
Universal Music Group / VÖ: 17. April 2026 / Eletronic & Dance-Pop
tomora.com
Text: Adrian Portmann
Was passiert, wenn sich die norwegische Künstlerin Aurora und Tom Rowlands zusammentun? Tomora – ein verspieltes Duo, das mit seinem ersten Album zwei musikalische Welten aufeinanderprallen lässt.
Bei Come Closer handelt es sich jedoch keineswegs einfach um eine Chemical Brothers Produktion mit Gastsängerin. Zwei erkennbare Handschriften treffen hier aufeinander und formen etwas Eigenständiges. Einzelne Einflüsse beider Seiten bleiben definitiv hörbar, wirken jedoch nie wie eine Kopie oder blosse Zitate.
Nach einem ersten kurzen künstlerischen Snippet folgt eine sanfte Einstimmung in die Welt von Tomora. Langatmige Synthieklängen, die dezent herumdröhnen, vereinen sich mit erhellendem Gesang. Die Teile schlängeln sich umeinander, bis sie sich kraftvoll entladen. Nachdem sich das Stück, welches von der Intensität her an Songs wie «Swoon» erinnert, zweimal toll aufgebaut und entladen hat, entsteht ein abrupter Wechsel in ein anderes Gebiet.
«A Boy Like You» schlägt mit seinem tieflastigen Sound deutlich düsterere Töne an. Eine verzerrte Stimme und langsame Bässe schaffen eine schwere Atmosphäre, die mit laserartigen Klängen gespickt wird. Noch im selben Stück wird schliesslich der Übergang zu «Ring the Alarm» eingeleitet. Der ausgeflippte Song prescht voller Kraft nach vorne und lässt mit den unterschiedlichsten Beatphrasen keine Ruhe. Noch schneller und raviger wird es dann mit dem futuristischem «My Baby», «In A Minute» oder natürlich meinem absoluten Favoriten «I Drink The Light». Ein Track der unglaublich mit den Hintergründen der Musiker vernetzt ist und die zwei Seiten perfekt miteinander verschmilzt. Ein schneller treibender Beat und hallender Gesang stehen im Mittelpunkt der acht Minuten, die wie im Rausch vorbeiziehen. Besonders in den Momenten, in denen sich der Schwerpunkt vom Gesang wieder zum reinen Beat verlagert, kommt die Intensität stark zur Geltung.
Dem Albumtitel kann man nur zustimmen: Je näher man hinhört, desto mehr entfaltet sich das Werk. Come Closer zeigt sich facettenreich – so sehr, dass es beim ersten Durchlauf beinahe überfordert. Viele der spielerischen Klangdetails erschliessen sich erst nach und nach. So auch bei «Have You Seen Me Dance Alone?», der mit seiner kompletten Eigenheit fasziniert.
Eine gemütliche Abwechslung bietet daraufhin «Somewhere Else», ein eingängiger Track mit groovigem „do-do-do“-Gesang und einem gechillten Bassbeat. Komplex ist das Ganze nicht, der Song wirkt jedoch stimmig, eingängig und versprüht einen leichten Tropical House Vibe. Formvollendet wird das Album mit «Wavelenghts» & «Side By Side», welche mit ihrer ruhigen und epischen Art überzeugen können.
Tomora haben sich mit Come Closer unglaublich viele Freiheiten gelassenen. Eine Platte voller Experimentierfreude, mit dem Drang, in neue Gebiete einzutauchen und etwas Neues zu erschaffen.
![]() |


