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The Twilight Sad – It’s The Long Goodbye

26/03/26
von Michael Messerli

The Twilight Sad - It's The Long Goodbye

Rock Action / VÖ: 27. März 2026 / Post-Punk, Shoegaze
thetwilightsad.com

Text: Michael Messerli

Was weiss man schon über das Erleben anderer Menschen, wenn man sich selber nicht ganz kennt. Es ist eine fortwährende Suche nach Erkenntnis und Gründen, warum die Dinge sind, wie sie sind. Wie fühlt es sich an, wenn jemand seine Mutter verliert? Wenn jemand Vater wird? Wenn eine geliebte Person an Demenz erkrankt? Man zeigt Verständnis für die Betroffenen, verbalisiert und hat Gefühle. Aber versteht man wirklich? Im ehrlichen Umgang damit steckt viel Einsamkeit. In der eigenen Vorstellung viel selbstbezogener Konstruktivismus. James Graham erlebte die anfangs erwähnten Dinge, erzählt sie in Interviews und konnte sich eines Morgens kaum mehr bewegen. Der Körper streikte, drückte die Stopp-Taste. Die Last auf den Schultern war zu schwer.

Er wurde sie unter anderem los, indem er Songs schrieb. Zusammen mit seinem Jugendfreund Andy MacFarlane. Das tun die beiden schon seit vielen Jahren unter dem Namen The Twilight Sad. Mittlerweile sind sie zum Duo geschrumpft. Aber sie haben ein Netzwerk aus tollen Freunden, die vielleicht nicht unbedingt verstehen, aber sie bedingungslos unterstützen. Da ist Robert Smith von The Cure, der auf dem Album instrumental zu hören ist. Da sind Mogwai, auf deren Label Rock Action The Twilight Sad veröffentlichen. «It’s The Long Goodbye» ist kein tonnenschweres Album. Es ist das lyrisch persönlichste von James Graham. Keine Metaphern mehr, sondern das eigene Verbalisieren der Last, die von den Schultern in die Lieder übergeht. Aber warum fehlt ihnen dann das Gewicht, das man erwarten würde? Weil das Menschsein enorm divers ist, weil das hier keine Einzelarbeit ist und Andy MacFarlane die Gitarren spielt.

Selbst wenn die Texte offenlegen, was sich früher hinter Bildern verborgen hätte: The Twilight Sad haben stets fratzenartige Songs geschrieben. Etwas abseitig, oft mit einem gewissen Unwohlsein verbunden, wenn man sie dennoch schön findet. Den Schotten gelang durchgehend eine sehr eigene Ästhetik in den Illustrationen und in der Musik. Wenn ein Titel also «Back To Fourteen» heisst, liegt die Referenz zum Debütalbum nahe und sie scheint teilweise tatsächlich durch. Selbstzitate, Wiederholungen und ein nicht immer songdienlicher Einsatz der Synthies. «It’s The Long Goodbye» ist im Vergleich zu seinen beiden zugänglicheren Vorgängern ein eher meditatives Erlebnis, mit Ausnahme des sehr druckvollen Einstiegs. «It’s ok to feel this way/ I don’t wanna feel this way». Wenn man glaubt, beinahe mitfühlen zu können, liefert uns James Graham eine andere Erkenntnis: besser man hört einfach hin und unterstützt. Deshalb existiert dieses Album, das ist seine unwidersprochene Daseinsberechtigung. Alles andere bleibt vorerst eine fortwährende Suche.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: It's The Long Goodbye, Michael Messerli, Post-Punk, Shoegaze, The Twilight Sad, Wave

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