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The Dead End Kids – The Power Of Now

25/09/25
von David Spring

TheDeadEndKids-ThePowerOfNow

RilRec / VÖ: 26. September 2025 / Punk, Metal
thedeadendkids-glitzerpower.de

Text: David Spring

Tom Cruise kann sich warm anziehen, die Sippschaft des Sun Myung Moons wirkt nur noch wie ein Kindergeburtstag und Erika Hedwig Gessler würde sich in ihrem Grab hinter dem Mond umdrehen, denn es scheint ein neuer Stern am Firmament der fanatischen Glaubenskonzepte: «The Power Of Now»! Willst du wahre Glückseligkeit und eine wuchtige Portion Glitzerpowerpunkrock? Dann heisst es einatmen, ausatmen, einatmen, ausrasten! The Dead End Kids sind zurück!

«The Power Of Now» ist das vierte Album des umtriebigen Trio Infernale und ei der Daus, wie geht das denn ab? Das eröffnende Mission Statement «Church Of Glitzerpower» stellt klar, dass ein neues Zeitalter angebrochen ist: fertig mit unbeschwerter Heiterkeit, denn Charlie, Caro und Fatima sind hier, um alles abzureissen. «Millennial Crisis» tut gleich genau dies und zeigt, dass The Dead End Kids weder das mit den spitzzüngig-sarkastischen Texten noch das gnadenlose Abrocken verlernt haben. Ich weiss nicht, was besser ist: der fantastische Refrain, für den Judas Priest sich in den Hintern beissen würden, oder die Textzeile «Was kommt als Nächstes? Mein eigenes Café? Oder buche ich ein Retreat in der Fickt-Euch-Allee?». Einfach glorreich!

Mit «Angriff der Yogi-Ritter» geht es tiefer in die Abgründe der Glitzerpower-Sekte. Ist das Power-Pop oder doch vielleicht einfach der Versuch eines Metal-Songs in Dur? Der hanebüchene Text und Chewbaccas Stelldichein machen den Track auf jeden Fall umgehend zu einem Klassiker. Mit der Single «So viel Frust» oder der brachialen Gentrifizierungs-Hymne «Abriss» wird es wieder punkiger, während das amüsante «Z-Promis» oder das bitterböse «Friede, Freude, Eierkuchen» zeigen, wie gut die Band kreative Ideen zu richtig guten Songs verwertet. Dabei fällt neben den hervorragenden Texte auch auf, dass Sound und Stil der Platte homogener wirken als früher. Die Kids haben ihren Sound gefunden und perfektioniert. Wo vorher noch viele grosse Ideen gegeneinander antraten und ein explosives, unberechenbares Feuerwerk entfachten, klingt auf «The Power Of Now» jeder Song hundert Prozent nach The Dead End Kids, ohne je an Abwechslung und Dringlichkeit zu verlieren.

Zu verdanken ist dies auch der wuchtigen Produktion, für die sich niemand Geringeres als Thies Neu und Rodrigo Gonzalez verantwortlich zeigen, sowie Andi Jung, welcher das Mastering übernahm. Diese Koryphäen der deutschen Musikwelt haben ganze Arbeit geleistet, denn die Platte klingt verdammt geil. Doch natürlich sind es letztendlich die Songs, die überzeugen. Selbst wenn sich mal an eine Beinahe-Ballade wie «Wieder» gewagt wird, überzeugt das genauso, wie wenn in «GV» – einem Track über S&M-Vorlieben! – auf einmal eine muntere Bläser-Fraktion auftaucht. Und dann ist da natürlich noch «Lichtfresser», auf welchem Gitarrist Charlie zum allerersten Mal den Lead-Gesang übernimmt. Einfach unverschämt, was hier an Qualität und Abwechslung abgeliefert wird!

Die Weichen waren bereits auf dem grossartigen Vorgänger «Heiss und dreckig» gelegt: An The Dead End Kids soll, kann und wird fortan kein Weg mehr vorbeiführen. Mit diesem Album haben die Drei ihre Mitte gefunden, sind geerdet, frisch gebadet, neugeboren und genau da angekommen, wo sie sein müssen. Die 14 fantastischen Songs, die gewaltige Produktion, der unaufhaltsame Drive, die charmante Mischung aus harter Gesellschaftskritik und nachfühlbaren Alltagsgeschichten, die unbändige Glitzerpower: All das macht «The Power Of Now» zur bisher besten Platte von The Dead End Kids und definitiv zu einem Anwärter für das Album des Jahres. Halleluja!

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: David Spring, Metal, Punk, The Dead End Kids, The Power Of Now

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