
Halle 622 – Zürich
Donnerstag, 20. November 2025
Text: Cyril Schicker
Wer sich Ice Nine Kills nennt, der hat alles richtig gemacht. Weshalb? Deshalb: Im Buch «Cat’s Cradle» von Kurt Vonnegut erschafft ein Mitentwickler der Atombombe und Nobelpreisträger für Physik für das Militär das sogenannte Eis Neun. Es ist eine alternative Struktur von Wasser, die bei Raumtemperatur fest ist und bei Kontakt mit normalem flüssigem Wasser als Impfkristall wirkt, wodurch sich dieses flüssige Wasser sofort in mehr Eis Neun verwandelt. Wenn man es in ein Schwimmbecken gibt, verwandelt sich das gesamte Wasser sofort. Wenn man es mit der Zunge berührt, wird man selbst zu Eis Neun.
Und genau so hören sich Ice Nine Kills an. Schönster Klargesang trifft auf brachialen Metalcore. Und auf der Bühne berserkern Ice Nine Kills mit Kettensägen, lassen das verfilmte Skandal-Buch «American Psycho» und den «Es»-Clown von der Leine, besingen psychopathisch den Horror-Klassiker «Psycho» – und nichts wirkt plump.
Ice Nine Kills schaffen es sogar, von Disney verbannt zu werden: «Due to their ‚horrific and violent lyrics and imagery‘ they were banned from playing any venues that Disney owns.» Eine Metalcore-Band, die vom Milliarden schweren Koloss geächtet wird? Disney-Feind zu sein, musst du zuerst mal schaffen. Und wer «American Psycho» gelesen hat, der weiss: Wer ein solches Buch schreibt, ist … (bitte eure Antwort selbst einsetzen).
Mein Fazit: Lest «American Psycho», hört Ice Nine Kills und nach über 15 Jahren ARTNOIR ist das mein erster Konzertbericht, der nicht ganz so viel über das Konzert sagt und dafür umso mehr zu Ice Nine Kills.
Disney’s Schuld.

