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Red Mess – Hi-Tech Starvation

30/08/25
von David Spring

RedMess-HiTechStarvation

Noisolution Records / VÖ: 1. August 2025 / Stoner Rock, Grunge
redmess.com.br

Text: David Spring

Brasilien und Rock-Musik. Da fallen dir wahrscheinlich zuerst Sepultura und die Gebrüder Cavalera ein, vielleicht noch Nervosa oder Krisiun. Nun denn, Ohren auf für etwas Neues, denn Red Mess verdienen es, gehört zu werden. Die in Londrina im Süden Brasiliens gegründete Band ist zwar schon seit 2014 unterwegs, aber erst seit 2022 so richtig in unseren Breitengraden angekommen. Da nämlich wagten die drei einen überraschenden Schritt und zogen kurzerhand nach Berlin, um Europa zu erobern.

Red Mess sind fest im Stoner Rock zu Hause und reichern ihre staubigen, beinharten Riffs mit etwas Psychedelica und viel 90s-Grunge an. Ihr neustes Werk «Hi-Tech Starvation» stellt zwar eine Weiterentwicklung und Vervollständigung ihres Sounds dar, wirkt aber gleichzeitig wie ein Neuanfang, fast wie ein zweites Debüt. Was beim brachialen Opener «Huntress» sofort auffällt, ist die markante Stimme von Sänger/Bassist Lucas Klepa. Er hat die perfekte Stoner-Rock-Stimme: rau und kantig, immer leicht abgedriftet und gequält, dabei eindringlich und unvergesslich. Der erste Track zieht unentwegt nach vorne und haut uns moderne, fuzzige Riffs um die Ohren, die Klepas Stimme perfekt tragen. Dazu ein paar wohlplatzierte Chöre und ein feines Gespür für eingängige, beinahe poppige Melodien – fertig ist der Hit.

Auf diesem Niveau machen Red Mess gleich mit «Inexistent Color» weiter. Im Midtempo gehalten, steigert sich die Intensität über fast geflüsterte Strophen, bis alles in einer glorreichen Grunge-Explosion kulminiert, die dich garantiert ausrasten lässt. Der Song ist bedrohlich und dynamisch, lässt kaum Luft holen und macht enorm Lust auf mehr. Das Highlight folgt mit «Ransomware». Hier ziehen die Jungs das Tempo an und hinterlassen mit vertracktem Drumbeat, rumpelndem Bass und verspielten Gitarrenlicks nichts als verbrannte Erde. Dazu immer wieder Klepas einzigartige Stimme, die locker mit den besten Wüstenrockern mithalten kann.

Red Mess haben nicht vor, deine Zeit zu verschwenden. Mit nur sieben Songs und knapp 30 Minuten Spielzeit vergeht die Fahrt im Nu, ohne dass Langeweile aufkommt. «Intravenous» groovt mit fast progressiver Lässigkeit, und das vernichtende Instrumental «Xenon», bei dem der knirschende Bass mit unendlich Pferdestärken nach vorne zieht, zeigt, dass sich die Band keineswegs nur auf die Stimme ihres Frontmanns verlässt. Bei so viel Abwechslung und brachialer Effizienz wundert es nicht, dass sich Red Mess beim schicken Label Noisolution in ihrer neuen Heimat Berlin bestens aufgehoben fühlen, denn ins Vorzeige-Roster der Kreuzberger Hit-Factory passen die drei wie die Faust aufs Auge.

«Kind Villain» drückt nochmals ordentlich ab und zeigt, wie gut Red Mess sind, wenn sie einfach kompromisslos rocken. Das Schlusslicht bildet das exquisite «Uncanny Valley», das erneut den perfekten Mix aus harten Riffs und hypnotischer Monotonie liefert und dir ein letztes Mal den Nacken strapaziert. Was für eine Freude. «Hi-Tech Starvation» bietet alles, was ein gutes Stoner-Grunge-Album braucht. Da ist nichts zu viel, kein Firlefanz, sondern einfach nur eine halbe Stunde geiler, purer Rock. Muito bem, meus amigos!

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: David Spring, Grunge, Hi-Tech Starvation, Red Mess, Rock, Stoner Rock

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