
openairsolothurn.ch
Xavier Rudd + Mighty Oaks
Schanzenplatz – Solothurn
Donnerstag, 6. August 2026
Text: Adrian Portmann
Warme Sonnenstrahlen schienen von der linken Seite auf das Openair Solothurn Gelände und die Besucher waren noch gemütlich in Gesprächslaune als Mighty Oaks die Bühne betraten und gleich ab Beginn eine tolle Wohlfühlstimmung versprühten. Die Band lieferte genau jenen klassischen Stomp-and-Clap-Sound, der bei vielen Folk-Pop Bands genutzt wird und welcher uns kontinuierlich mitreissen konnte. Die aktuell in Berlin ansässige Gruppe überzeugte mit herzlichem Gesang, eingängigen Melodien und punkteten mit sympathischen Ansprachen. Mehrstimmige Passagen sorgten dabei für viel Sentimentalität, während abrupte instrumentale Stopps dem Gesang Raum gaben, bevor dann gleich wieder die Gitarrenriffs einsetzten, was besonders intensiv wirkte. Das Trio genoss jegliches Feedback des Publikums und forderte die Menge auf, sich zu bewegen, mitzusingen oder falls es stimmt auch mal «Halts Maul, mach lauter!» zu rufen. Mit dem mundharmonikalastigen Song «Mexico» und dem allseits bekannten «Brother» fand das Set ein stimmungsvolles Ende, welches der Band viel Applaus bescherte.
Ein Australier in Latzhose ausgerüstet mit Gitarre, Yidaki und Drumset: Mehr brauchte es nicht, um das Publikum während zwei Stunden zu fesseln. Xavier Rudd eröffnete seine Show mit einem geloopten Bass- und Drumrhythmus, den er mit seinem traditionellen Blasinstrument begleitete. Auf die daraus entstehende Kombination, die ich gerne als Yidaki-Techno beschreibe, hatte ich mich schon lange gefreut. Die treibende Kraft dieses Sounds brachte von Beginn an Bewegung und liess uns nicht mehr los. Wie ein Feuer breitete sich die Wirkung über das gesamte Publikum aus. Der kehlkopfartige Klang hatte eine unmittelbare Wirkung, man musste ihn nicht verstehen, um von ihm erfasst zu werden.
Während der ganzen Show nahm sich der Australier bewusst Zeit für seine Songs. Er baute lange Zwischenteile ein, spielte mit Dynamik und verband die Songs immer wieder mit Passagen, in denen das Publikum gesanglich miteinbezogen wurde. Zwischen schnellen Rhythmen, ruhigen Passagen und Reggae-Anklängen zeigte sich eine grosse stilistische Vielfalt. Auf dem ganzen Konzertplatz entstand allmählich ein gemütlicher Aussie Surfer-Vibe.
Seine Musik schaffte es, Erinnerungen und Sehnsüchte zu wecken, mal leicht und hoffnungsvoll, mal stark melancholisch, aber stets kraftvoll. Zwischen den Songs sprach Rudd auch gesellschaftliche Themen an und positionierte sich klar gegen Rassismus. Gleichzeitig betonte er, dass es sich trotz allem lohne, weiter zu träumen. Darauf folgte passenderweise «We Deserve to Dream». Die sehr abwechslungsreiche Setlist liess mit Hits wie «Spirit Bird», dem rau dargebotenen «Storm Boy» sowie «Follow The Sun» keine Fanwüsche offen. Nach der abschliessenden, erst kürzlich erschienenen Single «Part of Life» verabschiedete sich dann Rudd vom Publikum, welches gut gelaunt in die warme Sommerluft hinausströmte.

