
Alter Bridge + Daughtry + Sevendust
The Hall – Dübendorf
Donnerstag, 5. Februar 2026
Text: Madeleine Fuhrer / Bilder: Christian Wölbitsch
Heute gab es in der The Hall Dübendorf eine wahre Trilogie der Rockgiganten zu erleben.
Teil eins wurde von der amerikanischen Rock-/Metalband Sevendust bestritten – und damit ging es direkt „full in“ in den Abend. Vor allem die Gitarren standen hier klar im Fokus. Geschickt in die Songs integriert, getragen von Riffs, die für Heavy Rock stehen und leben. Ein weiterer Blickfang – oder eher Hörfang – war die dominante, kraftvolle Stimme von Frontmann Lajon Witherspoon Der Auftritt und Auftakt fühlten sich beinahe etwas kurz an, wobei die Band locker noch mehr hätte füllen können – nicht nur musikalisch. Die Bühnenshow blieb klassisch gehalten, mit passenden Lichtstimmungen und -bewegungen, die perfekt auf die Songs abgestimmt waren.
Teil zwei des Abends übernahmen Daughtry. Mit einer Stimmgewalt, die erstmals an diesem Abend für echte Gänsehaut sorgte. Untermalt von atmosphärischen Sounds und tragendem Gitarrenspiel entstand eine dichte, emotionale Stimmung. Das Bühnen-Setup war unkonventionell gestaltet. Drums sowie Gitarre/Bass links, Keys und Gitarre/Bass rechts – in der Mitte Frontmann und Namensgeber Chris Daughtry. Die Setlist war geschickt gemischt aus älterem und neuerem Material, unter anderem aus der im letzten Herbst erschienenen EP „Shock To The System Part 2“. Eingängige Songs wie „Home“ und „Antidote“ wechselten sich mit härteren Momenten wie „The Bottom“ sowie den grossartigen „Artificial“ und „Heavy Is The Crown“ ab. Grandios. Die Lichtshow unterstrich die verschiedenen Stimmungen perfekt – ohne übertrieben zu wirken oder unnötigen Schnickschnack.
Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – und auch an diesem Abend traf das voll zu. Ohne grosse Nebeneffekte oder Intro betraten Alter Bridge die Bühne: Myles Kennedy, Mark Tremonti, Brian Marshall und Scott Phillips. Solide, sympathisch, bodenständig – einfach Alter Bridge.
Die markante Stimme von Myles Kennedy stach wie immer heraus und trug jeden Song auch emotional. Der Start erfolgte mit „Silent Divide“ aus dem kürzlich erschienenen, selbstbetitelten Album „Alter Bridge“. Doch was spielt eine Band, deren Diskografie seit Jahrzehnten nahezu ausschliesslich aus starken Songs besteht? Alter Bridge lieferten die Antwort mit einer perfekt durchdachten Mischung: neue und alte Stücke, harte Heavy-Rock-Brecher und wunderschöne Balladen im Wechsel. Ein musikalisches Highlight folgte dem nächsten – ein Blick auf die Setlist genügt. Auch hier verzichtete man bewusst auf übertriebene Effekte. Eine LED-Wand im Hintergrund, dazu stimmungsvolle Lichtmomente. Im Mittelpunkt stand ganz klar die Musik. Lautstark wurde mitgesungen, Melodien und Gitarrensoli wurden förmlich mitgefühlt. Klassiker wie „Isolation“ und „Metalingus“ durften ebenso wenig fehlen wie die tief berührenden Gänsehautmomente bei „Blackbird“ und „Watch Over Me“.
Alter Bridge zeigten sichtliche Spielfreude, und Myles Kennedy präsentierte zwischendurch auch seine humorvolle Seite: Als er einen Song beginnen wollte, meinte er kurz „eine Minute“, ging zurück zum Drumriser und holte seine Brille – da er ohne sie die Stimmgeräte schlicht nicht richtig erkennen konnte. Sehr sympathisch. Grosse Ansagen brauchte es nicht – die Band bewegte das Publikum ganz von selbst. Alles sprach für sich. Und die Musik sowieso.



































































