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Bury Tomorrow im Kofmehl

12/06/26
von Madeleine Fuhrer

Bury Tomorrow im Kofmehl

Bury Tomorrow + We Came As Romance + Boundaries + Ankor

Kofmehl – Solothurn
Montag, 8. Juni 2026

Text: Madeleine Fuhrer / Bilder: Sabrina Hänni

Besser hätte die neue Woche kaum starten können als mit einem Konzert im Kofmehl in Solothurn und einem hochkarätigen Line-up. Den Auftakt machten Ankor aus Spanien und zwar direkt mit Vollgas. Die Band verbindet eingängige Melodien mit harten Beats und druckvollen Riffs. Die zunächst sanft wirkenden Vocals wechselten dabei immer wieder gekonnt zu kraftvollen Screams und verliehen den Songs zusätzliche Abwechslung.

Ihren Mix aus Alternative Metal und Metalcore ergänzten Ankor geschickt mit elektronischen Elementen. Dazu präsentierte sich die Band als echtes Energiebündel auf der Bühne. Die Performance war mitreissend, die Messlatte für den Abend früh gesetzt. Das Publikum wurde schnell auf Betriebstemperatur gebracht. Mit viel Sympathie und Spielfreude animierten Ankor zudem zu den ersten Mosh- und Circlepits des Abends. Unterstützt wurde das Ganze von einer stimmig inszenierten Lichtshow.

Danach waren Boundaries an der Reihe. Die Amerikaner knüpften nahtlos dort an, wo Ankor aufgehört hatten, hohes Energielevel, grosse Intensität, aber musikalisch deutlich brachialer. Statt eingängigen Clean Vocals dominierten hier Growls und Screams das Geschehen. Musikalisch bewegten sich Boundaries irgendwo zwischen Metal und Hardcore und überzeugte mit ordentlich Härte.

Kraftvoll waren nicht nur die Vocals, sondern auch die Riffs, Drums und die gesamte Bühnenpräsenz. Jeder verfügbare Zentimeter der Kofmehl-Bühne wurde genutzt, um dem Publikum weiter einzuheizen. Die Pits wurden grösser, die Bewegung intensiver und die Temperatur im Saal spürbar höher. Selbst Twosteps wurden auf Zuruf der Band gestartet. Interessant war zudem die Aufteilung der Vocals. Neben Frontmann Matthew McDougal beteiligten sich auch Bassist Nathan Calcagno und Drummer Tim „Cheese“ Sullivan an den Gesangsparts. Vom ersten bis zum letzten Song blieb die Energie konstant hoch. Boundaries legten im Vergleich zum Opener sogar nochmals eine Schippe drauf und steigerten die Vorfreude auf die folgenden Bands weiter.

Als Nächstes betraten We Came As Romans die Bühne. Noch am Wochenende zuvor standen sie bei Rock am Ring und Rock im Park auf der Bühne, nun machten sie Halt im Kofmehl. Nach den direkten Einstiegen der beiden vorherigen Bands wurde ihr Set zunächst mit dem Intro „…All Is Beautiful…“ und einer atmosphärischen Lichtinszenierung angekündigt.

Nach und nach betraten David Puckett, Andrew Glass, Brian „Lou“ Cotton, Joshua Moore und schliesslich Frontmann David Stephens die Bühne. Mit „Bad Luck“ ging es direkt los. Für das ausverkaufte Kofmehl war dieser Abend jedoch alles andere als Pech. Wer dachte, die Energie könne nach den ersten beiden Bands nicht weiter steigen, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Die Stimmung erreichte ein neues Level. Arme gingen in die Luft, Crowdsurfer schwebten durch die Menge und Mosh- sowie Circlepits liefen auf Hochtouren. Die Songs wurden begeistert aufgenommen und zahlreiche Zeilen lautstark mitgesungen. David Stephens zeigte dabei seine gesamte gesangliche Bandbreite, von emotionalen Clean Vocals bis hin zu kraftvollen Growls und Screams.

