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Jet und Liquid Zoo in der Mühle Hunziken – Saunagang mit Soundtrack

09/07/26
von Peter Burckhardt

Jet + Liquid Zoo

Mühle Hunziken – Rubigen
Mittwoch, 8. Juli 2026

Text: Peter Burckhardt / Bilder: Nicole Imhof

„Are You Gonna Be My Girl“ ist der Überhit der australischen Rockband Jet, den wohl fast jede und jeder kennt. Dass die Band weit mehr als ein One-Hit-Wonder ist, durfte ich bereits vor vielen Jahren am Gurtenfestival erleben. Umso grösser war meine Freude, als ich im Programm der Mühle Hunziken entdeckte, dass Jet für ihr einziges Schweizer Konzert in Rubigen Halt machen würde.

Die Veranstaltung versprach sowohl musikalisch als auch temperaturtechnisch heiss zu werden. So gönnten sich viele Besucherinnen und Besucher vor Konzertbeginn noch ein kühles Getränk im Mühligarten. Trotzdem war es im Saal bereits eine Herausforderung, einen guten Platz zu ergattern, als die ebenfalls aus Down Under stammende Supportband Liquid Zoo den Abend eröffnete. Da mir die Band bislang unbekannt war, begab ich mich gespannt auf eine musikalische Entdeckungsreise.

Auch wie eine Reise, nämlich wie eine Zeitreise in die 70er-Jahre, fühlte sich das Konzert der jungen Band an. Angefangen beim lässigen Look der Musiker: Sonnenbrillen, Lockenköpfe, Surferfrisuren und Schnurrbärte – alles war dabei. Doch nicht nur ihr Auftreten erinnerte an vergangene Zeiten. Mein erster Gedanke war, dass sich ein Konzert der jungen Rolling Stones wohl ungefähr so angefühlt haben könnte. Da steckte jede Menge Rock ’n’ Roll drin, gemischt mit dem Retro-Chic der Strokes und einer Prise Iggy Pop. Darüber hinaus verfügt Frontmann Vanda Erich über ein beachtliches Repertoire an Mick-Jagger-Moves. Diese nostalgische und gleichzeitig frische Energie von Liquid Zoo übertrug sich schnell auf das Publikum, das die Band frenetisch feierte und mit grossem Applaus verabschiedete.

Wer seinen Platz verteidigen wollte, musste in der Pause wohl oder übel den Mühli-Saunagang verlängern. Mich zog es nach dem schweisstreibenden Konzert jedoch zurück nach draussen an die zumindest etwas frischere Luft. Als ich dann nach einer Viertelstunde in den Saal zurückkehrte, kam ich nicht mehr weit und quetschte mich vor dem Mischpult zwischen die Menschen, die so eng standen, dass es kaum mehr möglich war, die Hände zu heben. Bei aller Liebe zur Mühle Hunziken und allem Verständnis dafür, dass sich ein Konzertabend wie dieser wirtschaftlich rechnen muss, wirkten die Platzverhältnisse an diesem Abend doch sehr prekär. Wie die Situation in den anderen Stockwerken aussah, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Die sympathische Moderatorin erzählte, dass Jet am Zoll hängen geblieben seien und – nachdem auch noch die Klimaanlage im Tourbus ausgefallen war – erst mit fünf Stunden Verspätung eintrafen. Für die Band konnte der Abend also nur noch besser werden. Mit herzlichem Applaus bereitete das Publikum den Australiern einen warmen Empfang, bevor Jet loslegten wie die Feuerwehr. Obwohl vermutlich nicht mehr viel Zeit für einen Soundcheck geblieben war, ging die Musik von Beginn an durch Mark und Bein. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk jagten die vier Musiker die messerscharfen Riffs von Songs wie „She’s A Genius“ oder „Get What You Need“ durch die Boxen. Der furiose Auftakt liess mich die Hitze und die unangenehme Enge allmählich vergessen.

Mit „Get Born“ haben Jet ein Album geschaffen, auf dem sich ein Hit an den nächsten reiht. Genau darin liegt aber auch die Herausforderung: Das Publikum erwartet diese Songs auch mehr als zwanzig Jahre später noch live. So kündigte Frontmann Nic Cester beinahe entschuldigend an, dass sie als nächstes einen neuen Song spielen würden. Neugierig nickten die Köpfe im Takt von ihrem neuen Song „Hurry Hurry“, bevor es mit der akustischen Gitarre und der wunderschönen Ballade „Move On“ erstmals etwas ruhiger wurde.

Ein Höhepunkt jagte den Nächsten. Mit „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ’n’ Roll)“ huldigten Jet ihren Landsmännern und Rockgöttern AC/DC. Gleich danach folgte der Aufruf: „Are You Ready?“ Alle wussten sofort, was nun kommen würde. „Are You Gonna Be My Girl“ brachte die Mühle endgültig zum Kochen. Sympathischerweise nicht als Zugabe oder Schlusspunkt des Abends, sondern mitten im Set. Immer wieder ertappte ich mich während des Konzerts mit demselben Gedanken: “Ach ja, der Song ist ja auch von Jet.”

Obwohl die Band ihre Hits im Laufe ihrer Karriere unzählige Male gespielt haben, hatte ich nie den Eindruck, dass sie ihrer überdrüssig geworden wären. Die Musiker hatten sichtlich Freude am Auftritt in der Mühle Hunziken. Trotz des Gefühls, den Abend in einer Sardinenbüchse im Backofen verbracht zu haben, verliess auch das Publikum die Mühle glücklich und zufrieden.

Liquid Zoo
Liquid Zoo

Liquid Zoo
Liquid Zoo

Liquid Zoo
Liquid Zoo

Liquid Zoo
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
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Jet
Jet

Jet
Jet

Jet
Jet

Jet

Eingeordnet unter Fotoreportage, Konzertbericht Schlagworte: Jet, Liquid Zoo, Mühle Hunziken, Nicole Imhof, Peter Burckhardt, Rock, Rubigen

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