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Im Gespräch mit Namaka

06/01/26
von Roger Strebel

Im Grand Cafe mit Namaka

Mittwoch, 17. Dezember 2025
Márcio (Drums), Sophie (Gesang & Synth), Philipp (Bass & Synth) – v.l.n.r. –

namakamusic.com / Facebook / Instagram / Spotify

Gespräch: Roger Strebel

Im September 2025 veröffentlichten Namaka ihr zweites Album «Cloudspotting». Die Release-Party dazu feierten sie Ende November 2025 in der Roten Fabrik in Zürich. Um der vielschichtigen Klangwelt bestmöglich gerecht zu werden, traten Namaka als fünfköpfige Band auf, was auf sehr grosse Resonanz stiess. Im Sinne eines Follow-ups werden Namaka am 9. Januar 2026 im Gaskessel in Bern erneut als 5-Piece auf der Bühne stehen und intensive Einblicke in ihr neues Werk gewähren. ARTNOIR durfte sich im Vorfeld dieses Events mit der Band unterhalten.

Roger: Liebe Sophie, lieber Philipp, lieber Márcio, danke vielmals, dass ihr euch Zeit nehmt, mir ein paar Fragen zu beantworten. Als Einstieg die Frage: wer sind Namaka, und was ist euch in eurem künstlerischen Schaffen wichtig?

Sophie: Unsere erste EP erschien im 2017, was gewissermassen den Start der Band markierte. Diese bestand namentlich aus Philipp und mir und abgesehen von weiteren Leuten, die kamen und gingen, ist seit 2025 und dem neuen Album nun auch Márcio fester Bestandteil von Namaka.

Es ist uns wichtig, unsere Persönlichkeiten in der Musik von Namaka abzubilden. Da auch wir uns als Menschen (weiter-) entwickeln und verändern, tönt unser Alternative-Pop / Indie-Pop auf den verschiedenen Releases immer auch etwas anders, was uns sehr entspricht, da dadurch die nötigen Freiräume für das künstlerische Schaffen entstehen.

In den einzelnen Songs steht grundsätzlich der Gesang im Zentrum. Der instrumentelle Teil, den wir sodann darum herum formen, hängt sehr von der Stimmung ab, in der wir uns gerade befinden.

Márcio, wie kam es zu deinem Mitwirken in der Band?

Márcio: Bei der Entstehung von «Cloudspotting» wurde ich von Sophie und Philipp angefragt, ob ich Lust hätte, ein paar Drum-Parts einzuspielen. Natürlich war ich sehr interessiert und habe sogleich zugesagt.

Philipp: Die letzten zwei, drei Jahre haben wir stets zu zweit gespielt. Dabei haben wir festgestellt, dass für die Produktion etwas zu wenig Freiräume bestehen, wenn wir lediglich mit Samplern arbeiten. So entstand die Idee, vermehrt als Band zu spielen und beispielsweise die Drum-Parts akustisch einzuspielen.

Sophie: Und gerade weil die neuen Songs, auch dank der Arbeit von Márcio, etwas organischer sind, wollen wir dieses Extra auch auf die Bühne bringen.

Ihr habt im September 2025, nach «Restore» von 2021, euer zweites Album herausgebracht. Ich gratuliere sehr herzlich dazu! Viele Songs darin werden durch eine Basslinie geführt und erscheinen mir dadurch etwas enger gefasst. Teilt ihr diese Ansicht und was war der Auslöser dafür?

Philipp: Das ist tatsächlich eine spannende Beobachtung. Die Basslinien stammen alle von mir. Ich hatte Lust, wieder vermehrt E-Bass zu spielen, um ganz bewusst einen Unterschied zu einem Synthesizer zu machen.

Ursprünglich kamen solche Basslinien aber nur in zwei, drei Songs vor, insbesondere im Song «Space Talk». Beim Überarbeiten von «Cloudspotting» entstand dann die Idee, den E-Bass als «Roten Faden» innerhalb des Albums zu verwenden und so eine ganzheitliche Ästhetik, eine einheitliche Atmosphäre und einen Gegenpol zu den Synth-Bass Sounds der 80er-Jahre zu schaffen.

Interessant sind ja auch die kurzen «Übergangs-Songs» oder «Interludes», wie ihr sie selber bezeichnet. Was ist die Intention dahinter?