We Came As Romans hatten das Publikum fest im Griff. Die Freude war auf und vor der Bühne gleichermassen spürbar. Zwischen den Songs nahm sich David immer wieder Zeit für persönliche Worte und verstand es hervorragend, das Publikum aktiv in die Show einzubinden. Auch die Lichtshow unterstützte die jeweiligen Stimmungen der Songs wirkungsvoll.

Ein besonderer Moment entstand, als Drummer David Puckett an seinem heutigen Geburtstag eine Runde crowdsurfen durfte, begleitet von einem lautstark gesungenen Happy Birthday. Darüber hinaus richtete Sänger David motivierende Worte an das Publikum und sprach darüber, trotz Rückschlägen an seinen Träumen festzuhalten und niemals aufzugeben. Passenderweise folgte darauf „No Rest For The Dreamer“. Den Abschluss bildete schliesslich der Banger „Daggers“, ein starker Schlusspunkt eines beeindruckenden Auftritts.

Doch der Höhepunkt des Abends stand noch bevor. Die Vorfreude auf den Headliner Bury Tomorrow war im Raum merklich spürbar. Ein Intro erklang, Lichter durchzogen den Saal und Frontmann Daniel Winter-Bates betrat zunächst alleine die Bühne. Kurz darauf folgte der Rest der Band und mit „Choke“ ging es direkt los.

Bury Tomorrow präsentierten eine abwechslungsreiche Setlist, die quer durch ihre veröffentlichte Musik führte. Auch die Briten nutzten die Gelegenheit für einen Club-Auftritt zwischen ihren Festivalshows bei Rock am Ring und Rock im Park. Mit ihrer Präsenz übernahmen sie den Raum mühelos und knüpften nahtlos an die Intensität des bisherigen Abends an.

Daniel verstand es hervorragend, das Publikum zu fordern und zu motivieren. Immer wieder richtete er sympathische und animierende Worte an die Fans und erkundigte sich nach der Stimmung im Saal. Das Energielevel hatte mittlerweile seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Moshpits wechselten sich mit lautem Mitklatschen ab, Circlepits mit gemeinsamen Sprüngen. Das Kofmehl bewegte sich nahezu als Einheit und die Texte wurden leidenschaftlich mitgesungen.

Während Daniel für die markanten Screams, Growls und die Interaktion mit dem Publikum verantwortlich war, übernahm Tom Prendergast neben den Keyboardparts die melodischen Clean Vocals. Für einen echten Gänsehautmoment sorgte ein Song, bei dem unzählige Handylichter den Saal erhellten.

Als einzige Band des Abends hatten Bury Tomorrow zudem ein eigenes Backdrop dabei. Zusammen mit der eindrucksvollen Lichtshow entstand eine visuell starke Inszenierung, die die Songs perfekt unterstützte. Die Atmosphäre war greifbar und schien kaum noch steigerbar.

Bury Tomorrow brachten den ohnehin schon brodelnden Vulkan endgültig zum Ausbruch. Von der ersten bis zur letzten Minute war ihr Auftritt eine einzige Welle aus Energie, Euphorie und Leidenschaft. Hier blieben kaum Wünsche offen. Band und Publikum verliessen das Kofmehl am Ende gleichermassen glücklich und erfüllt. Ein Konzertabend, der in Erinnerung bleiben wird.

Ankor
Ankor

Ankor
Ankor

Ankor
Ankor

Ankor
Boundaries

Boundaries
Boundaries

Boundaries
Boundaries

Boundaries
Boundaries

Boundaries
We Came As Romans

We Came As Romans
We Came As Romans

We Came As Romans
We Came As Romans

We Came As Romans
We Came As Romans

We Came As Romans
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow
Bury Tomorrow

Bury Tomorrow

Eingeordnet unter Fotoreportage, Konzertbericht Schlagworte: Alternative Rock, Ankor, Boundaries, Bury Tomorrow, Kofmehl, Madeleine Fuhrer, Metal, Metalcore, Sabrina Hänni, Solothurn, We Came As Romans

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