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Girl Scout – Brink

20/03/26
von Michael Messerli

Girl Scout - Brink

AWAL / VÖ: 20. März 2026 / Indie
girlscouttheband.com

Text: Michael Messerli

Junge Menschen sollten unbeschwert sein dürfen. Sie möchten sich freuen auf ihre Zukunft und die Möglichkeiten, die sich auftun. Aber wie, wenn alles in pechschwarzen Farben erscheint? Girl Scout sind junge Menschen, die in Schweden leben. Sie schauen in die Vergangenheit, weil man sich vor lauter Zukunftsängsten lieber in nostalgische Gedanken flüchtet. Oder man schafft sich seine eigene Bubble, für die man Gleichgesinnte sucht («Same Kids»). Besonders am Anfang des Lebens sind Peers enorm wichtig und Girl Scout stehen am Anfang ihrer Karriere. Die Band aus Stockholm hat sich auf ihren drei sehr guten EPs durch viele Spielarten des Indierock probiert und vielleicht schon einiges an Pulver verschossen. Auf ihrem Debütalbum «Brink» versuchen sie nun eine ganz leichte Hinwendung zum Pop und lösen damit eine leise Enttäuschung aus. Denn viele ihrer vorherigen Songs waren schlichtweg grossartig. Es ist schwierig zu sagen, ob es auch am Songwriting liegt, weil das Kernproblem die Produktion ist.

Wenn man diese eins zu eins mit dem Song «I Just Needed You To Know» von der EP «Headache» vergleicht oder mit dem bisher besten Song «Weirdo» von der EP «Real Life Human Garbage», erkennt man sofort, woran es hakt. Es mag zwar alles zeitgemässer klingen, aber dadurch halt leider synthetischer, beliebiger und gezähmter. Da geht sie hin, die Nostalgie. Auch der vermehrte Einsatz von Synthies bringt keinen Mehrwert. Die Enttäuschung muss jedoch deshalb leise bleiben, weil man das enorme Potential dieses Trios trotzdem spürt: Es verschwindet nicht einfach. «Brink» ist das schwierige erste Album nach vielen überzeugenden ersten Eindrücken. Gewisse Dinge kann man ausblenden: der fehlende Wumms, das zu alberne «Operator» oder das etwas zu sehr auf schief gekämmte «Simple Life».

Wenn das gelingt, entsteht Raum für die Stärken und Besonderheiten von «Brink». Der hibbelige «Song 1» glückt als Opener nach dem «Intro» und «Uh-Huh» passt zum Klang des Albums. Das aus allem herausragende «Ugly Things» ist entgegen seinem Songtitel etwas Wunderschönes, bei dem The Beths anerkennend aus dem Publikum winken. Und dann wären da noch die beiden Singles «Same Kids» und «Keeper», die sich zwar nicht aufdrängen, die man aber auch nicht mehrmals bitten muss. Es ist nachvollziehbar, dass nach dem Ausprobieren die Unbeschwertheit etwas flöten geht. Dass der nächste Schritt schwieriger ist als der erste. Es lohnt sich, bei Girl Scout dranzubleiben und «Brink» mehrmals zu hören. Manchmal steht einem die eigene Erwartungshaltung auch einfach doof im Weg.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Brink, Girl Scout, Indie, Michael Messerli, Pop

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