
Badman Recording Co. / VÖ: 17. April 2026 / Folkrock
thebuildersandthebutchers.com
Text: Torsten Sarfert
Die blaugrasigen Folk-Rocker The Builders And The Butchers aus Portland, Oregon sind eigentlich nichts anderes als Punk: eine wild zusammengewürfelte DIY-Truppe mit ständig wechselnder Besetzung, die sich seit bald 20 Jahren zur Aufgabe gemacht hat, jede Clubbühne, die sie bespielt, zu zerlegen und Menschen in roots-rock’n’rolliger Form zusammenzubringen. Laut Frontmann Ryan Sollee die «letzten heiligen, verschwitzten, laute Orte, wo alle zusammen atmen, schwitzen, schreien und sich bewegt fühlen – abgesehen von Kirchen.» Gerade in einer Welt, die auseinanderdriftet, ist dies heutzutage wichtiger denn je. Und wenn es gemäss dem Albumtitel des neuen Werks «No Tomorrow» womöglich schon kein Morgen geben wird, sollte man wenigstens das Heute feiern.
Textlich und musikalisch gibt es natürlich einige Unterschiede zum klassischen Punk. So treten The Builders And The Butchers auch auf dem aktuellen Album mit ihrem string-basierten Dark-Folk-Instrumentarium und entsprechend düsteren Texten an. Die mit theologischen Metaphern und biblischen Motiven gespickten apokalyptischen Southern-Gothic-Themen lassen sich schon mit blossem Blick auf die Trackliste erahnen: «Worlds On Fire», «Blood/Death», «Mother Mary», «Save Me», «Cold Fire Hymn», «Devil’s Wind», «Rise My Son», «One Winged Bird», «Fire In The Sky», «Bad Blood», «A Wall/A Fire».
Mit ihrer ganz eigenen Bildsprache adressieren die «Erbauer und Schlächter» ihre Gesellschaftskritik zwar subtiler, aber dafür umso wirkmächtiger. Musikalisch wird der folkige Grundton mit Banjo und Fiddle, immer wieder von verzerrten Gitarren und dreckig-wütendem Leadgesang durchbrochen. Nicht nur Fans von Social Distortion, Bad Religion und deren Frontmännern Mike Ness und Greg Graffin dürften mit diesem (Roots-)Rock-Spektrum voll auf ihre Kosten kommen.
«No Tomorrow» mag apokalyptisch klingen, dennoch ist die Message der Band versöhnlich: «Egal wie dunkel es wird – in uns und in den Leuten neben dir liegt immer noch Hoffnung, und wir hoffen, dass unser Album ein bisschen Licht in das ganze Dunkel bringt.» Möglicherweise gibt es ja doch noch ein Morgen – angesichts der Mitte Mai startenden Europa Tournee bleibt dies schwer zu hoffen.
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