
greenfieldfestival.ch
Volbeat + Bilmuri + Papa Roach + Destroy Boys + Three Days Grace + Rise Of The Northstar + Breaking Benjamin + April Art + The Hardkiss + aurorawave + Bloodywood + Cevret + Save Your Last Breath
Flugplatz – Interlaken
Samstag, 13. Juni 2026
Text: Cyril Schicker / Bilder: Miriam Ritler + Manuela Haltiner / SoMe: Olivia Ritler
Schöner! Grösser! Härter!
TGIF? Nicht immer. Im Vergleich zum Tag davor war der Samstag sonnengeschwängert schön, die Menschenmenge (gefühlt?) grösser, das Line-Up härter. Und auch das Bier war irgendwie … Schöner, grösser, härter.
Doch alles der Reihe nach. Als müsste ich mir den letzten Atemzug sparen, verpasste ich den Auftakt mit Save Your Last Breath beziehungsweise begann der Tag mit Cevret. Die Zürcher Metal-Band liess nichts anbrennen und spielte ihre etwas unglückliche Spielzeit (14.15 Uhr bei 30 Grad) souverän vom Buckel.
Nur wenig später ging die Reise weiter: Indien. Bloodywood brachten eine gesunde Portion Exotik auf die Hauptbühne – die Neu-Delhi-Kombo riffte, trommelte, flötete und sang spielfreudig. Bloodywood geizten auch nicht mit Ansagen und ihre offenkundige Dankbarkeit kam bei den faszinierten Zuschauern gut an.
Exotisch waren auch aurorawave. Nicht von ihrem Ursprung her, doch deren Verschmelzung von Rock, Metal und Reggae sorgte für eine gelungene Abwechslung. Vergleichsweise konnten Aurorawave allerdings nicht ganz so viele Menschen begeistern. Fairerweise: Blauer Himmel, pures Sonnenglück – um 16 Uhr hatten wohl auch einige entweder zu viel Festival in den Beinen oder die Beine unter den Arm genommen und badespassten herum.
Sie alle verpassten mit The Hardkiss die Alternative-Rock-Band aus Kiew. The Hardkiss zeigten sich sichtlich gut gelaunt und sympathisch spielfreudig. Mit Julija Sanina sang sich die erste Frontfrau des Tages in die Herzen der Festivalgängerinnen und -gängern.
Apropos: Wohlgestalt Nr. 2, Lisa-Marie Watz, peitschte ihre Band mit Growls, knackigen Ansagen und um einige Grade härterem Sound voran. April Art konterkarierten mit ihrem durch Mark und Bein gehenden Rock-Metal die postkartenidyllische Jungfrau-Region.
Das samstägliche Line-Up überzeugte bis jetzt – und wurde gar noch überzeugender, Breaking Benjamin sei dank. Der heimliche Headliner aus den USA bot ein souveränes Set. Die harten Klängen liessen den einfliessenden Melodiebögen nur wenig Platz zu. Gut so. Und vom Bassisten über den Sänger hin zum Schlagzeuger: Jeder einzelne beherrschte auch jede einzelne Bewegung auf der Bühne. Gut einstudiert und noch besser aufgeführt. Was für eine filmreife Vorstellung!
Filmreif? Ja, filmreif waren auch Rise Of The Northstar. Auf der kleineren Eiger-Stage bürsteten die Franzosen auf Krawall und tunkten das Greenfield mit ihrem brachialen Rap-Metal-Hardcore kurzerhand in Elegie. So hart und wutentbrannt Rise Of The Northstar sind, sie sind eben auch nahbar: Einzelne Bandmitglieder mischten sich gegen Konzertende sogar unter die Zuschauerinnen und Zuschauer.
Rise Of The Northstar und Breaking Benjamin waren meine Highlights des Tages – die offiziellen Headliner Papa Roach und Volbeat verstanden ihr Handwerk natürlich ebenfalls und enttäuschten auch nicht. Sie vollbrachten allerdings auch keine Überraschungen.
Nichtsdestotrotz hatte die Festival-Meute ihren Spass an volksnahen Popgesten im Stile von Jacoby Shaddox, Papa-Roach-Sänger. Zugegeben: Das Nu-Metal-Cover-Medley (Korn, System Of A Down & Co.) ist etwas vom Besten à la Papa Roach live. Auch zugegeben: Volbeat – mit ihrem ehrlichen Voll-auf-die-12-Rock – waren ein würdig-krönender Abschluss der 2026 Greenfield-Ausgabe.
Greenfield Festival 2026 – Donnerstag
Greenfield Festival 2026 – Freitag

















































































































































































































