
KIFF – Aarau
Freitag, 8. Mai 2026
Text: Madeleine Fuhrer
Heute trafen im KIFF in Aarau zwei Bands aufeinander, die zwar unterschiedlich klangen, aber beide eine unglaubliche Energie hatten, jede auf ihre eigene Art.
Den Anfang machten Dream State aus Wales. Ohne grosse Vorwarnung enterten sie die Bühne. Frontfrau Jessie Powell zog sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Sie wirkte mit ihrer wandelbaren Stimme in einem Moment total verletzlich und schrie sich im nächsten Moment die Seele aus dem Leib.
Die Mischung aus harten Post-Hardcore-Riffs und melodischen Parts funktionierte im KIFF hervorragend. Das Publikum liess sich von der Musik von Dream State quasi verzaubern. Jessie interagierte regelmässig mit den Leuten und versuchte Circle- und Moshpits zu starten. Die Performance war energiegeladen und intensiv. Es war ein kurzer, aber starker Auftritt. Dream State schafften es, ihre Emotionen so direkt rüberzubringen, dass man als Zuschauer automatisch mitgefühlt hat.
Dann war es Zeit für den Hauptact, welcher heute Solence war. Die Schweden sind bekannt dafür, dass sie live eine unfassbare Spielfreude an den Tag legen, und genau das taten sie in Aarau auch. Vom ersten Song an war klar, dass hier niemand stillstehen würde. Der Schalter wurde sofort umgelegt.
Sänger Markus Videsäterhatte das Publikum ab der ersten Sekunde im Griff. Er rannte über die Bühne, sprang und suchte immer wieder den direkten Kontakt zu den Fans. Solence spielten einen Mix aus Alternative Rock, Metalcore und elektronischen Elementen, der einfach Spass machte. Es war laut, modern und extrem eingängig. Das KIFF verwandelte sich in einen einzigen grossen Bewegungsraum.
Der Einstieg war direkt auf Power ausgelegt. Solence starteten mit „Angels Calling“, einem Track ihres neusten Albums. Beats, die drückten, Synths, die den Raum füllten, und Gitarren, die dem Ganzen die nötige Härte gaben. Dieser Mix hatte live richtig Zug. Die Songs funktionierten sofort. Hooks, die hängen blieben, Parts, die man direkt mitnahm. Hier im KIFF wurde das nochmal verstärkt, weil alles mehr Wucht hatte. Man wurde sofort in diesen Vibe reingezogen.
Auch die Vocals trugen das Ganze. Klare, starke Clean-Parts und dann wieder mehr Druck in den härteren Passagen mit Growls und Breakdowns. Dieser Wechsel hielt das Set spannend und lebendig. Es ging nie nur in eine Richtung, sondern hatte ständig Bewegung drin.
Das Publikum war da natürlich schnell voll dabei. Moshpits, Mitsingen, Hände oben, alles unter super Stimmung. Man konnte kaum stillstehen. Die Energie im Raum war greifbar und hatte sich komplett übertragen. Es machte einfach Spass, zuzusehen und gleichzeitig Teil davon zu sein, auch weil von Solence viel Freude und Leidenschaft an der Sache kam.
Solence wirkten über das ganze Set hinweg nahbar und sympathisch. Zwischen den Songs gab es kurze Ansagen und kleine Interaktionen. Nichts Aufgesetztes, alles in einem natürlichen Flow. Damit hielten Solence das Publikum ständig nah bei sich, indem sie es aktiv zum Teil der Show machten.
Der Aufbau des Sets war durchdacht. Ein Song trug den nächsten und die Intensität blieb konstant oben. Eine starke zusammengestellte Setlist mit Tracks wie „Good F**King Music“, „Monsters In My Head“ oder „Where Were You“. Ein Set, das einen mitnahm, direkt, energiegeladen und ehrlich. Ab und zu gab es ausserdem Rap Einlagen zu geniessen, wie zum Beispiel beim Song „4 Good Reasons“.
Auch visuell war es stimmig, ohne zu übertreiben. Das Licht unterstützte die Stimmung, ohne abzulenken. Der Fokus lag klar auf der Musik und der Energie im Raum. Zwischendurch gab es kleinere Solo-Momente an Gitarre und Synth, die dem Set kurze Verschnaufpausen gaben, ohne das Hoch zu brechen.
Gegen Ende war das Publikum komplett drin und Solence hatten das aufgenommen und weitergegeben. Genau dieser Austausch machte diesen Live-Moment stark und nachhaltig.
Solence zeigten live, warum ihr Sound so gut funktioniert. Sie verbinden Härte mit eingängigen Elementen, mit Substanz und viel Spass. Und genau diese Mischung blieb hängen. Zum Schluss gab es noch „Animal In Me“ und „Who You Gonna Call (Silence)“. Aarau liess Solence jedoch nicht einfach so los, sondern kitzelten noch die eine oder andere Zugabe mit der entgegengebrachten Begeisterung und Euphorie raus.
Es war einer dieser Abende, wegen denen man immer wieder gerne in kleine Clubs wie das KIFF geht. Man ist nah dran, alles fühlt sich direkter an und am Ende geht man mit einem Lächeln nach Hause. Ein rundum gelungener Konzertabend, der noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.

