
Festhalle – Bern – Sonntag, 8. Februar 2026 (Bilder)
Halle 622 – Zürich – Montag, 9. Februar 2026 (Bericht)
Text: Adrian Portmann / Bilder: Nicole Imhof
Sie sind halt einfach Biffy «F*ing» Clyro. Die schottische Band war am Sonntag in der Festhalle und am Montag in der Halle 622 zu Gast und zeigte uns, wie vielseitig ihr Rocksound sein kann. Geniales Licht, ein durchdachtes Bühnensetting, eine riesige Ansammlung an deftigen Stücken und ein toll zusammengestelltes Ensemble – wobei auch der passende Support auf keinen Fall vergessen werden darf – sorgten für einen Abend, der den Erwartungen an diese Band auf ganzer Linie gerecht wurde. Der Bericht bezieht sich auf das Konzert in Zürich, wobei die Bilder vom Konzert in Bern stammen.
Der Abend begann ruhig und zurückhaltend mit einem harmonischen Solo-Set. Reduziertes Licht schimmerte konstant in einem Farbton herab, drei Gitarren waren aufgestellt und Bartees Strange voller Ruhe im Mittelpunkt der Bühne. Tiefer, breiter Gesang, der ab und zu in die Höhe schnellte, sowie unterschiedlichste groovige Gitarrenrhythmen standen im Fokus und erschufen eine berührende Stimmung voller Ehrlichkeit. Trotz der entspannten Art, die keineswegs langweilig war, hatten seine Songs immer wieder überraschende Momente, so auch der Song «17», der zwischen kraftvoller Rauheit und sensibler Intimität pendelte. Alles in allem ein wunderbarer Start. Selbst störende Gespräche konnten den warmen, stimmigen Auftritt von Bartees Strange nicht trüben.
Nach der Umbaupause änderte sich die Energie schlagartig, als Biffy Clyro zu mächtigem Applaus die Bühne betraten. Nach dem Start mit aufwirbelnden Songs wie «That Golden Rule» oder dem neuen «Hunting Season», begleitet von aggressiven Lichteffekten, folgte mit «Space» das erste stille, bewegende Gegenstück zur zuvor entfesselten Wucht. Dabei setzte Simon Neil seine Stimme gekonnt ein und verlieh dem Stück viel Tiefgang. Der Gesang nimmt langsam ab und steigert sich am Ende mit dem letzten verbliebenen Atem in einen leicht in die Länge gezogenen Aufschrei beziehungsweise ein erzwungener Nachdruck auf den finalen Moment des jeweiligen Wortes. Diesen Effekt, der etwas Zerreissendes und zugleich Berührendes hatte, setzte Neil an diesem Abend mehrere Male dezent ein. Egal ob in harten oder romantischen Passagen – es hat einfach was!
Es war ein Konzert voller Kontraste, gefangen zwischen epischer Harmonie und brachialer Kraft. Das Gleiche galt auch für die uns stetig fesselnde Lichtshow. Die Person, die diese vorgängig programmierte, hatte – zumindest wirkte es so – unglaubliche Freude daran, jeden noch so kleinen Beatwechsel mit den unzähligen Lichtquellen widerzuspiegeln. Besonders bei den Stroboeffekten wurde definitiv nicht gegeizt, wie zum Beispiel präzise bei «Living Is A Problem Because Everything Dies» auf jede einzelne Beatphase des Songs. Aber auch Momente wie der schöne Lichtsschleier um den Hauptsänger bei «Different People» waren wunderschön.
Die zwei Bandmitglieder, welche auf dieser Tour von der Bassistin Naomi Macleod unterstützt wurden, fügten eine zusätzliche Gitarre, ein Klavier und zwei Geigenstimmen ihrem Ensemble hinzu, wobei letztere besonders zur Geltung kamen. Fast bei jedem Song umhüllte der Geigenklang wie ein leichter Seidenumhang den Sound.
Mit zunehmender Länge des Konzerts wurden der Mitsing-Faktor und das Gejubel immer stärker. Ein Höhepunkt war dabei sicherlich «Machines» in einer akustisch dargebotenen Version, bei der das Publikum an einzelnen Stellen quasi als Chor fungierte. Und was wäre eine Biffy Clyro Show ohne die klassischen Banger, Bretter, Hits etc. wie «Bubbles» und «Many Of Horror», welche den genüsslichen Abend abschlossen. Mit einem klassischen «Thank you, We are Biffy Fucking Clyro!» bedankte sich Neil und die Crowd verliess gutgelaunt die Halle. Auf ein nächstes Mal!






































