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Paleface Swiss – Willkommen zurück zu Hause

11/02/26
von Madeleine Fuhrer

Paleface

Paleface Swiss + Stick To Your Guns + Static Dress

Halle 622 – Zürich
Samstag, 7. Februar 2026

Text: Madeleine Fuhrer

Heute Abend versprach etwas Besonderes zu werden, nicht nur dank des heutigen Line-ups in der Halle 622, sondern auch, weil es Tourabschluss und Heimspiel für die Schweizer Deathcore-Band Paleface Swiss war. Was könnte man sich mehr wünschen als ein fulminantes Ende vor dem grössten Publikum überhaupt – zumindest hierzulande. Doch fangen wir von vorne an…

Static Dress eröffneten den Abend und setzten früh ein erstes Zeichen dafür, wie energiereich dieser Abend noch werden sollte. Die Band aus Leeds brachte ihren aufgeladenen Post-Hardcore mit viel Spielfreude auf die Bühne. Der Sound war dicht und wirkte stellenweise etwas chaotisch, was wohl vor allem dem nicht wirklich optimalen Sounds in dieser Venue zuzuschreiben war, was leider meinen bereits im Vorfeld vorhandenen Befürchtungen diesbezüglich bestätigte. Die Melodien von Gitarren und Gesang gingen teilweise im druckvollen Lead von Bass und Schlagzeug unter.

Bei Static Dress stand vor allem Sänger Olli Appleyard im Vordergrund. Mit intensiver Körpersprache transportierte er die Songs mit grosser Lebendigkeit. Seine Stimme wechselte mühelos zwischen eingängigen Melodien und aggressiven Ausbrüchen. Die Band spielte ein konzentriertes Set ohne grosse Pausen. Static Dress schafften es, die Halle auf Betriebstemperatur zu bringen, ohne auf grosse Gesten angewiesen zu sein. Schade, dass der Ausdruck ihrer Musik durch die Soundqualität etwas an Farbe verlor – dennoch ein guter Grund und eine Motivation, sich die Band bei einer weiteren Gelegenheit nochmals anzusehen. Denn was sie machen, machen sie gut.

Stick To Your Guns übernahmen danach und sorgten für einen deutlichen Stimmungswechsel sowie einen fühlbaren Extra-Schub Energie im Raum. Die Kalifornier betraten die Bühne selbstbewusst und machten vom ersten Moment an klar, dass sie gekommen waren, um die Halle zu bewegen. Der Sound war arteigen und direkt, die Soundqualität nahm zudem glücklicherweise deutlich bessere Formen an. Harte Breakdowns, treibende Rhythmen und klare Hardcore-Strukturen bestimmten das Set. Sänger Jesse Barnett führte mit lauter, präsenter Stimme durch die Songs und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Seine Ansagen waren mal kurz, mal ausführlicher, aber stets deutlich, mit klarer Haltung und viel Überzeugung.

Stick To Your Guns spielten mit hoher Intensität und liessen kaum nach. Die Band wirkte eingespielt und routiniert, ohne dabei an Leidenschaft zu verlieren. Besonders die Rhythmussektion sorgte für konstanten Druck, während die Gitarren massive Riffs lieferten. Die Halle reagierte entsprechend: Circle Pits und erste Crowdsurfer prägten das Bild. Gut strukturierte Songs mit klaren Botschaften standen auf dem Plan. Stick To Your Guns vermittelten ein starkes Gefühl von Freude an der Musik und an dem, was sie tun. Viel Dankbarkeit zeigten sie auch gegenüber den Gastgebern Paleface Swiss.

Bei einem der letzten Songs kamen maskierte Personen auf die Bühne, die ausgelassen mitfeierten – vermutlich Mitglieder der anderen Bands und der Crew. Die Band verliess die Bühne mit anhaltend hoher Energie. Stick To Your Guns hatten die Halle 622 spürbar in Bewegung versetzt und den Boden für den nun folgenden Headliner bereitet.

