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Lola Boum – Hurrah!

25/11/25
von David Spring

LolaBoum-Hurrah

Lauter Kollektiv / VÖ: 21. November 2025 / Punk
lolaboum.com

Text: David Spring

Es ist immer ein schöner Tag, wenn die vorzüglichen Lola Boum neue Musik am Start haben. Noch schöner ist die Tatsache, dass das einzigartige Trio aus Zürich so umtriebig wie kaum eine andere Band ist. Nach zwei Alben in ebenso vielen Jahren schmettern sie uns nun bereits eine neue EP mit drei Songs um die Ohren, die es in sich haben. Happy days!

Lola Boum, für die Uneingeweihten, sind eine Punkband, die schon immer gerne die Grenzen davon auslotete, was die Szene-Polizei als Punk betitelt sehen will. Meist ruhiger, melodiöser und experimenteller als die üblichen Zeitgenossen, überzeugen ihre Songs vor allem dank Einzigartigkeit, Ehrlichkeit und natürlich der unvergleichlichen Stimme von Sängerin/Gitarristin Nurit Hirschfeld. Auf «Hurrah!» werden nun merklich härtere Klänge angeschlagen. Der Opener «Truth» fällt ungestüm mit laut verzerrten Gitarren und einem herrlich knarrigen Bass zur Tür herein. Mit tollen Call-and-Response-Chören und einem Mix, der diesem sexy Bass viel Priorität einräumt, macht der Song gleich ungemein Spass. Härter, roher und ungehobelter als man es vom Trio sonst kennt, aber trotzdem unverkennbar, sofort einer der besten Songs aus dem Hause Lola Boum.

Mit «Numb» schliesst sich der Bogen zum bekannten Sound der Band ein wenig, wobei auch hier ein erstaunlich düsterer Refrain auf die vibrierende, einzigartige Stimme Nurits in den Strophen trifft. Wenn sie gegen Ende die Zeilen «I don’t want to feel anything, I’m in pain» wiederholt herausschreit, spürt man eine Zerbrechlichkeit und emotionale Ehrlichkeit, wie es nicht vielen Musiker:innen gelingt. Der abschliessende Titeltrack vereint Neu und Alt perfekt. Die sympathische Pop-Melodie, der stoische Beat und der sich fast überschlagende Sprechgesang erinnern an frühere Perlen wie «Hey Bastard» oder «Kinky», doch vor allem der direkt aus dem Herz stammende Text und die überraschend vielen Flüche zeigen, dass in der sich ständig wandelnden Welt von Lola Boum auch nicht alles rosig ist.

So ist es dann auch die letzte Botschaft, die besonders nahe geht. Wenn Nurit nämlich zum Schluss des Songs deklariert: «Now I’m brave enough! Hurrah hurrah, fuck off!», kommst du nicht umhin, zu schmunzeln. Schön, haben Lola Boum den Kampf gegen all die Ungerechtigkeiten unserer bekloppten, patriarchalen Gesellschaft noch lange nicht aufgegeben und bereiten uns weiterhin Mut und Freude mit ihrer einzigartigen Musik. Die härtere, ruppigere Gangart dieser EP steht dem Trio ausserdem vorzüglich zu Gesicht. Dass es nach wie vor unendlich viel zu entdecken und bestaunen gibt, versteht sich eigentlich von selbst. Es ist halt wirklich einfach immer wieder ein schöner Tag, wenn es etwas Neues der wundervollen Lola Boum gibt.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: David Spring, Hurrah, Lola Boum, musiCH, Punk

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