
Easy Life Records / VÖ: 30. Januar 2026 / Shoegaze, Alternative
www.softcult.band
Text: Michael Messerli
Softcult sind ein Duo mit mehr als zwei Gesichtern. Die beiden Schwestern aus Ontario, Kanada, veröffentlichen nach diversen EPs endlich ihr Debütalbum «When A Flower Doesn’t Grow» und wollen sich nicht festlegen. Was mit viel Shoegaze und Dreampop beginnt, wird bald mit Grunge ergänzt. Wobei sich das selten in den Songs mischt, sondern eher trennt wie Öl und Wasser. «Pill To Swallow» und «Naive» weben zusammen mit dem «Intro» den weichen, schönen Klangteppich, auf den die folgenden «16/25», «She Said, He Said» und «Hurt Me» die schweren Geschütze stellen. Eine Herausforderung an die Produktion, um die sich Phoenix Arn-Horn kümmert und ein bisschen scheitert, während Mercedes Arn-Horn die Videos übernimmt. Das Geschwisterpaar macht tatsächlich alles selbst.
Inhaltlich geht es um den Fokus auf Unterdrückung, Missbrauch und Konformität. Wenn eine Blume wegen dem Umfeld nicht blühe, sei nicht sie das Problem. Softcult reden nicht um den heissen Brei, sondern sprechen Klartext. Das verdient neben ihrem DIY-Ansatz Respekt. Musikalisch interessanter sind Songs wie «I Held You Like Glass» und «Queen Of Nothing», die wieder dem ersten Gesicht von «When A Flower Doesn’t Grow» entsprechen und auch besser zum Klangbild passen.
Dass das aber kaum alle so sehen werden, zeigt sich bei der Recherche in anderen Musikmagazinen oder Foren. Da taucht der Name Softcult schon seit einiger Zeit häufiger auf – und immer wieder wurde kunterbunt ein anderer Vorbote dieses Erstlings gelobt. Alles zusammen auf einem Album wirkt dann eher, als hätte man zwei EPs zusammengewürfelt. «Tired» zeigt textlich Zähne und ist leider nur deshalb nicht verzichtbar. «Not Sorry» deutet an, wie es sein könnte, wenn die Elemente etwas durchlässiger sind und der Titeltrack sticht zum Schluss dieses kurzen Albums dann noch richtig toll heraus.
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