
X-TRA Musikcafe – Zürich
Samstag, 29. November 2025
Text: Madeleine Fuhrer
Accvsed eröffneten den Abend mit einer kantigen Mischung aus Metalcore, Hardcore und dunkler Elektronik. Dieser Sound breitete sich ohne Umwege im Raum aus und es wurde sofort deutlich, dass Accvsed mit eigenem künstlerischem Gewicht auftraten.
Die Gitarren führten das Set mit trockenen, hart akzentuierten Riffs an, während die Vocals klare Kontrapunkte setzten. Accvsed agierten durchgehend kontrolliert, ohne an Energie einzubüssen, und vermittelten einen technisch sicheren Eindruck, der besonders im kompakten Clubraum gut zur Geltung kam. Die einzelnen Songstrukturen wirkten sauber herausgearbeitet und zielgerichtet, was dem Auftritt eine gewisse Sachlichkeit verlieh, die gleichzeitig nichts von der Intensität nahm.
Trotz stilistischer Härte suchten Accvsed immer wieder bewusst den Kontakt zum Publikum. Kurze Ansprachen zwischen den Songs lockerten die Atmosphäre auf und gaben dem Set eine menschliche Dimension, die dem ansonsten straffen musikalischen Programm zusätzliche Tiefe verlieh. Die Resonanz im Raum entwickelte sich schnell: Erste Bewegungen im Publikum, gefolgt von kleinen Circle Pits, liessen erkennen, dass die Band den Nerv des Abends getroffen hatte.
Als Accvsed ihren Auftritt beendeten, war das Publikum spürbar aktiviert und bereit für den Hauptact. Accvsed prägten den Abend als relevanter Bestandteil mit und setzten einen markanten Auftakt für das folgende Konzert von Avralize.
Das Xtra Musikcafe in Zürich hatte sich an diesem Samstagabend in einen vibrierenden Klangraum verwandelt, als Avralize die Bühne betraten und das Publikum vom ersten Ton an mitrissen. Die Anwesenden waren mehr als bereit für die Mischung aus moderner Metalcore-Aesthetik und elektronisch aufgeladener Energie, die Avralize inzwischen zu ihrem Markenzeichen gemacht hatten.
Avralize spielten mit einer Genauigkeit, die im Clubformat besonders eindrucksvoll wirkte. Zwischen tanzbaren Passagen und Melodien trafen jeder Break, jede abrupte Stille und jeder Drop exakt die Mitte. Avralize wirkte fokussiert, gleichzeitig aber spürbar losgelöst – ein Ensemble, das mit wachsender Routine auch immer mehr Raum für spontanen Ausdruck fand.
Frontmann Marvin führte das Publikum mühelos durch alle Höhen und Tiefen der Songs. Seine Clean-Passagen klangen intensiver als auf den Studioaufnahmen, während die Screams in ihrer Direktheit besonders gut ankamen. Von kleinen Wall-of-Death-Momenten über Circle Pits bis hin zu ausgelassenem Tanzen zeigte das Publikum vollen Einsatz.
Die elektronischen Elemente wirkten nicht mehr wie ein Zusatz, sondern als tragende Säulen zwischen Gitarrenattacken und melodischen Kernen. Live entfaltete sich diese Mischung noch deutlicher und verlieh dem Set eine beeindruckende Kraft. Synth-Passagen, funky Beats und Basslines hatten ebenso Raum wie die griffigen Parts mit kraftvollen Breakdowns. Dieser Wechsel entwickelte eine bemerkenswerte Coolness und Intensität, die das Publikum begeistert mittrugen.
Der Boden und die Wände des Xtra Musikcafe schienen permanent zu vibrieren und die Menge nahm jede Facette des Konzerts mit. Die Dynamik zwischen diesen Polen hielt das Konzert durchgehend spannend und vielseitig. Auch der Abgang von Avralize wurde gefeiert und die Fans klatschten die Musiker ab, als würden sie den Abend gerade erst beginnen lassen.

