
Hallenstadion – Zürich
Mittwoch, 9. Juli 2025
Text: Grace Frimpong / Bilder: Melissa Mangold
Bei strahlendem Wetter pilgerten Fans, gekleidet in ihrer Uniform aus schwarzer Kleidung und Fan-Shirts, zum Hallenstadion in Zürich. Grund dafür waren die Heavy-Metal-Legenden Iron Maiden, die zur Feier ihres 50-jährigen Bestehens auf ihrer «Run For Your Lives» World Tour waren. Eine erwartungsvolle und vorfreudige Stimmung herrschte unter den Fans. Während sich einige direkt nach dem Einlass ins Hallenstadion mit neuem Merch eindeckten, versorgten sich andere mit Speis und Trank, und wieder andere strömten auf ihre Plätze.
Als Support war die schwedische Band Avatar dabei. Headbangend und grollend begannen sie Zürich zu rocken – und brachten den Metal mit. Das Logo der Band prangte prominent an der Wand. Starke Kostüme, eine coole Ansage des Sängers Johannes Eckerström in perfektem Deutsch und eine kraftvolle Performance überzeugten. Er riss die Menge mit seiner sympathischen Art mit. Das Publikum hörte ruhig zu, doch in der ganzen Menge sah man das international anerkannte Zeichen für Metal und Rock: die Metal-Hand. Die Band überzeugte musikalisch mit ihren Riffs und harten Drums. Mit majestätischen und grossen Gesten nahm Eckerström das Publikum mit in sein Spektakel. Der Song «Bloody Angel» begann mit einer leisen und sanften Melodie, steigerte sich durch den Gesang, bis der theatralische Bruch kam: szenisch, atmosphärisch wie ein Theaterstück, begleitet von Bass, Gitarre und Schlagzeug, dazu klatschende Fans. Mit unverkennbar einzigartigen Texten und grossartiger Theatralik wurde man in ihre verzauberte Welt entführt. Unter grossem Applaus, begleitet von Zirkusmusik, verliessen Avatar die Bühne.
Ordentlich angeheizt von Avatar und voller freudiger Anspannung wurde die Menge im ausverkauften Hallenstadion immer lebendiger. Die Leute redeten ausgelassen miteinander. Die Halle wurde dunkel, die Musik setzte ein und das Stadion wurde schlagartig still. Wie mit angehaltenem Atem warteten alle darauf, dass Iron Maiden auf die Bühne kamen, nur um dann in gewaltigen Jubel auszubrechen. Wie mit einem Knall, begleitet von einem beeindruckenden Bühnenbild und Feuerfontänen, betraten die Heavy-Metal-Giganten mit unfassbarer Energie und cooler Rockstar-Ausstrahlung die Bühne. Die Menge jubelte und klatschte vor Begeisterung, überall war die Metal-Hand erhoben. Eddie als Maskottchen durfte natürlich auch nicht fehlen und brachte mit seiner Performance und seiner schwenkenden Axt ordentlich Stimmung mit.
Der neue Drummer Simon Dawson ersetzte Nicko McBrain nach dessen Austritt im Dezember 2024 und wurde mit besonderem Applaus von den Fans willkommen geheissen. Bruce Dickinson forderte das Publikum immer wieder zum Mitmachen auf. Gemeinsam sprangen die Fans mit der Band, die sich mit vollem Körpereinsatz ihrer Performance widmete. Immer wieder begeistertes Mitsingen bei Songs wie «The Number Of The Beast». Dazwischen ausgedehnte instrumentale Sequenzen – emotional und ergreifend. Als man dachte, die Stimmung könne sich nicht mehr steigern, eröffnete ein Feuerwerk, gefolgt von einer Feuersalve, den Song «Powerslave». Auf der Bühne erschien eine grosse Pyramide als Kulisse. Die Fans tobten vor Begeisterung, selbst auf den Sitzplätzen konnten sie sich kaum noch halten – immer mehr Leute sprangen auf. Mit jedem Song und jedem genialen Kostüm- und Bühnenwechsel wuchs die Energie. Der Song «Run To The Hills» wurde vom gesamten Stadion wie eine Hymne gesungen.
Iron Maiden bewiesen, dass sie wahre Grössen sind, und zeigte kein Zeichen von Müdigkeit. Damit liessen sie ihr Alter vergessen und zeigten, dass es nur eine Zahl ist. Die Schweizer Fans gerieten ganz aus dem Häuschen, als Bruce Dickinson mit einer Schweizer Flagge über die Bühne lief. Der Bass wummerte im Herz und das Schlagzeug gab den Takt an. Tosender Applaus wurde immer wieder von Jubelrufen begleitet.
Die Zugabe begann rasend und dramatisch mit auf der Leinwand flimmernden Kriegsbildern. Ein Flieger erschien im Bühnenbild, Bruce Dickinson trat mit einer Fliegermütze auf die Bühne und zog alle Blicke auf sich: «Aces High»
Es folgte eine weitere Zugabe, in welche die Menge sofort mit einstimmte. Der Song «Fear Of The Dark» begann zunächst sentimental, dann setzten die schweren Riffs ein – die Begeisterung wurde noch lauter. Die Fans sprangen, klatschten mit und liessen sich völlig mitreissen. Das Bühnenbild war genial gestaltet, die Outfits stark und die Lichteffekte beeindruckend.
Schliesslich folgte mit «Wasted Years» die letzte Zugabe und damit ein Moment, in dem sich alle Emotionen vereinten. Dieser grossartige Tag, die Jubiläumsshow, der Geburtstag von Iron Maiden – alles fand seinen Höhepunkt. Rock’n’Roll tanzte förmlich auf der Bühne. Alle Hände waren in der Luft und alle feierten den Augenblick gemeinsam.









































