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Poppy im Komplex 457

20/03/26
von Madeleine Fuhrer

Poppy im Komplex 457

Poppy + Ocean Grove + Fox Lake

Komplex 457 – Zürich
Dienstag, 17. März 2026

Text: Madeleine Fuhrer

Mit der US-Band Fox Lake aus Denver ging es direkt in die Vollen. Ohne lange Ansage betraten sie die Bühne und stiegen sofort in ihren druckvollen Sound ein. Die Message konnte klarer nicht sein, Fox Lake wollte keine Distanz zum Publikum, sondern Bewegung im Raum. Mit spürbarer Energie brachten sie ihre Mischung aus Hardcore, Rap und Metal unter die Leute. Die Songs lebten von schweren Riffs, tiefen Beats und einem aggressiven Flow im Gesang. Shouts wechselten sich immer wieder mit rhythmischen Passagen ab und hielten die Spannung konstant hoch. Der Sänger bewegte sich ununterbrochen an der Bühnenkante entlang und suchte gezielt den Kontakt zum Publikum. Heraus stach bei Fox Lake vor allem auch der Rap-Einfluss mit den gesprochenen Parts.

Vor der Bühne entstand schnell Bewegung. Erste Moshpits öffneten sich, die Fans reagierten sofort auf jede Ansage. Die Stimmung blieb durchgehend positiv und energiegeladen. Fox Lake spielten ihr Set ohne grosse Pausen durch. Gerade diese immer bleibende Intensität machte das Konzert dicht. Ein starker Opener, der von Anfang an die Vibes abholte, welche den Abend durch gefühlt auch blieben.

Die australische Metalband Ocean Grove aus Melbourne brachte eine etwas andere Energie auf die Bühne. Jedoch bei weitem nicht weniger intensiv wie das Set zuvor, aber stilistisch etwas anders. Dieser bewegte sich hier mehr zwischen modernem Metal und melodischen Elementen. Das Publikum reagierte auch hier schnell auf den Sound und die Band. Zwischen den Songs gab es kurze Ansagen, die locker und sympathisch wirkten. Zu einem Song wechselte der Sänger dann überraschend zur Gitarre und der Gitarrist übernahm den Gesangpart. Auch waren Ocean Grove nicht das erste mal live in der Schweiz, denn sie waren schon mit The Devil Wears Prada unterwegs. Am Ende blieb ein solider, begeisterter Eindruck. Ocean Grove hoben hier die Stimmung etwas an und intensivierten das Energielevel.

Poppy brachte einen Auftritt auf die Bühne, der vor allem musikalisch stark von Kontrasten lebte. Mit einem gesprochenen Intro eröffnete sie ihr Set. Inhaltlich ging es darum, dass man durch Türen trat, die sich nun geschlossen hatten, und sich damit in der Welt von Poppy befand und von hier auch nicht mehr zurück kam. Solche gesprochenen Übergänge tauchten im Verlauf des Konzerts immer wieder auf.

Poppy trug ein weisses Rüschenkleid, vorher kurz hinten lang, ihre langen, schwarzen Haare offen getragen. Ihre Bandkollgen waren eher in dunkler Kleidung unterwegs und trugen eine Maske. Der Einstieg erfolgte mit “Bruised Sky” aus ihrem im Januar erschienenen Album “Empty Hands”. Die Set-Liste war generell bunt gemischt aus den verschiedenen Veröffentlichungen von Poppy, von älter bis neu.

So vielseitig wie die Auswahl der Songs waren auch deren Strukturen. Poppige Passagen gingen fliessend in harte Breakdowns über, begleitet von schweren Gitarrenriffs und schnellen, druckvollen Beats. Diese Wechsel sorgten für eine durchgehende Spannung und führten das Publikum durch unterschiedliche Klangwelten. Auch stimmlich zeigte sich diese Bandbreite deutlich. Zerbrechliche, klare Parts standen brachialen gutturalen Ausbrüchen gegenüber.

Songs konnten innerhalb weniger Sekunden ihre Richtung wechseln. Eine ruhige Melodie führte plötzlich in einen aggressiven Break, bevor sich der Track wieder öffnete. Stilistisch bewegte sich Poppy konstant zwischen Pop und Metal hin und her. Gerade diese Vermischungen in allen Bereichen machte den Auftritt besonders interessant.

Poppy selbst blieb dabei eine kontrollierte Präsenz auf der Bühne und war zugleich fast durchgehend in Bewegung. Mal zurückhaltend und dezent, dann wieder deutlich energischer, inklusive Headbangen. Auch diese wechselnden Bewegungsakzente verstärkten die Wirkung der Musik zusätzlich.

Vor der Bühne entstand eine besondere Stimmung. Ein Teil des Publikums bewegte sich intensiv zu den härteren Songs, während andere eher beobachteten und den Moment aufnahmen. Es war weder ein klassisches Metal Publikum noch ein typisches Pop Konzert. Zwischen den Songs wandte sich Poppy immer wieder kurz an das Publikum. Mal direkt und energiegeladen, mal eher ruhig und fast scheu. Sie animierte zu Mosh- und Circlepits und nahm gegen Ende des Sets auch Geschenke entgegen, darunter zwei Bilder von Fans.

Visuell blieb die Show eher minimalistisch. Licht spielte eine zentrale Rolle. Starke Kontraste zwischen hell und dunkel unterstützten die Dynamik der Musik und erzeugten klare, eindrucksvolle Bilder auf der Bühne.

Der Auftritt zeigte, dass Poppy live nicht nur über einzelne Songs funktionierte, sondern vor allem über Atmosphäre und Spannung. Ein Konzert, das bewusst mit Kontrasten arbeitete und genau dadurch in Erinnerung blieb. Poppy faszinierte und überraschte zugleich, als Künstlerin wie auch musikalisch.

Poppy Setlist Komplex 457, Zurich, Switzerland 2026, Constantly Nowhere
Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Alternative Rock, Fox Lake, Komplex 457, Madeleine Fuhrer, Metal, Metalcore, Ocean Grove, Poppy, Zürich

Veranstaltungen

  • 01.04.26
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  • 02.04.26
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