ARTNOIR
  • Berichte
    • Konzertberichte
    • Fotoreportagen
    • Interviews
    • Weitere Berichte
    • Bild-Archiv
  • Rezensionen
    • Musik
    • Alles andere
  • Backstage
    • Kontakt
    • Team
    • Join Us
    • Support Us
  • Kalender
  • Playlisten

Erection – Plug It In

09/05/26
von David Spring

Erection-PlugItIn

Merchcowboy Records / VÖ: 8. Mai 2026 / Punk, Rock
erection.band

Text: David Spring

Alle, die hier zu Lande ein Faible für gute Punkmusik haben, werden hoffentlich vor knapp zwei Jahren die spannende Doku-Miniserie «Millennial Punk» gesehen haben. Neben ganz vielen bekannten Gesichtern kam darin auch immer wieder die überaus sympathische Band Erection zu Wort, die ich bisher trotz des ansprechenden Namens noch nicht auf dem Schirm hatte. Man lernt bekanntlich nie aus, passend also, steht uns mit «Plug It In» heute ein neues Album ins Haus. Und es lohnt sich definitiv, da mal reinzuhören!

Erection liefern uns eine geballte Ladung Punk’n’Roll mit viel Gefühl und Attitüde. Frontfrau Julia führt die Band aus Regensburg mit ordentlich Charisma durch die Songs, wie schon der coole, titelgebende Opener verspricht. Eingängig und treibend zieht der Track nach vorne, bevor das wütende «Hello Julia» klar macht, dass hier sehr wohl eine Punkband am Werk ist. Immer wieder zeigt sich, wie gut poppige Melodien und rotzige Energie Hand in Hand gehen. «Toys» etwa hat einen der stärksten und eingängigsten Refrains der Platte, mit Gitarren, die an die schönsten Aggropop-Tage erinnern, während die Strophen ordentlich in die patriarchal geschädigten Magengruben unserer Gesellschaft treten. Noch mehr tut das das ultimativ angepisste «I Hate To», welches Julia in ihrer beissendsten und ruppigsten Tonlage zeigt.

Gelegentlich werden aber auch nachdenklichere Töne angeschlagen. Einer der drei deutschsprachigen Songs der Platte, «Kasse», liebäugelt mit der Wucht des Post-Hardcores und liefert einen der stärksten Texte über Existenzangst und finanzielle Not. Hier zeigen Erection eindrucksvoll, was für gewiefte Beobachter:innen ihrer Zeit sie sind. Die Zeilen sprechen all jenen Menschen bitter aus dem Herzen, die jeden Monat aufs Neue nicht wissen, ob noch genügend für die Butter aufs Brot übrig bleibt. Ähnlich intim und rau ist das heimliche Highlight des Albums, «I Don’t Wanna Die». Einsamkeit, Überforderung und der Wunsch nach Nähe werden hier schonungslos offen angesprochen, ohne dass die Band je in platte Dramatik abrutscht. Was für ein glorreiches Lied. Wichtig, ehrlich und genau das, was man sich von einer modernen Band heute erhofft.

Es ist leicht zu erkennen, weshalb «Plug It In» so gut funktioniert. Die Abwechslung zwischen den insgesamt 14 Songs ist beeindruckend, trotzdem klingt alles wie aus einem Guss. Die Produktion ist modern und knackig, die Gitarren mächtig, die Stimme einzigartig und weit vorne im Mix. Beeindruckend ist auch, wie gut man sich Erection sowohl in einem schwitzigen DIY-Club auf einer winzigen Bühne als auch auf einer riesigen Stadionbühne vorstellen kann. Manch böse Zunge mag behaupten, dass dies mitunter dem Herrn am Schlagzeug zu verdanken ist, einem gewissen Vom Ritchie, der gelegentlich auch bei dieser einen nicht ganz unbekannten Band mit den toten Kleidungsstücken trommelt. Ich glaube aber eher, dass dies einfach dem hervorragenden Songwriting der Band geschuldet ist. Der punkige DIY-Spirit ist überall spürbar, aber ein geiler Refrain bleibt halt ein geiler Refrain und verdient manchmal eben auch eine grosse Bühne.

Erection haben hier ein exzellentes Werk geschaffen, mit Ecken und Kanten, vor allem aber voller Herz und guter Laune, ohne je kitschig oder realitätsfremd zu wirken. In einer Zeit, in der nichts mehr echt und nichts mehr wahr zu sein scheint, tut es gut, ein derart stimmiges Gesamtbild in den Händen zu halten. Dass man auch in diesen düsteren Zeiten ab und zu grinsen und eine gute Zeit haben darf, zeigt schliesslich schon das knallige Albumcover. Erection bringen alles mit, was guter Punk heute braucht, von geilen Songs über rebellische Attitüde bis hin .

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: David Spring, Erection, Plug It In, Punk, Rock

Veranstaltungen

  • 14.05.26
    Glen Hansard
    Volkshaus, Zürich
  • 14.05.26
    BRUIT ≤
    Bad Bonn, Düdingen
  • 15.05.26
    Post-Punk & Wine
    Château de Chillon, Veytaux
  • 16.05.26
    Heavysaurus
    Schützenhausplatz, Wohlen
  • 16.05.26
    Post-Punk & Wine
    Château de Chillon, Veytaux

  • Impressum
  • Newsletter
   

Copyright © 2026 ARTNOIR | Code by momou!