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John Robb – Goth – Die dunkle Seite des Punk

27/08/25
von Torsten Sarfert

John Robb – Goth – Die dunkle Seite des Punk

Ventil Verlag / ISBN: 978-3-95575-208-8
Autor: John Robb / Übersetzung: Joachim Hiller

Text: Torsten Sarfert

John Robbs Buch «Goth – Die dunkle Seite des Punk» (Originaltitel: «The Art Of Darkness: A History Of Goth») ist wahrlich ein dickes Pfund. Und das im Wortsinn: Mit 740 Gramm Gewicht und fast 600 Seiten (die fast 30-seitigen Anmerkungen und das Namensregister nicht mitgezählt) ist es ein wuchtiges, kulturhistorisches Werk, das sich weit über eine reine Musikchronik erhebt.

Robb gliedert sein Buch ungewöhnlich breit und greift tief in den Fundus der Kulturgeschichte, um die Wurzeln der Gothic-Ästhetik offenzulegen. Er beginnt nicht bei Bauhaus oder The Cure, sondern viel früher: bei den Goten, dem Untergang Roms, der düsteren Romantik eines Lord Byron, in der gotischen Architektur, in Malerei und Okkultismus. Sogar moderne Plattformen wie Instagram oder TikTok werden erwähnt, um zu zeigen, wie sich die Ästhetik in die Gegenwart zieht. Dieser Ansatz macht deutlich, dass Robb Goth als viel mehr begreift als nur Musik. So zeigt er Goth als Haltung, als kulturellen Unterstrom, der Literatur, Film, Mode und Philosophie streift.

Erst der zweite Teil des Buches widmet sich dann der Musik selbst. Hier entfaltet Robb ein Panorama von Bands und Musiker:innen, das von den Urvätern wie Bauhaus, The Sisters Of Mercy, The Cramps und Siouxsie & The Banshees bis hin zu The Cult, Nick Cave & The Bad Seeds, Einstürzende Neubauten, The Cure und Trent Reznor reicht. Er spricht mit Protagonisten wie Andrew Eldritch oder Johnny Marr und schafft so intime Momente und echte Einblicke in eine Szene, die oft mystifiziert wurde. Erfreulicherweise schafft Robb es auch, weniger bekannte Namen wie Virgin Prunes, Theatre Of Hate oder die fast kultisch verehrten New Model Army einzubeziehen.

Robbs Stil ist journalistisch eloquent, dicht und manchmal fast überwältigend, aber gerade diese Fülle macht den Reiz aus. Ein Reddit-Kommentar bringt es schön auf den Punkt: «Interesting how Robb ties in seemingly random people like Elvis and Lord Byron as influencing the genre.» Genau dieses Unerwartbare und die Lust an Querverbindungen hauchen dem Buch eine Lebendigkeit ein, mit der man bei diesem Sujet nicht unbedingt hätte rechnen können.

Besonders lobend erwähnt sei hierbei auch die deutsche Übersetzung von Ox-Chef Joachim Hiller, der mit seiner flüssigen und aufgeräumten Arbeit dieses enzyklopädisch anmutende Monumentalwerk zu einem ausgedehnten Lesevergnügen transkribierte.

Am Ende ist «Goth» ein Werk, das nicht nur für Fans der Szene, sondern für alle Kulturinteressierten spannend ist. Es ist manchmal sperrig, manchmal fast überbordend, aber es leuchtet den dunklen Saum der Popgeschichte aus wie kaum ein anderes Buch. Wer verstehen will, warum Goth weit mehr ist als ein Musikstil, findet hier ein kluges, informatives und inspiriertes Kompendium.

Eingeordnet unter Weitere-Rezension Schlagworte: Anderes, Bücher, Goth – Die dunkle Seite des Punk, Gothic, Joachim Hiller, John Robb, Punk, Torsten Sarfert

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