
Fit For A King + Memphis May Fire + Acres + 156/silence
Komplex 457 – Zürich
Mittwoch, 1. April 2026
Text: Madeleine Fuhrer / Bilder: Miriam Ritler
Ein grossartiges Line-up im Komplex 457 versprach einen noch intensiveren Abend. Laut, energiegeladen, mit unzähligen Breakdowns und noch mehr Emotionen. All das stand auf dem Programm. Lasst uns eintauchen.
Den Auftakt machten 156/silence mit einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Ihre rastlose Intensität aus Metalcore und Two-Step-Elementen zog das Publikum sofort in ihren Bann. Ohne Umwege ging es direkt hinein ins Geschehen, roh, kompromisslos und voller Chaos. Die Menge kam spürbar in Bewegung, die ersten Moshpits entstanden. Ein heisser Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.
Als Nächstes betraten Acres die Bühne und nahmen die zuvor aufgebaute Energie nahtlos mit in ihr Set. Auch sie überzeugten mit starker Präsenz und führten den roten Faden des Abends weiter. Es zeigte sich einmal mehr, wie vielfältig ein ähnliches Genre interpretiert werden konnte. Acres punkteten mit ihrem Mix aus Härte und sphärischen Klanglandschaften, die ihre Songs wunderbar untermalten. Der Wechsel zwischen Clean Vocals und Shouts war gekonnt in Melodien und Strukturen eingebettet und zog einen regelrecht mit. Immer wieder suchten sie den Kontakt zum Publikum, animierten zu Moshpits und Wall of Deaths und schufen so eine eigene, ebenso intensive Stimmung im Saal. Im Fokus ihres Auftritts stand ihr aktuelles Album „The Host“. Daraus spielten sie unter anderem „Not So Different“ als Opener sowie „Bloodlust“, „Take My Last Breath“ und „Built To Bleed“. Spätestens hier stand fest, beim nächsten Besuch sind sie definitiv wieder auf meiner Liste.
Memphis May Fire. Allein dies hätte für mich und nach dem Erlebten für sich gesprochen. Eine Band, die schon lange auf meiner Playlist präsent war, die ich jedoch bisher nie live gesehen hatte. Umso grösser war die Vorfreude, sie im Rahmen der „Lonely God Tour“ endlich zu sehen. Und sie lieferten sowas von ab. Mit einer mitreissenden Energie betraten sie die Bühne und entfachten vom ersten Song an ein Feuer, sowohl bei sich als auch im Publikum. Die Atmosphäre war von Anfang an elektrisierend und von purer Spielfreude geprägt. Mit „The Sinner“ starteten Memphis May Fire ins Set und nahmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch ihre Album-Chronik. Songs wie „Paralyzed“, „Somebody“, „Chaotic“ oder „Make Believe“ sorgten für stetig steigende Begeisterung. Die Energie übertrug sich spürbar in den Raum und die Bewegung im Publikum nahm deutlich zu. Harte Passagen wechselten sich gekonnt mit eingängigen Melodien ab, während Shouts, Screams und Growls auf klare Gesangslinien trafen. Ein eindrucksvoller Auftritt, der Lust auf mehr machte und zum Glück war der Abend noch nicht vorbei.
Zum krönenden Abschluss standen Fit For A King auf dem Programm. Ein sichtlich hungriges Publikum erwartete ihren Auftritt. Ein kurzes gesprochenes Intro, begleitet von visuellen Einspielern auf zwei LED-Wänden unterhalb des Drumrisers, leiteten das Set ein. Die Tour trug den Namen ihres aktuellen Albums „Lonely God“, und mit dem Opener des Albums „Begin The Sacrifice“ eröffneten Fit For A King kraftvoll ihren Auftritt . Von Beginn an hatten sie den Saal fest im Griff. Besonders beeindruckend war Sänger Ryan Kirby, der mühelos zwischen ruhigen Clean-Parts und intensiven Growls wechselte und diese teilweise über mehrere Sekunden hinweg hielt. Auch wechselten sich Fit For A King in den Gesangsparts immer mal wieder ab. Ein weiterer Hingucker auf der Bühne waren immer wieder die Einlagen von Bassist Ryan „Tuck“ O’Leary. Drehung um Drehung mit seinem Bass, den er auch mal um den Hals schwang, sowie diverse Sprünge von den Egorisern.
Zwischen den zahlreichen Breakdowns und energiegeladenen Mosh- sowie Circlepit-Momenten gab es immer wieder ruhigere Augenblicke, etwa bei „Shelter“ oder „Between Us“, die für Gänsehaut und leuchtende Handylichter sorgten. Das Set orientierte sich zunächst stark am Album „Lonely God“ und wurde bis „Monolith“ in der ursprünglichen Reihenfolge gespielt. Danach folgten Ausflüge in frühere Werke, etwa mit „Backbreaker“. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, das Publikum war durchgehend in Bewegung und sang jede Zeile lautstark mit. Ich hatte Fit For A King bereits mehrmals live gesehen und jedes Mal war es aufs Neue ein Erlebnis. Und auch bei Fit For A King war die Freude auf und vor der Bühne merklich und übertrug sich gegenseitig. Nach dem Titelsong „Lonely God“ verliessen sie kurz die Bühne, kehrten jedoch schnell zurück. Mit einem weiteren Intro folgten „When Everything Means Nothing“ und als perfekter Abschluss „Witness The End“.
Ein Abend, der mühelos in Erinnerung blieb, geprägt von durchgehend intensiven und mitreissenden Performances aller vier Bands. Immer wieder schön, solche Momente und Line-ups erleben zu dürfen.














































