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Sufjan Stevens, Nico Muhly, Bryce Dessner, James McAlister – Planetarium

16/06/17
von Michael Bohli

Band: Sufjan Stevens, Nico Muhly, Bryce Dessner, James McAlister
Album: Planetarium
Genre: Indie / Folk / Elektro

Label/Vertrieb: 4AD
VÖ: 9. Juni 2017
Webseite: planetariumalbum.com

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Lange in Arbeit, grosse Namen hinter den Instrumenten und eine noch grössere Inspiration. Das Projektalbum „Planetarium“ widmet sich nämlich unserem Sonnensystem und vertont dabei Planeten, Sonnen und sogar die Gravitation – ein grosser Anspruch. Perfekt darum, dass sich für diesen Zweck Folk-Gott Sufjan Stevens, Schlagzeuger James McAlister, Komponist Nico Muhly und Bryce Dessner von The National zusammengefunden haben. Gemeinsam versuchen sie die Geheimnisse und versteckten Botschaften hinter den Himmelskörpern zu erhaschen und mischen dabei Indietronic mit Folk und Pop – leider nicht immer auf gleich gelungene Weise.

Wobei es für mich schon immer einer kleinen Enttäuschung gleichkommt, wenn ein Album mit Sufjan Stevens Beteiligung nicht den Weltfrieden in mir bewirkt. „Planetarium“ liess mit den Vorabsingles „Mercury“, „Saturn“ und „Venus“ viel Freude aufkommen – wird in diesen Songs nicht nur leichter Folk mit wunderbarer Elektronik kombiniert, die Stücke sind auch eingängig und wunderschön. Besonders das Album beendende „Mercury“ strahlt lange nach. Zwischen diesen Kleinoden und düsteren Experimenten wie „Black Energy“ oder dem schweren „Jupiter“ findet sich aber leider vieles, dass irgendwie unvollendet wirkt.

Die Herren arbeiten mit Orchester, Bläsern, grossen Arrangements und der heilenden Stimme von Sufjan Stevens – aber finden selten die richtigen Wege, um alle Mittel zu verbinden. „Earth“ oder „Neptune“ wären gerne mehr, erscheinen aber wie unfertige Skizzen. Sicherlich ist „Planetarium“ vor allem als 80 Minuten langes Gesamtwerk eine schön anzuhörende und faszinierende Klangcollage, aber oft denkt man: Hier wäre einfach mehr drin gewesen. Somit ist die Scheibe überhaupt kein Reinfall, aber leider auch nicht der erhoffte Überflieger. Vielleicht war der Griff nach den Sternen doch etwas zu gewagt.

Tracklist:
1. Neptune
2. Jupiter
3. Halley’s Comet
4. Venus
5. Uranus
6. Mars
7. Black Energy
8. Sun
9. Tides
10. Moon
11. Pluto
12. Kuiper Belt
13. Black Hole
14. Saturn
15. In The Beginning
16. Earth
17. Mercury

Bandmitglieder:
Sufjan Stevens – Gesang und Instrumente
Bryce Dessner – Gitarre
Nico Muhly – Arrangements
James McAlister – Schlagzeug

Gründung:
2016

Text: Michael Bohli

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Bryce Dessner, Folk, Indie, James McAlister, Michael Bohli, Nico Muhly, Planetarium, Sufjan Stevens

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