
Volkshaus – Zürich
Dienstag, 24. Februar 2026
Text: Melissa Mangold / Bilder: Juwal Penner
Die zwei Gitarrenlegenden Adrian Smith und Richie Kotzen, bekannt aus Iron Maiden und Mr. Big/The Winery Dogs, vereinen sich zum Power-Duo Smith/Kotzen und liessen letzten Dienstag bluesige Riffs durch die Wände des Volkshaus schallen. Doch bevor der Hauptact die Bühne rocken durfte, erwies der Solothurner Blues-Hexenmeister Philipp Geber, mit seiner Lärmkapelle Bluedög, der Bühne alle Ehre. Für Gerber war es ein emotionaler Moment als sein Bruder den Platz hinter den Drums einnahm. Die beiden Brüder standen seit 15 Jahren nicht mehr zusammen auf der Bühne.
Mit viel Charme animierte die Band den zu Beginn noch spärlich gefüllten Saal zum Mitsingen und sorgte dafür, dass auch die gemütlich hineinschlendernden Leuten relativ schnell ihren Platz einnehmen wollten, um Teil der groovigen Show zu sein. Dass Phillip Gerber den Blues-Rock nicht nur lebt, sondern vor allem auch fühlt, liess er sich gerne mit seinen Gitarrengesichtern anmerken, die er vor allem bei seinen langen Solos zeigte oder wenn seine kratzige Stimme durch die Ohren des Publikums zog. Allgemein zeigte die Band sehr grosse Spielfreude und sprach viel zum Publikum, die sich lauthals seinen Forderungen fügten. Sogar ein bekannter Special Guest wurde gegen Ende des Sets auf die Bühne geholt, den man sonst eigentlich nicht so aus dem Blues-Rock Genre kennt – Jonas Wolf von der Pagan-Metal Band Eluveitie. Für einmal von einer ganz anderen Seite von Jonas Wolf, legten die beiden ein paar tolle Impros hin. Ein cooler Start in den Konzertabend.
Nach einer kurzen Umbaupause liessen die nun viel knalliger gewählten Lichtfarben deutlich zeigen, wem eigentlich die volle Aufmerksamkeit an diesem Abend gehörte, nämlich den Gitarrenlegenden Adrian Smith und Richie Kotzen. Die Überschrift Smith/Kotzen und das Logo im Backdrop erleuchtete kräftig und in abwechselnden Farbkombinationen durch das ganze Konzert. Auch der Saal des Volkshaus war ziemlich gut, aber immer noch sehr angenehm gefüllt. Smith und Kotzen lieferten sich ein Duett der ganz grossen Klasse und schlugen sich gegenseitig die Riffs um die Ohren. Den Gesang mal ein- oder zweistimmig fügte dem Set noch eine kräftige Würze hinzu, denn auch hier hatten beides einiges zu liefern.
Griffsicher und in bester Laune spielten sie eineinhalb Stunden einen Mix aus Songs vom neuen Album „Black Light / White Noise“ und dem Vorgängeralbum. Auch die Livemusiker der Band, mit Julia Lage am Bass und Bruno Valerde hinter den Drums, die beide aus Brasilien stammen, zeigten grosse Spielfreude und viel Motivation an diesem Abend. Vor allem Julia Lage fiel während der ganzen Show auf, als sie durchgehend über die ganze Bühne wanderte, ihre Haare immer wieder wild umherschwang und einfach eine coole, lebendige Rockshow hinlegte. Ein richtiges Energiegespann zog sich durch das Set und war auch im Publikum förmlich spürbar. Vor allem wenn es textsicher bis in die letzte Reihe zu den Songs mitsang, was man vor allem bei den letzten Encore Songs „You Can’t Save Me“ von Richie Kotzen und „Wasted Years“ merkte, den Adrian Smith normalerweise auf grösseren Bühnen mit Iron Maiden spielt. Das Publikum blühte zum Schluss nochmals richtig auf – man könnte fast meinen, sie hätten vor allem auf die ikonischen Coversongs gewartet. Das Blues-Rock Powerduo verliess dankbar und unter tosendem Applaus die Bühne und beendeten einen groovigen Abend, der einfach gute Laune machte.






















































