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Just Mustard – We Were Just Here

27/10/25
von Michael Messerli

Just Mustard - We Were Just Here

Partisan Records / VÖ: 24. Oktober 2025 / Shoegaze, Noise, Post-Punk
justmustard.ie

Text: Michael Messerli

Wenn man herausfinden möchte, warum Just Mustard eine bemerkenswert spannende Band sind, reichen eigentlich die ersten 80 Sekunden vom Titeltrack «We Were Just Here». Der Gesang von Katie Ball schwebt mit viel Hall über einer kratzbürstigen Stahlwolle, die immer wieder aufscheuert. Es ist stets von neuem beeindruckend, welche Sounds das irische Quintett aus ihren Gitarren lockt. Das hat oft sehr viel Groove, auch wenn sich Ball live kein bisschen dazu bewegt. Demgegenüber stehen Songs wie «Somewhere» oder «The Steps», die sich ein bisschen durch die entrückte Klanglandschaft schleppen.

Die Band aus Dundalk trat im Vorprogramm von The Cure und Fontaines D.C. auf und in den drei Songs, in denen gemäss Songcredits Gitarrist David Noonan mitsingt, ist man sich zuerst sicher, Grian Chatten zu hören. Dem hätten einige Songs solo hervorragend gestanden. Just Mustard sind aber keineswegs eine Variation der Durchstarter aus Dublin. Dafür ist ihr mit Noise angereicherter Shoegaze viel zu eigen. Entsprechend braucht er seine Zeit. «We Were Just Here» schliesst man nicht einfach so ins Herz. Man muss seine Hörgewohnheiten schon ein bisschen anpassen.

Denn diese sägenden Elemente klingeln nicht an der Tür. Es ist kein hübsches Blümchen, das man sich einfach so in die Vase stellt: «Harsh amongst the flowers/ Bright against the grass/ Cut me at my stem/ Wrap me in a vase». Just Mustard springen auch nicht dem Shoegaze-Hype auf. Das hier ist bereits ihr drittes Album und dafür stechen sie auch zu sehr heraus. Wer diese zehn Stücke aber zu sich einlädt, der hat reizvolle und ideenreiche Gäste. «Everything happens/ All the time/ All around/ All the time».

Ein bisschen paradox steht daneben die textliche Ebene einer übermässig optimistischen Person («Pollyanna»), die im Rausch der Euphorie schon fast toxisches Glück findet. Abgesehen davon, dass «We Were Just Here» nicht unbedingt danach klingt, kann dies auch zu Selbstbetrug führen und damit steigt die Fallhöhe. Gut möglich, dass dieser vermeintliche Widerspruch zur Vielschichtigkeit dieses Albums gehört. Vielleicht ist es aber auch einfach die eigensinnige musikalische Interpretation dieser Band von Glück und Freude, die genauso wenig offensichtlich ist, wie die Melodien ihrer bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Gitarren.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Just Mustard, Michael Messerli, Noise, Post-Punk, Shoegaze, Wave, We Were Just Here

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