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The Undertones im Backstage München

22/05/26
von Roger Strebel

The Undertones

The Undertones + Zoo Escape

Backstage – München
Dienstag, 19. Mai 2026

Text: Roger Strebel

Auf meiner Suche nach neuen Bands und neuer Musik kommt es an Konzerten dann und wann vor, dass mir die Rolle des Methusalems zukommt. Bei meinem Abstecher nach München zu The Undertones war dies weder zu erwarten noch tatsächlich der Fall; beinahe hätte ich (sogar) geschrieben: ganz im Gegenteil. Bei einer Band, die Mitte der 1970er Jahre gegründet wurde (je nach Quelle 1974, -75 oder -76) und aktuell auf 50th Anniversary Tour ist, kommt sowas aber auch nicht überraschend. Zudem bestehen The Undertones nicht aus einem einzigen Gründungsmitglied, das sich mit anderen (jungen) Musikern zusammengetan hat; und hier schreibe ich mit ganzem Vorsatz: ganz im Gegenteil. Denn abgesehen von Feargal Sharkey (Gesang), der die Band 1983 verliess (was einen 15-jährigen Unterbruch bei The Undertones bewirkte), um eine Solokarriere zu starten (die eine oder der andere kennt vielleicht: «A Good Heart»), sind mit Michael Bradley (Bass), Billy Doherty (Schlagzeug) und John O’Neill (Gitarre) gleich drei Gründungsmitglieder am Start. Da Damian O’Neill (Gitarre) 1976 zur Band stiess, um Vincent O’Neill an der Gitarre zu ersetzen, kann eigentlich von vier Gründungsmitgliedern gesprochen werden. Somit verbleibt Paul McLoone (Gesang) als einziger, der (erst) auf die zweite Karriere zur Band stiess. Mit seinen 59 Jahren ist McLonne aber auch kein Jungspund mehr. Und so waren da doch ziemlich viele Alte im Publikum, um ebensolchen auf der Bühne zuzuhören und zuzuschauen.

The Undertones

Wer nun aber meint, ich sei auf einem Unterhaltungsabend der Münchner Geriatrie gewesen, der irrt gewaltig! Genauso falsch ist es zu glauben, ein Konzert müsse zwingend und immer zur Viertel- oder gar zur halben Stunde beginnen. Wenn man The Undertones heisst, kann man ganz easy auch um kurz nach neun Uhr starten und in der Folge locker ein Set von 30 Songs spielen, um nach einer Kunstpause noch weitere vier Lieder dazuzugeben. Und das alles und wie Michael Bradley nicht ohne einen gewissen Stolz erwähnte, in fortgeschrittenem Alter. Zugegeben, die Songs waren resp. sind relativ kurz. Bei Punk mit einer gehörigen Portion Glamrock ist das aber auch nicht anders zu erwarten. Ganz und gar keine Punk- und schon gar nicht Glamrock-Attitüde legten The Undertones hingegen bei ihrem Auftreten an den Tag. Da war kein den sechsten Frühling zelebrierendes Herumblödeln auf der Bühne, sondern eine Band, die ihr Handwerk versteht und beherrscht. Zeugnis davon legte sie mit dem Opener «Jimmy Jimmy», einem ihrer Hits, den die Band 1979 veröffentlichte, ab. Überhaupt darf das Jahr 1979 als das wohl erfolgreichste der Bandgeschichte bezeichnet werden, veröffentlichten The Undertones damals u.a. doch «Get Over You», «You’ve Got My Number» oder «Wednesday Week», die allesamt die Halle des Backstage in München fluteten. Und natürlich durfte «Teenage Kicks», der allererste Song, den die Band je veröffentlichte, nicht fehlen. Dieser würde, wie Michael Bradley meinte, bei günstigem Wind auch heute noch ganz gut tönen. Nun, er sollte recht behalten. Auch wenn die Band den Abend mit «My Perfect Cousin» aus dem Jahr 1980 und somit einem weiteren Song aus der ersten Phase der Band beendete, dürfen die späteren Werke nicht unerwähnt bleiben. Stellvertretend dafür standen u.a. «Thrill Me» (2003) oder «Dig Yourself Deep» (2007).

The Undertones

Den Auftakt in den Abend machten vier dem Zoo entflohene Münchner mit ihrem Glampunk/Powerpop. Zoo Escape rund um Sänger und Gitarrist Marc Villon haben seit der Band-Gründung 2009 im vergangen Jahr ihr zweites, selbstbetiteltes Album herausgebracht. Das Coverartwork mit Sichel und Cüpliglas bietet zwar jede Menge Interpretationsspielraum. Politik spielte an diesem Abend aber für einmal und Gott sei Dank keine Rolle. Vielmehr warteten Zoo Escape mit «Vertigo feat. Los Fastidios» und somit einer Hommage an ihre Freunde aus Verona (IT), mit denen sie im kommenden Herbst u.a. auch im Sedel spielen werden, mit grosser Hingabe und sehr viel Spielfreude auf. Darin durfte auch eine Weltpremiere, wie Marc mit einem zwinkernden Auge meinte, nicht fehlen. «Sally», so der vorläufige Name des Tracks, wie mir die Jungs am Merchstand anvertrauten, hatte die Band erst tags zuvor finalisiert. So oder so: nach dem Auftritt von Zoo Escape waren das Backstage und mit ihm das zahlreich erschienene und gut gelaunte Publikum bestens vorbereitet auf das, was noch kommen sollte. Mit The Undertones kamen nicht nur allerbeste Laune, sondern u.a. auch das Versprechen «Here Comes The Summer». Und darauf freuen wir uns mutmasslich doch alle.

Zoo Escape

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Backstage, Glam Rock, München, Punk, Roger Strebel, The Undertones, Zoo Escape

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