
Mühle Hunziken – Rubigen
Freitag, 12. September 2025
Text & Bild: Nathalie Senn
An diesem frühherbstlichen Abend war der „Mühligarten“ mit vorfreudig gestimmten Konzertbesucher:innen gefüllt und der laue Abend wurde an der frischen Luft eingeläutet. Das Durchschnittsalter war erwartungsgemäss etwas höher, da Nada Surf im Jahr 1992 gegründet wurden. Die charismatische Band aus New York war zuletzt im Jahr 2022 in der Mühle zu Gast und besucht im Rahmen ihrer „Moon Mirror“-Tour die heiligen Hallen der Mühle Hunziken erneut.
Die Eröffnung des Abends machte die Indie-Rock Band The Cle Elum aus Chattanooga, Tennessee. Mit viel Charme und pointierten Sprüchen heizten sie die Stimmung allmählich an – mit einem herzhaften „Guten Abend Mühle Hunziken!“ und viel amerikanischem Flair begrüsste uns Ian Lee. Mehr könne er leider nicht auf Deutsch sagen, darum sei er schliesslich auch Basssplayer geworden, da vier Saiten eine nicht allzu komplizierte Sache seien. Mit dem Song „Did I Get High“ wurde in unkomplizierter und sympathischer Manier das anwesende Publikum auf Nada Surf eingestimmt. Ian war immer wieder mal gut für einen nicht selten selbstironischen Spruch. Kleines Detail: die Schlagzeugerin Sarah Sargent schmeisst das Merch für Nada Surf und ist die Lebensgefährtin von Ian.
In der Zwischenzeit füllte sich der Zuschauerraum zusehends. Die mit Spannung erwarteten Nada Surf betraten endlich die Bühne und wurden mit grosser Begeisterung in Empfang genommen. Die Mannen um Matthew Caws sind etwas in die Jahre gekommen, dies tut ihrem natürlichen Charme und ihrer Bühnenpräsenz aber keinen Abbruch. Mit dem frisch-fröhlichen Track „Second Skin“ eröffneten sie das abwechslungsreiche Set, in dem ältere wie auch brandneue Songs von ihrem am Samstag erschienenen Album gespielt wurden. Der Song „Mathilda“ wurde allen Eltern gewidmet, die ihre Kinder so akzeptieren, wie sie sind, und wurde entsprechend in emotionaler Manier zum Besten gegeben. Nicht fehlen durfte natürlich der tolle Pixies-Coversong „Where Is My Mind“, der sofort die Atmosphäre von verrauchten Konzertlokalen der 90er Jahre versprühte und das Publikum in seinen Bann zog. Die Zugaben, die sehnlich erwartet wurden, starteten mit dem altehrwürdigen „Popular“ von ihrem im Jahr 1996 erschienenen Album „High/Low“ und wussten definitiv zu begeistern. Zum Schluss gab es noch eine Akustik-Version des Songs „Blizzard Of ’77“, das unter die Haut ging und ein sehr zufriedenes Publikum in die Herbstnacht entliess.

