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Bloodywood – Rakshak

28/02/22
von David Spring

Eigenveröffentlichung / VÖ: 18. Februar 2022 / Folk Metal, Nu Metal
bloodywood.net

Text: David Spring

Viel zu selten schwappt heavy Musik von ausserhalb Europa oder den USA zu uns rüber. Dabei gibt es nichts faszinierenderes, als Musiker:innen, die fremde Instrumente und Klänge mit fetten Gitarren und harten Riffs verbinden. Im Falle von Bloodywood aus Neu-Delhi funktioniert diese Kombination zerstörerisch gut. Die Band startete ihre Karriere als Internetsensation, die Pop-Coverversionen spielte. Ihr explosiver Mix aus groovigem Metal und traditionell indischen Instrumenten kam unglaublich gut an, mit „Rakshak“ folgt endlich das erste eigene Album.

Der Opener „Gaddaar“ geht voll auf die Zwölf. Ein kurzes EDM-Intro, ein ultra-groovendes Riff und dann setzt die Sitar ein. Man kommt nicht umhin, beim ersten Mal etwas zu schmunzeln, weil uns die Klänge sehr an Bollywood erinnern. Der Song haut so heftig rein, dass man schnell merkt, dass es kein Gimmick ist. Bloodywood bauen die traditionellen Elemente effizient ein. Die gerappten Strophen in Hindi tun ihr Übriges, das ist schlicht fetter, moderner Metal Made in India.

Der zweite Track „Aaj“ vermischt Bansuri-Klänge mit Deathcore-Geknüppel, elektronischen Grooves und die mitunter härtesten Riffs, die ich seit langem gehört habe. Was auf dem Papier fast zu sehr nach musikalischem Potpurri klingt, funktioniert in Wahrheit unerhört gut. „Zanjeero Se“ ist ruhiger und atmosphärischer, hier klingen vor allem grosse Linkin Park-Einflüsse mit. „Machi Bhasad“ beweist, dass Bloodywood neben der fantastischen Musik auch richtig starke Lyrics in Petto haben. Mehr als alles andere bemerkt man, dass wir Menschen überall auf der Welt dieselben Sorgen und Wünsche haben, den Schrei nach Freiheit, Selbstverwirklichung und der Kampf gegen unterdrückende Regimes sind global gültige Themen.

Bloodywood machen alles richtig. Und das, obwohl man viele Passagen auf „Rakshak“ eigentlich dem NuMetal-Genre zuschreiben kann. Die häufigen Rap-Parts fallen auf Hindi und Punjabi nicht negativ auf, sie passen richtig gut in die abwechslungsreichen Songs. Ich kann das Album allen wärmstens ans Herz legen. Bloodywood machen nicht nur enorm Spass, sie regen zum Überdenken vieler vorgefertigter Meinungen an. Ich bin überzeugt, dass wir noch vieles von dieser durchgeknallten Truppe erwarten können.


Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Bloodywood, David Spring, Folk, Heavy Metal, Metal, Nu Metal, Rakshak

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