Paleface Swiss betraten die Bühne als klarer Mittelpunkt des Abends. Für dieses Heimspiel war en sie die Band, auf die heute alle gewartet hatten. Schon kurz vor dem Start war die Spannung im Raum deutlich spürbar. Als das Intro einsetzte, entlud sich die Vorfreude schlagartig. Die Band präsentierte sich kompromisslos, laut und präzise – mit einer Wucht, die die Halle sofort erfasste. Das Energielevel war von Beginn an hoch und wurde zusätzlich immer wieder von Sänger Zelli angefeuert. Der Sound war massiv und zugleich kontrolliert, auch qualitativ auf höchstem Niveau. Tiefe Gitarren, brutale Breakdowns und ein unerbittliches Schlagzeug dominierten das Klangbild. Sänger Zelli stand im Zentrum des Geschehens und lieferte eine beeindruckende Performance ab. Sein stimmliches Können deckte die gesamte Bandbreite ab, von gerappten Parts über dominanten gutturalen Gesang bis hin zu klaren Passagen. Besonders beeindruckend waren diese schnellen Wechsel und die rasanten gesprochenen Parts – phänomenal.

Das Set bot viel Abwechslung: neue Songs, ältere Stücke und auch solche, die bisher nur sehr selten live gespielt wurden. Erinnerungen wurden wach, und zwischen den Songs gab es immer wieder kurze Rückblicke auf den Weg der Band. Live wirkten die Songs noch direkter als auf Platte. Gewaltige Riffs wechselten sich mit abrupten Tempowechseln ab, unterbrochen von kurzen Momenten gespannter Ruhe, bevor der nächste Ausbruch folgte.

Es kam regelmässig zu Circle Pits, einer Wall of Death von der Crashbarriers bis hin zum Mischpult sowie zu einem grossen Circle Pit auf Ansage von Sänger Zelli rund um das Mischpult und die dort anwesenden Freunde und Familienmitglieder. Das Publikum liess sich ohne grosse Aufforderung mitreissen. Die Halle verwandelte sich in eine brodelnde Masse aus Bewegung. Moshpits weiteten sich aus, Crowdsurfer wurden im Minutentakt nach vorne getragen, Texte aus voller Kehle mitgeschrien. Paleface Swiss nutzten diese Energie und trieben sie weiter an, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Zwischen den Songs gab es dankbare und vielsagende Worte. Die Verbundenheit zur Heimat, der Stolz auf den eigenen Weg und der Dank an die Fans waren klar spürbar, ganz ohne grosse Gesten. Gerade diese Bodenständigkeit machte den Auftritt erst recht zu einem Vergnügen.

Auch visuell war die Show ein echtes Highlight. Eine passende, wunderbar programmierte Lichtshow mit viel Bewegung, Abwechslung und Pyroeffekten unterstrich die Intensität. Besonders beeindruckend war ein Feuereffekt, der gleichzeitig von unten und von der Seite zündete und beinahe eine T-Form bildete, eine wahrlich grandiose Inszenierung. Bild, Musik und Songs sprachen für sich – und sie sprachen laut. Den Song „River Of Sorrows“ spielten Paleface Swiss in einer akustischen Version, die jedoch kaum Zeit zum Durchatmen liess. Die Emotionen waren beinahe greifbar. Nach dem letzten Song blieb ein erschöpftes, aber zutiefst begeistertes Publikum zurück.

Paleface Swiss zeigten eindrucksvoll, warum sie derzeit zu den relevantesten Exporten der Schweiz zählen. Ihr Auftritt in der Halle 622 war intensiv, kompromisslos und nachhaltig beeindruckend. Chapeau!

Paleface Swiss Setlist Halle 622, Zurich, Switzerland, Europe & UK 2026
Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Death Metal, Halle 622, Madeleine Fuhrer, Metalcore, Paleface Swiss, Static Dress, Stick To Your Guns, Zürich

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