Scheidegger & Spiess / ISBN: 978-3-03942-220-3
AutorInnen: Martin Waldmeier und Nina Zimmer
Text: Cyril Schicker
„[…] die Aufgabe des Menschen darin besteht, Ordnung zu schaffen, und dass sein Handeln und Denken von der Geraden und dem rechten Winkel bestimmt werden.“ Um die Ecke denken? Mal die Fünf gerade sein lassen? Mitnichten!
Oder eben doch, die Aussage stammt von keinem geringeren als Le Corbusier („Urbanisme“, 1925). Wem Le Corbusier nicht geläufig ist, der soll eine 10-Franken-Note (Serie 8) studieren. Der schweizerisch-französische Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer, Möbel-Designer, Schriftsteller (und, eben, Banknoten-Modell) ist auf der Vorderseite zu sehen. Auf der Rückseite: die Fassade des Justizpalasts von Chandigarh.
Chandigarh, die Hauptstadt des indischen Bundesstaats Punjab, ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – und das Verdienst von Le Corbusier. Apropos: 17 Bauten in 7 Ländern, verteilt auf 3 Kontinenten – allesamt Teil des UNESCO-Welterbes. Allesamt trägt die ikonische Handschrift von Le Corbusier. Wie, wann und wo Le Corbusier die Welt (mit-)gestaltete oder besser gesagt wie weltenformend seine Einflüsse in den verschiedensten Bereichen gewesen sind, das liest du im Buch „Le Corbusier – Die Ordnung der Dinge“.
Verantwortlich für das mit spannenden Fakten gespickte Lesevergnügen ist das Zentrum Paul Klee, Bern. Unterstützt wurde die Schweizer Kunst- und Kultur-Institution unter anderem von der Fondation Le Corbusier sowie Scheidegger & Spiess, dem herausgebenden Verlag. „Le Corbusier – Die Ordnung der Dinge“ überzeugt haptisch und ist sowohl für jene Leser:innen, die sich Le Corbusier „annähern“ möchten als auch für Kenner:innen empfehlenswert.
Und weil du schon immer wissen wolltest, was „polychromie architecturale“ mit Le Corbusier zu tun hat, ist dieses Buch fast schon Pflichtlektüre. Illustrationen, Gedanken, Planzeichnungen, Fotos, textliche Rück- und Einblicke, Malereien & Co: Der Band bietet eine thematische Übersicht über das künstlerische und gestalterische Werken Le Corbusiers über alle Schaffensperioden hinweg. Er beleuchtet einen bisher wenig berücksichtigten Aspekt seines Wirkens – den Entwurf als Manifestation des räumlichen und gestalterischen Denkens.
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