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Weak Tyrant – Island

29/01/26
von David Spring

WeakTyrant-Island

Eigenveröffentlichung / VÖ: 12. Dezember 2025 / Punk
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Text: David Spring

Wer erinnert sich noch an die Pandemie? Waren das nicht gemütliche Zeiten, als alle Menschen wenigstens noch aus demselben Grund bescheuert waren? Nun, in so einem globalen Ausnahmezustand eine neue Band zu gründen, ist auch für die gestandensten Szene-Veteranen nicht ganz ohne und so überrascht es wenig, dass es nach einer eingängigen ersten EP nun doch ein Weilchen dauerte, bis uns Weak Tyrant mit einem neuen musikalischen Leckerbissen beehren. Doch das Warten hat sich gelohnt.

Die Band aus Bern besteht aus allerlei bekannten Gesichtern und macht wundervoll melancholischen Emo-Punk der ruhigeren Sorte. Schmerzvolles Geschrei und brachialen Lärm suchst du hier vergebens; vielmehr zeichnet sich der Sound der fünfköpfigen Truppe durch mächtige Akkorde, clevere Harmonien und durchdachte, lebendige Kompositionen aus. Der titelgebende Opener beginnt mit einem eingängigen Riff und treibendem Beat, bevor dich die Stimme von Sänger Flo freundlich lächelnd bei der Hand nimmt. Es ist dann auch genau diese Stimme, die so viel zum Charakter von Weak Tyrant beiträgt. Der Gesang verleiht den Songs die nötige Portion Gefühl und Melancholie und du fühlst dich dabei immer etwas unruhig, aber dennoch sicher und geborgen. Die Qualität liegt dabei weniger in irgendwelchen bisher nie gehörten Höhen und Tiefen, sondern vielmehr in der geschichtenerzählerischen Art, der man einfach gerne zuhört.

Genau von dieser Qualität bietet das folgende «Creek» gleich noch mehr. Der düster-melancholische Track malt spannende Bilder und wartet mit vielen kleinen musikalischen Details auf, die jedes erneute Hören noch spannender machen. Auch «Stuck» – dank mächtiger Gitarren und einem unaufhaltsam treibenden Beat mein heimlicher Favorit im Bunde – zeigt, wie tight und abwechslungsreich das Songwriting von Weak Tyrant ist. Mit glorreich saftigem Gitarrensound sowie einem knurrend schönen Bass macht das tierisch Bock auf mehr, sodass du nach dem abschliessenden «Earth» gleich wieder von vorne loslegen willst. Mit dem vorzüglichen Weltschmerz-Text und der sich für Emotionen und Kreativität viel Zeit nehmenden Spielzeit von fast sechs Minuten rundet das Stück diese EP hervorragend ab. Sogar ein klitzekleines Gitarrensolo liefern uns die talentierten Musiker und viel zu bald ist diese wundervolle Reise schon wieder vorbei.

«Island» ist eine dieser EPs, die am Anfang etwas Zeit brauchen, um sich voll zu entfalten, dann aber umso mehr Freude bereiten. Für Liebhaber:innen von Musik, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt, die unser Herz berührt und die simpel wirkt und doch so unglaublich tief geht – genau für diese Menschen spielen Weak Tyrant. Es ist schön, dürfen wir diese Songs so geniessen. Gerade in diesen kalten, unsicheren Zeiten tut solche Musik gut. Damit bleibt nun nur zu hoffen, dass der nächsten Veröffentlichung nicht wieder so eine doofe Pandemie in die Quere kommt.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: David Spring, Island, musiCH, Punk, Weak Tyrant

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