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Hellvetia im KIFF

27/04/26
von Madeleine Fuhrer

Hellvetica im KIFF - Urne

Urne + Royal Desolation + A Small District + De l’Abîme Naît l’Aube
rockthelakes.ch

KIFF- Aarau
Freitag, 24. April 2026

Text: Madeleine Fuhrer

Ein neuer Tag, ein erneuter Besuch im tollen KIFF in Aarau. Heute stand jedoch kein normaler Konzertabend an, sondern ein ganz spezielles Happening. Das schöne Rock The Lakes Festival, welches jeweils Mitte August in der Westschweiz in Cudrefin stattfindet, herrlich gelegen oberhalb des Neuenburgersee, suchte hier in Aarau mit dem Bandcontest „Hellvetia“ noch eine Band für eine der zwei Bühnen diesen Sommer. Neben drei Mitstreitern gab es als Goodie noch den Headliner Urne dazu. Das Line-up und der Kontext des Abends versprachen viel. Zeit, hier vollumfänglich einzutauchen.

Zum Start wurde kurz erklärt, wie der Ablauf und das Voting funktionierten. Hierzu erhielt man am Eingang direkt eine Votingkarte, auf der man zwei Stimmen vergeben konnte. Dann ging es auch direkt los mit den drei Bands.

Den Anfang machten die Berner von Royal Desolation. Königlich betraten sie die Bühne und starteten direkt mit einem kraftvollen Song und viel Präsenz in ihr Set. Ihr Sound bewegte sich zwischen modernem Metalcore und Deathcore. Zu diesem Soundmix mit packenden metallenen Gitarrenriffs, eingängigen Synthesizer Melodien sowie kräftigen Growls brachten sie ihre eigene Musikwelt auf die KIFF-Bühne. Sänger Raphael Schenk trug passend zum Bandnamen und den neuesten Musikwerken eine schwarze Krone auf dem Kopf, die er nach den ersten Songs ablegte, um sie zum Schluss wieder aufzusetzen. Mit ihrem sympathischen Berndeutsch kommunizierten sie zwischen den Songs mit den Besuchern. Ein rundum stimmiges Konzept, das Royal Desolation präsentierten und damit einen starken Start in den Contest lieferten.

Als Nächstes kamen De l’Abime Nait l’Aube (kurz DANA) aus der Westschweiz. Sie brachten eine deutlich experimentellere und künstlerischere Note in den Contest. Zum Start ihres Sets verbreitete sich der Duft von Weihrauch im Raum. Ihr Sound bewegte sich zwischen Blackened Post-Metal und atmosphärischen Klanglandschaften. Schon der Einstieg war von einer dichten, spirituell-schamanischen Stimmung geprägt. DANA arbeiteten stark mit Kontrasten. Ruhige Passagen trafen auf explosive Ausbrüche, die sich durch verzerrte Gitarrenklänge und die Gesänge auszeichneten. Diese waren eher als weiteres Instrument eingebettet und weniger als klassische Frontrolle präsent. Die Screams wirkten roh und emotional, während die instrumentalen Parts oft eine melancholische, fast meditative Grundstimmung transportierten. Auf der Bühne agierten DANA in ihren Gewändern fokussiert und fast introvertiert, was jedoch perfekt zur Musik passte. Es ging weniger um direkte Interaktion, sondern darum, eine Stimmung zu erschaffen und das Publikum in diese hineinzuziehen.

Die Dritten im Bunde waren A Small District. Schon nach wenigen Takten hatte man das Gefühl, dass sie das Publikum bereits im Sack hatten. Mit grosser Motivation und Energie nahmen sie die KIFF-Bühne und den Raum ein. Stilistisch bewegten sie sich zwischen Nu- und Alternative Metal, mit modernen elektronischen Einflüssen. Ihre Songs waren kraftvoll aufgebaut und jedes Element, sei es die Drumbeats, die Gitarrenriffs oder die Bassline, war optimal in die Strukturen eingebaut. Die eingearbeiteten Melodien gaben den Songs zusätzliche Tiefe und Vielseitigkeit. Ebenso energiereich präsentierten sich auch die Vocals, die sich meist im geshouteten Stil bewegten. A Small District wussten sich wunderbar auf der KIFF-Bühne zu präsentieren und suchten trotz der kurzen Spielzeit immer wieder den Kontakt zum Publikum. Die Energie der Band sorgte für deutlich mehr Bewegung im Raum.

Nun war es an der Zeit, abzustimmen und zwei der drei Bands einen Punkt zu geben. So pilgerten die Besucher nacheinander zur Stimmurne, um ihre Zettel einzuwerfen, bevor sie sich nochmals mit einem Getränk von der Bar eindeckten oder draussen frische Luft schnappten. Für die Wartezeit gab es jedoch noch ein weiteres Highlight, Gäste aus Grossbritannien, nämlich Urne.

Mit ihrem neuen Album „Setting Fire To The Sky“ im Gepäck setzten Urne als Headliner des Abends ein klares Statement und hoben das Niveau nochmals spürbar an. Urne kombinierte Elemente aus Progressive Metal, Post-Metal und klassischem Heavy Metal zu einem eigenständigen Sound, der sowohl technisch anspruchsvoll als auch emotional greifbar war. Von Beginn an war deutlich spürbar, dass hier eine Band mit internationalem Format auf der KIFF-Bühne stand.

Die Dynamik innerhalb der Songs war beeindruckend. Ruhige, fast sphärische Teile wechselten sich mit massiven, gitarrengetriebenen Passagen ab. Die Riffs waren nicht nur druckvoll, sondern auch melodisch durchdacht und immer wieder tauchten Melodien auf, die sich tief einprägten. Der Gesang bewegte sich zwischen rauen, kraftvollen Parts und klaren, emotionalen Passagen, was den Songs eine starke Ausdruckskraft verlieh.

Live wirkten Urne extrem präzise. Ihre Bühnenpräsenz war enorm stark, auch ohne grosses Drumherum, und immer wieder suchten sie zwischen den Songs gezielt den Kontakt zum Publikum. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten und die Bewegung im Publikum wechselte sich zwischen Headbangen und konzentriertem Zuhören ab.

Ein weiterer starker Punkt war die Lichtshow. Hinter den Drums waren Lichteffekte aufgebaut, die mit viel Strobo unterstützt wurden. Urne gelang es über die gesamte Spielzeit, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Alles griff sauber ineinander und unterstrich die Aussagekraft der Songs. Besonders die längeren, epischen Tracks entwickelten live eine enorme Wucht und zogen das Publikum komplett in ihren Bann.

Danach gab es ohne grosse Pause auch schon die Verkündung des Gewinners, der sich einen Slot am diesjährigen Rock The Lakes Festival sichern konnte. Und wie bereits in der Luft lag, waren A Small District die klaren Gewinner, einstimmig gewählt von Publikum und Jury. Herzliche Gratulation an dieser Stelle an A Small District.

Der Hellvetia Bandcontest zeigte einmal mehr, wie vielseitig und lebendig die Schweizer Metalszene ist. Unterschiedlichste Stilrichtungen trafen aufeinander, doch alle Bands einte eine klare Hingabe zur Live-Performance.

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: A Small District, Aarau, De l'Abîme Naît l'Aube, KIFF, Madeleine Fuhrer, Metal, Nu Metal, Post-Metal, Royal Desolation, Urne

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