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Archers im KIFF

24/04/26
von Madeleine Fuhrer

Archers KIFF 22.04.2026

Archers + Lost In Hollywood

KIFF – Aarau
Mittwoch, 22. April 2026

Text: Madeleine Fuhrer

Als ich im KIFF ankam, ging ich durch die Eintrittskontrolle ins Gebäude und als der Mensch, der ein Gewohnheitstier ist, direkt mal die ersten Stufen zum oberen Saal hinauf. Doch dann hörte ich etwas aus dem kleineren Saal im Erdgeschoss schallen, blieb kurz etwas irritiert stehen. Fragte dann den freundlichen Mitarbeiter beim Eingang, ob Archers heute im kleinen Saal spielen würden, was er mit einem Ja beantwortete. Also ging ich, für mich das erste Mal, in den kleineren Saal des KIFF. Auch hier war es sehr angenehm und noch näher und direkter als oben. Gefiel mir auch sehr gut.

Lost In Hollywood eröffneten den Abend dann auch schon. Ihre intensive Mischung aus wunderbaren Melodien, Metalcore-typischen Elementen und viel Druck kam mir wie ein musikalischer Wasserfall entgegen. Bereits nach den ersten Takten wurde spürbar, Lost In Hollywood war da, um Atmosphäre zu schaffen. Dichte Synthklänge trafen auf treibende Gitarren, während die Vocals zwischen gefühlvollen Passagen und kontrollierter Wucht hin und her pendelten.

Das Set wirkte durchdacht und gut zusammengestellt aus den bisher erschienenen zwei Alben der Hamburger Band. Lost In Hollywood wussten sich auf der Bühne zu artikulieren und zu verkaufen, ohne dabei gekünstelt zu wirken. Der Vibe kam direkt, genau wie die Musik. Das Licht untermalte den Auftritt passend. Breakdowns wurden stellenweise von intensiven Strobos begleitet. Ruhigere Passagen liessen bewusst Raum zum Atmen, bevor die Songs wieder in emotional aufgeladene Refrains kippten. Das Publikum reagierte aufmerksam, liess sich zunehmend hineinziehen und folgte auch den Ansagen der Band, wenn es ums Mitsingen ging. Ein starker Einstieg in den Abend.

Nach kurzem Intro betraten Archers die Bühne. Ich freute mich total auf den Auftritt dieser aufstrebenden Band aus den USA, die Metalcore mit Pop- und Rock-Elementen verbindet. Archers brachten eine ausgewogene Mischung aus Breakdowns, eingängigen Hooklines und emotional packenden Melodien in den Raum. Die Setlist führte quer durch ihr Repertoire und verband ältere Songs mit neuem Material.

Mit „Made For Love“ ging es direkt in den ersten Ohrwurm. Und dabei blieb es nicht: Es folgte sozusagen Ohrwurm auf Ohrwurm. Leadsänger Nathanael wurde gesanglich von Bassist Oscar unterstützt, sowohl mit cleanen Vocals als auch mit Growls. Besonders prägend war dabei Nathanaels Stimme, die sich in allen Lagen sicher bewegte und den Songs eine starke emotionale Tiefe verlieh. Der Sound war durchgehend druckvoll und klar. Gefühlvolle Passagen wechselten sich mit überraschenden oder angeteaserten Breakdowns ab. Gerade diese Vielseitigkeit machte den Auftritt lebendig und unberechenbar.

Archers verstanden es, ihre Songs nicht einfach herunterzuspielen, sondern sie emotional aufgeladen und authentisch im Raum zu verteilen. Themen wie innere Zerrissenheit, Selbstzweifel und der Versuch, sich daraus zu befreien, wurden nicht nur angesprochen, sondern spürbar gemacht.

Zwischen den Songs wandte sich Nathanael immer wieder ans Publikum. Er bedankte sich für die Unterstützung und betonte, dass die Band nur dank ihrer Fans das tun könne, was sie liebt. Gleichzeitig sprach er davon, an dem kleinen Licht festzuhalten, das einen durch dunklere Momente führt. Auch musikalisch versuchten Archers, das Publikum weiter mitzunehmen, so zum Beispiel mit Bewegungsaufrufen, Mitsingmomenten und viel Energie.

Archers spielten ihr Set mit einer starken Präsenz auf der Bühne. Auch visuell unterstützte das Set die Atmosphäre. Das Lichtspiel blieb beweglich, setzte Akzente in den richtigen Momenten und verstärkte die Intensität der Songs. Gleichzeitig durfte der Spass auf der Bühne nicht fehlen.  So flogen mal leere Wasserflaschen zwischen Bassist und Gitarrist hin und her, und der Bassist legte sich zwischenzeitlich kurzerhand auf den Boden.

Als die letzten Töne verklangen, blieb ein klares Verlangen nach mehr. „One More Song“-Rufe holten Archers für eine Zugabe zurück auf die KIFF-Bühne. Sichtlich zufrieden verliessen die Besucher danach den Saal. Einige blieben noch, um mit den Bands zu sprechen oder sich ein Andenken am Merch-Stand zu sichern.

Ein weiterer herrlicher Konzertabend im KIFF Aarau.

Setlist [Quelle: Archers direkt & Tour Playlist Spotify]
1. Made For Love
2. Drag Me Out
3. Wide Awake
4. Say This Sober
5. The Dirt
6. Making Eyes
7. Better Off
8. Never Enough
9. Composure
10. Bitter
11. Perfect Strangers

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Aarau, Archers, KIFF, Lost In Hollywood, Madeleine Fuhrer, Metal, Metalcore

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