
Nuclear Blast Records / VÖ: 28. November 2025 / Folk Metal
equilibrium-metal.net
Text: Cyril Schicker
Das erste Mal mit Equilibrium in Berührung gekommen bin ich über deren Song „Heimat“. Für das zweite Stelldichein war „Wirtshaus Gaudi“ besorgt. Beide Lieder zogen mich in den Bann und führten die deutschen Folk Metaller an meinen eigenen Klangkosmos heran.
Nach 2019 bringen Equilibrium nun das langersehnte neuste Studioalbum heraus. Doch kann „Equinox“ überzeugen und die jahrelange Wartezeit wettmachen?
Ja – sofern dir auch „Electric Callboy“ gefallen. Equilibrium hören sich zuweilen an wie Spassbarden – oder besser gesagt tönt „Equinox“, als müssten mystische Folk-Elemente unbedingt disco- oder gar stadiontauglich gemacht werden. Diese Schlagseite dünkt mich eher semi, obschon Equilibrium mit „Equinox“ durchaus auch Gutes geschaffen haben.
Der Song „One Hundred Hands“ zum Beispiel, er versprüht eine Prise Metalcore und wird vom eigenen Sprechgesang gehetzt. Insgesamt ist die stilistische Schere ist weit offen. Über „100 Hände“ hinaus hörst du das eher hypnotisch wirkende „Earth Tongue“, „Legends“ hat etwas Treibendes, „Archivist“ ist sphärisch oder doch irgendwie sountrack-ish (Avatar?). „Anderswelt“ überzeugt dann, wenn du dir diese eine Kirmes-Melodie wegdenkst. Auf „Nexus“ passiert innert knapp 4 Minuten auch sehr viel, das Lied gehört sicherlich zu den besseren.
Ich bin überzeugt, Equilibrium gewinnen mit ihrem neuesten Studioalbum neue Fans dazu – die kommerzielle Tendenz ist ja auch nichts Schlechtes. Monetärer Erfolg sei ihnen gegönnt. Ich freue mich derweil, wenn sich Equilibrium wieder zurück in – für mich – bekanntes Fahrwasser „gutturalen“ und Klargesänge sowie Zuckersüssmelodien andern überlassen.
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