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The Dead South in «Burn-Town»

23/03/26
von Torsten Sarfert

The Dead South in «Burn-Town»

The Dead South + Benjamin Dakota Rogers

Kursaal – Bern
Mittwoch, 18. März 2026

Text & Bild: Torsten Sarfert

Schlag 20 Uhr zupfte Benjamin Dakota Rogers die ersten Töne auf seiner Parlour-Gitarre. Der kurzfristig verpflichtete Ersatz für William Crighton sang von Motorcycles und Demolition Derbys, deren höchst fragwürdiges Konzept er dem gemütlich sitzenden Publikum im ausverkauften Kursaal sicherheitshalber gleich erläuterte. Überhaupt erfüllte der kanadische Singer-Songwriter aus Brant County, Ontario, so ziemlich jedes Klischee, das man mit dem Genre des Abends verbindet: Hillbilly-Look, raue Stimme, feinste Folk-Gitarrentechnik. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Auch die vier Galgenvögel von The Dead South bedienen auf den ersten Blick jedes Country-Klischee: angefangen bei der Bühne mit einer amtlichen Western-Stadt-Kulisse bis hin zum Sonntags-Kirchgangs-Cowboy-Zwirn, Boots und natürlich den Songs, die so authentisch und versiert daherkommen, als wären sie allesamt Klassiker. Und doch bleibt da immer dieses Gefühl, dass sie sich in ihrer überzeichneten Selbstdarstellung nicht mal selbst so ganz ernst nehmen. Was der Qualität ihres gefeierten «Blackgrass»-Sounds keinen Abbruch tut.

Im Gegenteil ist die Bluegrass-Variante von The Dead South bis in die letzte Frequenz ausgefeilt, alles andere als angestaubt und getragen von einer mitreissenden Dynamik. Da fiel nicht mal auf, dass Banjo-Virtuose Colton «Crawdaddy» Crawford aus gesundheitlichen Gründen die Tour nicht spielen konnte und auch in «Burn-Town» – aka Bern – ein Youngster mit Bravour für ihn einsprang.

Auffällig war hingegen, dass es sich um eine bestuhlte Veranstaltung (in einem Kursaal) handelte und dass es bis zum grössten Hit «In Hell I’ll Be In Good Company» dauerte, bis der Funke wirklich übersprang. Der Band konnte man dies kaum anlasten, denn die Broken Cowboys brachten in gewohnt schwindelerregender Manier ihre Saiten zum glühen und die Western-Kulisse zum wackeln.

The Dead South lieferten eine routinierte, augenzwinkernde, perfekt in die Wochenmitte passende Show und verzichteten sogar auf die sonst üblichen Trinkrituale auf der Bühne. An einem Mittwochabend kann es ja auch mal ein alkoholfreies Dosenbier sein. Ob man damit allerdings in der Hölle in guter Gesellschaft wäre, wird wohl für immer das Mysterium des Abends bleiben.

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Americana, Benjamin Dakota Rogers, Bern, Folk, Kultursaal, Pop, The Dead South, Torsten Sarfert

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