
BMG / VÖ: 31. Oktober 2025 / Punk
Motörhead
Text: Peter Burckhardt
Vielleicht klingt es auf den ersten Blick unglaubwürdig, aber nicht viele Bands haben einen derart grossen Einfluss auf die Entwicklung verschiedener Musikstile ausgeübt wie Motörhead. Bei ihren Konzerten mischten sich Jeansjacken mit Lederjacken, lange Mähnen und Iros zu einer friedlich feiernden Gemeinschaft. Das war nicht immer so: Es gab tatsächlich eine Zeit, in der sich Metalheads und Punks lieber prügelten, statt sich freundlich zu grüssen, und Bier eher geworfen als geteilt wurde. Motörhead und allen voran Lemmy Kilmister, respektierten sie aber alle. Dass die Band diesen Spagat geschafft hatte, trug entscheidend dazu bei, dass Motörhead Legendenstatus erlangten.
Zugegeben, ich war zunächst irritiert über die Album-Ankündigung mit dem Namen “Killed By Deaf (A Punk Tribute To Motörhead)”. Das nachträgliche Ausschlachten verstorbener Musiker wirkt oft lieblos oder rein kommerziell. Jedoch handelt es sich bei diesem Album nicht um die fünfhundertste Best-of-Scheibe und auch nicht um angeblich verschollene Songs, welche die verstorbenen Künstler ja nicht grundlos nie veröffentlichen wollten. “Killed By Deaf” ist vielmehr eine Sammlung von Coverversionen, die zeigen soll, wie viel Punkrock in Motörhead steckt. Einzige Ausnahme ist der letzte Track “Neat Neat Neat“, den Lemmy 2002 gemeinsam mit seinen Freunden von The Damned aufgenommen hat. Als Gesamtwerk ist das Album etwas Besonderes, macht richtig Spass und hat deshalb meiner Ansicht nach auch seine Berechtigung.
Vertreten sind viele Punkrock-Grössen wie Pennywise (“Ace Of Spades”), Rancid (“Sex & Death”) oder Lagwagon (“Rock ‚N‘ Roll”). Dazu gesellt sich die junge, hungrige Band Slaughterhouse die mit ihrer frischen Version von “Love Me Like A Reptile” zu überzeugen weiss. Damit du weisst, ob deine Lieblingsband mit von der Partie ist, findest du unten die komplette Tracklist.
Motörhead-Platten versetzen mich immer in eine Art Rauschzustand und obwohl “Killed By Deaf” mit einer bunten Mischung verschiedener Bands aufwartet, transportiert es genau dieses typische Motörhead Gefühl. Alte Hasen des Punkrock zollen Lemmy und Motörhead ihren Respekt und sorgen dafür, dass die Legenden weiterleben. “Killed By Deaf (A Punk Tribute To Motörhead)” ist ein wirklich grossartiges Album, nicht nur für Punks und nicht nur für Motörhead Fans, sondern für alle, die ehrliche, laute Musik lieben.
Tracklist “Killed By Deaf (A Punk Tribute To Motörhead)”
- Pennywise – Ace Of Spades
- Rancid – Sex & Death
- The Bronx – Over The Top
- Lagwagon – Rock ‚N‘ Roll
- FEAR – The Chase Is Better Than The Catch
- GBH – Bomber
- Murphy’s Law – Stay Clean
- Slaughterhouse – Love Me Like A Reptile
- The Casualties – The Hammer
- Anti-Nowhere League – Born To Raise Hell
- Love Canal – Voices In The Sky
- Soldiers Of Destruction – Overkill
- Wisdom In Chains – Iron Fist
- Motörhead & The Damned – Neat Neat Neat
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