
Eigenveröffentlichung / VÖ: 27. Juni 2025 / Psychedelic Blues-Rock
daisychainmusic.net
Text: Torsten Sarfert
Daisychain steht für Verbindung. In der Technik meint es Geräte, die in Reihe geschaltet sind und so in ihrer Funktionalität voneinander abhängig sind und sich gegenseitig beeinflussen. Genau so funktioniert diese Band. Drei Stimmen, drei Charaktere, ein Stromkreis. Bei dem Trio aus Chicago löst jede Note etwas aus, jede Emotion springt über, alles vibriert. Frei nach Aristoteles ist das Ganze hier deutlich mehr als die Summe der einzelnen Teile – oder wie der Titel ihres Debütalbums impliziert: «All In A Name». Darüber hinaus verbindet Nickole Regala (Bass, Gesang), Sophia Williams (Gitarre, Gesang) und Frankie Sripada (Lead-Gitarre) auch eine enge Freundschaft, ohne die eine solch elektrische Energie wahrscheinlich überhaupt nicht zustande kommen würde.
Das Album, brillant produziert von der renommierten Produzentin Sylvia Massy (Skunk Anansie, Tool, Molotov, Life Of Agony …), spiegelt die Vielseitigkeit und Experimentierfreude der Band wider. Von ursprünglich über 100 Tracks – davon 25 in nur einer Woche noch schnell im Studio geschrieben – wurden zehn ausgewählt, die die Essenz von Daisychain einfangen: eine Balance zwischen souligen Vocals und Momenten wilder Garage-Rock-Attitüde, durchzogen von psychedelischen Blues-Rock-Anklängen. Einflüsse von Patti Smith, Velvet Underground und PJ Harvey sind unüberhörbar.
Nach dem Opener mit dem düster-bluesigen «Shadowfax» kommen die Gänseblümchen mit dem locker-flockigen «G-String» um die Ecke, einem begnadeten Popsong, der in einer besseren Welt sogar im Formatradio in Dauerschleife laufen und nicht nur Pretenders- und Bangles-Fans zum Niederknien beziehungsweise wild Abtanzen veranlassen würde. Aber bevor man es sich allzu gemütlich macht, wird einem mit «Eve» erst einmal ein astreiner Garage-Punk-Rocker um die Ohren gehauen, der sicherlich auch damals im CBGB gefeiert worden wäre. Im weiteren Verlauf bekommt man coolen Funk («Get High With Me»), psychedelischen Blues («Kerosene Lover», «Rivers», «Waste Your Time»), sinnlichen Soul («Mama», «The Sound Of You») und eine wunderbare Rock-Ballade («Let Me Down Easy») auf die gesegneten Lauscher.
Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob und wie das alles in einer kohärenten Mischung aufgehen kann. Die Antwort ist ganz einfach: Ja – kann es! Denn ungeachtet des Genres ist jeder einzelne der zehn Songs auf «All In A Name» eine Klasse für sich – toll gespielt und knackig produziert. Daisychain in full effect!
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