Nebelmaschinen, welche bereits nach zehn Minuten das ganze Zelt mit Nebelsalven umhüllten. Immer wieder wird der Ton neu angestummen und wenn man sich ganz genau auf den Klang fokussiert, fallen minime Verzerrungen und Unterschiede auf. Man kann es fast nicht in Worte fassen, was nun daran so interessant sein soll. Es hatte aber definitiv was meditatives. Auf den Betonboden sitzen, Augen zu und spüren, wie der ganze Körper durch den Sound durchdrungen wird und anfängt zu vibrieren. Es ist schwierig, sich darauf einzulassen und war definitiv eine spezielle Erfahrung und dennoch, ich fand es sehr interessant. Ein wenig Ruhe durch Gedröhne!

Hellfest 2025 - Donnerstag

Nach diesem kleinen Experiment ging es zurück zur Valley Stage wo Orange Goblin, welche aktuell auf ihrer Abschiedstournee sind, ihr letztes Konzert am Hellfest zelebrierten. Gut gelaunt wurden unzählige Klassiker gespielt und Sänger Ben Ward konnte einfach nicht aufhören, uns ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Motivation pur stand auf dem Programm. Passenderweise befindet sich die Valley Stage gleich neben der Lemmy Statue und die Band, welche als grosse Fans von Motörhead sehr geprägt wurden, grinsten immer wieder mal auf die rechte Seite.

Hellfest 2025 - Donnerstag - Orange Goblin

Die Beine gaben allmählich nach und die Müdigkeit fing an einzufallen, doch es galt: «Boogie Woogie Shoes» anziehen und ab zur Warzone, wo Turbonegro den krönenden Abschluss des ersten Tages vollführten. Die schwedische Partytruppe betrat die Bühne und es ging mit ihren stimmungsvollen Songs immer mehr ab. Besonders intensiv waren Songs wie «City Of Satan», «All My Friends Are Dead» und auch mein persönliche Favorit «Hot For Nietzsche». Nach wildem Rumgehüpfe folgte der letzte Song, wobei bereits viele wussten, welcher da noch kommen sollte und ohne es anzukündigen begann der Chor: Woooohooo…. I got erection. Ununterbrochen wurde dieser Singalong Richtung Bühne geschrien und ca. 10 Minuten später war das Ganze wirklich an seinem Ende angelangt. Was für ein toller Tag.

Hellfest 2025 - Donnerstag - Turbonegro
Hellfest 2025 – Freitag
Hellfest 2025 – Samstag
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Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Adrian Portmann, Clisson, Festival, Hardcore, Hellfest, Metal, Post-Rock, Punk, Rock, Stoner Rock

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