
Space Of Variations + Another Approach
Werk 21 – Zürich
Sonntag, 12. April 2026
Text: Madeleine Fuhrer / Bilder: Berend Stettler
Wieder einmal ein Besuch im kultigen Werk 21 im Untergrund des Dynamos in Zürich, was für eine Freude. Erst recht so dank des geplanten Programms.
Als Erstes gab es einen fast lokalen Act auf die Ohren, nämlich Another Approach aus Winterthur (CH). Es war wie immer ein grosser Spass, den Jungs zuzuschauen und zuzuhören. Ihre Musikkunst war dabei besonders spannend, ein nicht unwichtiger Punkt im Progressive Metal, in dem sich Another Approach bewegten. So wechselten sich ruhige Instrumentalparts in gekonnter Regelmässigkeit mit harten Breakdowns ab und langsame, intime Gesangspassagen gingen in Screams und Growls über. Das Ganze wurde mit rasanten, kreischenden Gitarrensoli sowie passenden Beats von Drums und Bass angereichert, während atmosphärische Synthesizer-Klänge das Geschehen mit eingängigen Melodien untermalten.
Kein Song war vollends voraussehbar, ausser natürlich, man kannte ihn bereits. Die Songs von Another Approach waren daher auch eher von längerer Dauer. Die einzelnen Elemente wurden smart zusammengesetzt und ergaben eine runde Klangwelt. Interessant war auch, dass sie sich anderer Stile bedienten. So fanden sich in eigentlich Metal geprägten Songs durchaus jazzige, bluesige oder EDM-inspirierte Parts.
Zu dieser abwechslungsreichen musikalischen Performance kam die sympathische und energetische Art der einzelnen Bandmitglieder hinzu. Man merkte Another Approach den Spass an der Sache deutlich an. Neben ihren eigenen Songs performten die Schweizer auch ein Medley, oder Mash-up, wie sie es nannten, mit allbekannten Liedern. Hier war zum Beispiel „Incomplete“ von den Backstreet Boys als Opener dabei. Neben der starken instrumentalen Darbietung waren insbesondere die kraftvollen, teilweise aber auch zerbrechlichen Vocals hervorhebenswert.
Nach einem kurzen Change ging es bereits weiter mit dem beinahe den Atem raubenden Bühnenset der Ukrainer Space Of Variations. Ein voller Energieschub vom ersten bis zum letzten Song. Cooler Metalcore-Sound, der mit elektronischen Elementen durchsetzt war. Growls und Cleans wechselten sich auch hier gekonnt ab und die eingängigen Hooklines der Clean Vocals wurden durch Rap-Einlagen und Screams ergänzt. Eine explosive Mischung und top umgesetzt.
Das Ziel von Space Of Variations war klar: Bewegung im ganzen Saal. Zunächst noch etwas verhalten, steigerte sich diese von Song zu Song und die Circle- und Moshpits wurden immer grösser, intensiver und zahlreicher. Frontmann Dima wusste genau, wie er die Musik authentisch hinaustragen und das Publikum in den „Raum der Variationen“ mitnehmen konnte. Dazu kam die leidenschaftliche, von purer Spielfreude geprägte Performance des Quartetts, die das Ganze zusätzlich verstärkte.
Regelmässige Interaktionen sowie Aufforderungen zum Mitsingen, Tanzen, Loslassen und einfach zum Hiersein kamen immer wieder von der Bühne. Alex, Gitarrist und verantwortlich für die Clean Vocals, ergriff ebenfalls das Wort und bedankte sich beim Team und den Anwesenden. Ein sehr energiereiches, authentisches und sympathisches Set. Space Of Variations spielten vor allem Songs aus ihrem neuesten Werk „Poisoned Art“, das seit Februar erhältlich ist.
Nachvollziehbarerweise durfte auch ein kurzer, unpolitischer Toast auf die Menschheit nicht fehlen, angesichts dessen, was in ihrem Heimatland geschieht. Zum Schluss hatten Space Of Variations mit ihrem Sound, den Beats und ihrer mitreissenden Art den ganzen Saal im Griff. Begeisterter Applaus, ein gemeinsames Foto und ein nachhaltig positives Gefühl rundeten die Darbietung ab. Ein starker Auftritt und mit Sicherheit nicht der letzte hierzulande.
Sehr positiv überrascht war ich auch vom guten Sound in der doch kleinen Location. Der gesamte Abend war ein Hör- und Augenschmaus und man konnte wunderbar die vergangene Woche abschütteln, alle auf ihre eigene Art und Weise.



