Sophie: Auslöser dafür war der Song «Rain On My Heart». Dieser Song eröffnet(e) für uns als Band eine neue atmosphärische Klangwelt.  Darin stellten die drei «Interludes» bei einer ersten Lesart «Wolken» dar, die auf- und vorbeiziehen. Letztlich haben wir sie dann aber als «Störungen» verstanden, die gleichzeitig aber eine Klammer um das gesamte Album bilden.

Philipp: Bei diesen «Störungen» handelt es sich um recycelte Fragmente aus «Rain On My Heart», was die grosse Bedeutung dieses Songs für Namaka unterstreicht.

Sophie: Das Album als Ganzes soll zum Tagträumen animieren und einen Weg aufzeigen, wie wir Menschen mit der Hektik des Alltags fertig werden können.

Philipp: Dabei ist «Cloudspotting», ganz im Gegensatz beispielsweise zu Train- oder Planespotting, ganz und gar nicht kompetitiv zu verstehen. Vielmehr soll das Album einen mitnehmen auf eine Wiese, in der man auf dem Rücken liegend die vorüberziehenden Wolken verfolgt und sich ganz bewusst dem Nichtstun hingibt.

Zum Schluss kommt dann noch etwas ganz Interessantes. Das Album endet mit den Schweizerdeutschen Worten von dir, Sophie: Bis nachher.

Sophie: (Lacht). Der Text ist Sprachnachrichten oder Fragmenten davon entnommen und soll etwas Leichtes und vor allem Unkompliziertes vermitteln, wie es Sprachnachrichten, die sich sehr eng an die gesprochene (Umgangs-) Sprache anlehnen, eben tun.

Spannend ist immer auch zu erfahren, wie Songs einer Band zu Stande kommen. Wie schaut das bei Namaka aus?

Philipp: Über all die Jahre haben sich drei Herangehensweisen herauskristallisiert: Sophie schreibt einen Song, zum Teil mit Akkorden am Klavier oder am Synthesizer, an dem wir als Band dann weiterarbeiten. Oder dann sind es Loops oder Beats an Bass oder Gitarre, die ich einspiele und sodann in die Runde schicke. Schliesslich entstehen Songs oder Teile davon auch im Nachgang zu Bandproben, wenn wir gemeinsam noch etwas jammen.

Sophie: «Cloudspotting» hat sich sehr stark aus der gemeinsamen Zusammenarbeit heraus entwickelt. Nicht, dass wir uns ganz bewusst zum Songwriting getroffen hätten, sondern und so wie von Philipp beschrieben, im Rahmen von Bandproben und gemeinsamem Musikmachen.

Wie kommen, aus technischer Sicht gesehen, eure Songs und Alben zu Stande?

Philipp: Hier sind wir komplett digital unterwegs. Sobald wir alles beisammen haben, treffen wir uns im Studio, wo die entsprechenden Daten zusammengefügt werden.

Und nun steht ja euer Konzert vom 9. Januar 2026 im Gaskessel bevor. Dabei werdet ihr, wie bereits an eurer Release-Show in der Roten Fabrik in Zürich, als 5-Piece auftreten. Was erwartet das Publikum in Bern?

Philipp: Wer werden «Cloudspotting» und ein paar ältere Songs spielen. Neben uns dreien, die wir heute hier sind, werden wir von Sarah an Gitarre und von Flo an Saxophon und Bass-Klarinette unterstützt werden. Damit können wir die gesamte Orchestrierung von «Cloudspotting» auf die Bühne bringen. Es wäre natürlich sehr cool, auch weitere Konzerte als (grosse) Band zu spielen. Inwieweit das realistisch ist, wird sich zeigen.

Sophie: In jedem Fall besteht eine sehr grosse Vorfreude, zumal wir durch unsere «Gäste» unterstützt und etwas entlastet werden. Und das Gefühl, als Band zu performen und gemeinsam (unsere) Musik zu spielen, ist sehr schön.

Namaka: Danke vielmals für das Interview!


Alle Bilder zVg von namakamusic.
Bild 1: © namakamusic
Bild 2 und 3: © Jérémie Dubois

Eingeordnet unter Interview Schlagworte: Electro, Interview, Márcio de Sousa, Namaka, Philipp Schlotter, Roger Strebel, Sophie Adam, Synthie Pop

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