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Tramhaus im Bogen F

28/03/26
von Roger Strebel

Tramhaus im Bogen F

Tramhaus + Batbait

Bogen F – Zürich
Mittwoch, 25. März 2026

Text: Roger Strebel

Bei aller Bescheidenheit darf ich für mich, der im vergangenen 20. Jahrhundert deutlich mehr Jahre auf unserer Erde verbracht hat, als im aktuellen (wenn alles gut läuft, lässt sich das Verhältnis aber noch ausgleichen oder gar umdrehen), in Anspruch nehmen, dass ich in Sachen Musik nicht in den 1980-er Jahren stehengeblieben bin. In aller Regel weiss ich allerdings nicht mehr, wie und wann genau ich auf eine (neue) Band aufmerksam geworden bin.

Bei Tramhaus aus Rotterdam weiss ich es aber noch, als wäre es erst gestern gewesen: «I Don’t Sweat», die Debut-Single der Band aus dem Jahr 2021 und eine wahre Post-Punk-Hymne zum Thema Selbstvertrauen und Tatkraft, lief doch tatsächlich im Radio und ich: ich war sogleich Feuer und Flamme. Daher sah ich Tramhaus am vergangenen Mittwochabend im Bogen F bereits zum dritten Mal live in concert.

Tramhaus

Auch dieses Mal sollte ich meinen Konzertbesuch nicht bereuen, obwohl «I Don’t Sweat» (gar) nicht auf der Setlist war. Eine andere grossartige Tramhaus-Hymne war aber sehr wohl mit dabei, doch dazu später. Denn da waren zunächst ein herzliches und lautstarkes Hello Zurich von Frontmann und Sänger Lukas Jansen, der sogleich sein all abendliches Fitnessprogramm, das bei mir Erinnerungen an die Aerobic-Welle in den 1980-ern weckte, startete. Da waren aber auch seine Bandmates Jim Luijten (Schlagzeug), Nadya van Osnabrugge (Gitarre), Julia Vroegh (Bass) und Micha Zaat (Gitarre), die Lukas gut gelaunt zu immer noch wilderen Verrenkungen vor sich hertrieben.

Wer hoffte, nach den ersten drei Songs und dem zwischenzeitlichen Hinweis, dass Tramhaus zum aller ersten Mal überhaupt in Zürich spielten (eine eigentliche Liebeserklärung an die Limmatstadt, an das Team des Bogen F, an die Supportband Batbait, an das Publikum und eigentlich an alle, sollte noch folgen), etwas zur Ruhe zu kommen, hatte die Rechnung ohne Tramhaus gemacht. «Once Again» startet(e) zwar eher verhalten und mit einer zum Kopfnicken animierenden Basslinie von Julia Vroegh, türmt(e) sich letztlich aber zu einem grandiosen Post-Punk-Monster auf, um ganz zum Schluss wieder zur Basslinie zurückzufinden.

Ziemlich genau zur Mitte des Sets war sie dann da, die oben erwähnte Post-Punk-Hymne: «Make It Happen» aus der EP «Rotterdam» von 2022. Der Songtitel ist dem Slogan der Stadt Rotterdam entnommen, dessen Umsetzung allerdings ganz und gar nicht im Sinne von Tramhaus geschieht. Vielleicht liess die Band gerade deswegen «Ffleur Hari» folgen, einen Song, der eine unangenehme, rohe Stimmung verbreitet(e) und die noisige Seite von Tramhaus aufzeigt(e). Ebenso roh, um nicht zu sagen hektisch bis fast paranoid, ging es sodann mit «Beep Beep» zur Sache und zeigte den für die Band typischen energiegeladenen Sound auf.

Tramhaus

Mit «Beech», einem Song mit Surf-Rock-Elementen und dem Lied «Minus Twenty», das vom Titel her kaum besser zur Rückkehr des Winters an diesem Mittwochabend hätte passen können (der Song beschreibt allerdings nicht den Winter, sondern das Gefühl, dass alles im Leben irgendwie vorbestimmt ist), verabschiedeten sich Tramhaus von einem begeisterten Publikum, das die Möglichkeit mit Lukas und Julia am Merchstand noch etwas Smalltalk zu betreiben und den einen oder andern Artikel zu erstehen, sichtlich genoss.

Für den Einstig in den Abend und die Verwandlung der kalten Winternacht in eine wohlige, stimmungsvolle und durchaus energetische Atmosphäre sorgten Batbait aus Zürich. Diese Band, um noch einmal auf das Entdecken neuer Musik zu sprechen zu kommen, sah ich einst als Vorband im KIFF; bereits für die Vorband(s) an ein Konzert zu gehen, ist so oder so immer eine gute Idee (insbesondere, wenn man Neues entdecken will). Umso mehr war ich gespannt, was die vier Frauen an diesem Abend auf die Bühne zaubern würden.

Und sie zauberten tatsächlich, und zwar den inzwischen unverwechselbaren Batbait-Groove. Um dem Sound von Tramhaus gerecht zu werden und weil sie bloss eine halbe Stunde Spielzeit zur Verfügung hatten, hätten sie ihr Powerset hervorgekramt, erklärte mir Bassistin Simona Bischof nach dem Gig. Und so legten Batbait los mit «Spinning Skin Cells», einem Song um unrealistische Beziehungsbilder und «In The Pit», der die Jungs auffordert, im Pit die Mädels doch bitte nicht einfach platt zu walzen.

Mit «Everything I Learned About Love» und «How Did My Apartment Get So Expensive» liessen es Batbait dann so richtig krachen und brachten den Bogen F ein erstes Mal zünftig in Bewegung. Mit dem herrlich verzerrten Gitarrensound und dem eher gesprochenen, denn gesungenen Text im Song «Soggy Shoes» war nach 30 Minuten aber leider tatsächlich bereits Schluss. Immerhin sollte da aber noch etwas kommen …

Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Bogen F, Punk, Rock, Roger Strebel, Tramhaus, Wave, Zürich

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