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Arrested Denial – Nirgendwo angekommen

06/12/25
von David Spring

ArrestedDenial-NirgendwoAngekommen

Bakraufarfita Records / VÖ: 5. Dezember 2025 / Punk
arresteddenial.de

Text: David Spring

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Oder vielleicht ist wieder nur dieses doofe, echte Leben schuld, das wohl oder übel manchmal völlig unpassend dazwischenkommt. Was auch immer die Gründe sind, die Hamburger Streetpunks von Arrested Denial* sind selber etwas überrascht, dass ihr drittes Album ganze acht Jahre gebraucht hat. Da ist echt viel Zeit ins Land gezogen, umso grösser ist darum die Freude, dass wir «Nirgendwo angekommen» nun endlich in den digitalen Händen halten dürfen.

Der Opener «Alles wie es war» macht gleich klar, wie diese Reise ins Nirgendwo klingen wird: gutgelaunte Trompeten, zackiger Beat, grosse Chöre und ein vortrefflich wütender, aber hoffnungsstiftender Text: «In einer kalten Welt braucht man ein warmes Herz.» Egal wie eklig es inzwischen draussen ist – sowohl das Wetter wie auch das soziale Klima – bei diesem fantastischen Opener kannst du nur grinsend die Faust in die Luft recken. In «Für ein paar Stunden» ziehen Arrested Denial dann noch mehr an und tauschen die Bläser gegen Steff von Alarmsignal aus, der den rasanten Punk-Track mit seiner Stimme versüsst. Das geht so unglaublich gut und positiv ab, dass es eine wahre Freude ist.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Arrested Denial in den paar Jahren etwas an Reife dazugewonnen haben. Natürlich ist das immer noch feinster Streetpunk, der nach vorne zieht, aneckt und im Kampf gegen das System zusammenschweisst. Doch statt der rohen Dringlichkeit früherer Alben steht heute eine reifere, bewusstere Klarheit im Zentrum. Es geht um die Zeit und wie wir sie nutzen, um die Orte, an denen wir verweilen, den Platz, den wir für uns schaffen und um die Wege, die wir begehen. Und natürlich geht es immer und überall gemeinsam voran gegen rechts, da gibt es in der Tat «Nichts zu bereden». Die elf Songs sprechen dir direkt aus dem Herzen, wenn du die Welt nur mit ansatzweise denselben wachen Augen siehst wie die Band.

Musikalisch überzeugen Arrested Denial ebenfalls voll und ganz. Mal geht es räudig nach vorne, zum Beispiel im grossartigen Anti-Gentrifizierungs-Kracher «Auf all dem Lärm», andernorts wird munter geskankt und im Offbeat getanzt. Beste Beispiele dafür sind der tolle Titeltrack, insbesondere aber auch das heimliche Highlight der Platte, das korrekt betitelte und einfach perfekte «Offbeat Antifa». Nimmst du dann noch das wunderschöne, mit Ukulele und Mandoline gespielte «Nirgendwo. Angekommen», die immer wieder wundervoll an Axel Kurth vom WIZO erinnernde Stimme von Sänger Valentin und die vielleicht schönste Textzeile des Jahres («Leicht depressiv und etwas neben der Spur. Der hier geht raus an jede noch so kleine Subkultur»), und du kriegst ein wahrhaft formidables Album.

«Nirgendwo angekommen» ist so eines dieser Punkrock-Alben, die einfach von A bis Z Bock machen und genau die richtige Balance aus klarer Kante und gutgelaunter, kreativer Musik mit sich bringen. Fans von ZSK, WIZO oder Drei Meter Feldweg werden sich hier herzlich willkommen fühlen, und alle, die nicht immer nur schwarz vermummt auf die Strasse wollen, sondern trotz all der Scheisse auch noch Spass am Leben haben, sind zweifellos bei Arrested Denial zu Hause. Darum denk dran: «Heute schaffen wir Erinnerungen, denn morgen zählt nicht, wenn man tut, was man liebt, mit den richtigen Menschen, etwas Zeit und Musik.» Genau so.

*Zähler fürs fälschlicherweise «Arrested Development» schreiben während dem Erstellen dieser Rezension: 9

 

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Arrested Denial, David Spring, Nirgendwo angekommen, Punk

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