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Scream Scene – Emo Night im Dynamo

06/04/26
von Madeleine Fuhrer

Scream Scene - Emo Night im Dynamo

GlitchBABY + Call It Off + Resolve + Brokencyde

Dynamo – Zürich
Samstag, 4. April 2026

Text: Madeleine Fuhrer

Am Samstag gab es ein besonderes Happening im Dynamo in Zürich zu erleben. Nämlich die Scream Scene – Die Emo Night. Organisiert wurde das Ganze von den gleichnamigen Veranstaltern. Die originale Schweizer Emo Night, bei der gebrochene Herzen höher schlagen und Beine in Skinny-Jeans zu den grössten Emo-Hits feiern, ganz nach dem Slogan.

Das Ganze war nicht nur ein kleines Eintagesfestival mit Live-Musik, nein, es wurde noch mehr geboten. Im mehrstöckigen Dynamo gab es im Erdgeschoss Merch sowie Flash Tattoos. Im Dritten Stock, im grossen Saal, gab es neben den Live-Acts die bekannte Bar und eine zusätzlichen Pop-up-Bar. Im vierten Stock befand sich zudem eine Shot-Bar. Dazwischen lud die offene Terrasse dazu ein, sich auszutauschen und kurz durchzuatmen.

Den Auftakt machten die Schweizer von GlitchBABY, mittlerweile mehr als nur ein Projekt, sondern eine gewachsene Band. Sie lieferten einen wunderbar sympathischen, leicht verträumten Einstieg in den Abend. Getragen von coolen, eher rockigen Beats und eingängigen Melodien stand eine süsse, prägnante Stimme im Zentrum. Ein spannender Mix aus Rockmusik mit Hyperpop-Einflüssen, ergänzt durch Effekte und einen leicht autotune-lastigen Vocals. Diese erinnerten mich stellenweise an Tones and I. Inhaltlich bewegte man sich nah am Alltag, verletzlich, ehrlich und passend zum Gesamt-Vibe. Ein freudiger Auftakt mit viel Herzlichkeit und spürbarer Leidenschaft.

Weiter ging es mit Call It Off aus den Niederlanden. Sie waren definitiv kein unbeschriebenes Blatt, und einige Fans waren vor Ort, um mitzusingen und das Set zu feiern. Geboten wurde eine volle Ladung Pop-Punk mit einem Hauch von rockiger Highschool-Atmosphäre, gepaart mit enormer Spielfreude. Das Publikum wurde sofort abgeholt und aktiv ins Geschehen eingebunden. Immer wieder fielen Anspielungen auf Taylor Swift, und auf Nachfrage zeigte sich, die Swifties waren zahlreich vertreten. Nicht ohne Grund, denn Call It Off mischten Taylor-Swift-Songs gekonnt mit ihrem rauen Gitarrensound und druckvollen Drums auf. Neben eigenen Songs gab es also auch einige Covers zu hören. Die Band nahm das Dynamo komplett für sich ein. Sänger Maurice Bolier stürzte sich während eines Songs ins Publikum und liess sich auf Händen tragen. Und sei dem nicht genug Nähe, begab sich beim letzten Song erst Gitarrist Gio Sliwa in die Menge und dann auch nochmal Sänger Maurice, mit der Aufforderung, dass sich alle im Saal Anwesenden auf die Knie begaben. Das funktionierte wunderbar und wurde durch Auf- und Ab-Sprünge zum Abschluss gehighlighted. Call It Off sorgten für starke Stimmung und eine ordentliche Portion Spass.

Danach folgte ein deutlicher Stimmungswechsel. Mit Resolve betrat eine recht härtere und schwerere Energie die Bühne. Die französische Metalcore-Band eröffnete mit einem intensiven Intro, bevor sie das Dynamo auf ihre eigene Art einnahm. Ihr Sound war kraftvoll, dynamisch und geprägt von starken Kontrasten. Zwischen harten Breakdowns und melodischen Passagen, Clean- und Growl-Vocals entstand eine dichte, teils fast sphärische Klangwelt. Resolve waren klar härter als die Bands davor und die Band danach. Das Publikum durchmischte sich nochmals neu und die Freunde dieses kräftigeren Musikstils begaben sich an die Front. Ruhigere Momente gab es ebenfalls, wie etwa bei „In Stone“, als Sänger Anthony Diliberto zunächst allein mit Gitarre auf der Bühne stand. Im Publikum wurde es gleichzeitig wilder, Mosh- und Circlepits entstanden und die Energie verlagerte sich spürbar nach vorne. Anthony suchte immer wieder den direkten Kontakt zur Crowd und animierte zum Mitbangen. Unterstützt wurde das Ganze von einer passend düsteren Lichtshow. Resolve lieferten eine intensive, kraftvolle und durchweg überzeugende Performance.

Den Abschluss des Live-Teils bildete Brokencyde, mit der wohl längsten Anreise des Abends, direkt aus den USA. Mit ihnen kam ein weiterer, radikaler Stilbruch. Vom ersten Beat an fühlte man sich in eine andere Zeit versetzt, irgendwo zwischen MySpace-Ära und Club-Eskalation. Das Setup war minimal aufgestellt mit einem Tisch und zwei Laptops. Die Musik kam vom Band, während der Gesang live performt wurde. Dieser reichte von gesungen, über gerappt bis hin zu gescreamten Parts. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich das Dynamo in eine grossflächige Party. Der Sound von Brokencyde war eine Mischung aus elektronischen Beats, starkem Autotune und aggressiven Shouts. Dieser brachte eine ganz eigene Dynamik in den Raum. Crunkcore nannte sich dieses Ganze, oder anders gesagt, laut, chaotisch, provokant und stark von Party, Exzess und Rebellion handelnden Texten geprägt. Zwischen den Songs suchten Brokencyde aktiv den Kontakt zum Publikum, fragten nach den Vorlieben von Getränken wie Bier, Wodka oder Whisky und schufen so zusätzliche Interaktion. Begleitet von schnellen Lichteffekten und viel Bewegung auf und vor der Bühne entstand eine energiegeladene Show. Unterstützt wurden sie zeitweise von zwei Gastmusikern aus ihrer Crew. Ein Auftritt mit hohem Fun-Faktor, der nahtlos in die anschliessende Partynacht überleitete.

Es war die bisher grösste Emo Night und meinem Gefühl nach auch eine durch und durch erfolgreiche, mit zahlreich erschienenen Fans der Szene. Viele hatten sich passend gestylt und trugen so zur besonderen Atmosphäre bei. Es war ein interessantes Erlebnis, so unterschiedliche musikalische Darbietungen zu erleben und dennoch unter einem gemeinsamen Motto, oder vielmehr einem Gefühl, vereint zu sein.

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Brokencyde, Call It Off, Dynamo, Emo Night, Festival, GlitchBABY, Madeleine Fuhrer, Metal, Resolve, Rock, Thrash Metal, Zürich

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