ARTNOIR
  • Berichte
    • Konzertberichte
    • Fotoreportagen
    • Interviews
    • Weitere Berichte
    • Bild-Archiv
  • Rezensionen
    • Musik
    • Alles andere
  • Backstage
    • Kontakt
    • Team
    • Join Us
    • Support Us
  • Kalender
  • Playlisten

Bad Omens in der The Hall

07/12/25
von Madeleine Fuhrer

Bad Omens in der The Hall

Bad Omens + Bilmuri + The Ghost Inside

The Hall – Dübendorf
Donnerstag, 4. Dezember 2025

Text: Madeleine Fuhrer / Bild: Anna Wirz

The Ghost Inside eröffneten den Abend in der The Hall in Dübendorf mit einer Präsenz, die sich unmittelbar im ganzen Raum ausbreitete. Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie stark die gemeinsame Geschichte der Band ihre Musik prägt. Die ersten Songs entwickelten eine unmittelbare Wirkung, getragen von klar aufgebautem Metalcore, hymnischen Refrains und der charakteristischen Ausstrahlung von Sänger Jonathan Vigil. Die Band wirkte eingespielt, konzentriert und setzte ihre Akzente ohne unnötige Ausschmückungen. The Ghost Inside boten ein Klanggewitter, das die Menge spürbar in Bewegung versetzte.

Im Verlauf des Sets wechselten The Ghost Inside sicher zwischen etablierten Titeln und neuem Material wie „Wash It Away“. Besonders „Engine 45“ zeigte, welche Bedeutung die älteren Stücke weiterhin besitzen: Der Saal reagierte geschlossen und der gemeinsame Gesang prägte den Moment. „Aftermath“ fügte sich als Statement des Durchhaltens in das Programm ein und unterstrich die thematische Kontinuität der Band.

Zwischen den Songs wandte sich Vigil in kurzen, offenen Worten an das Publikum und erzählte von Erlebtem, Vergangenem und der Entwicklung der Band. The Ghost Inside präsentierten sich an diesem Abend als routinierte, fokussierte Liveband, die ihren musikalischen Ansatz ohne Pathos, aber mit klarer Haltung vermittelte. Ein solider, wirkungsvoller Opener für diesen Konzertabend.

Bilmuri übernahmen die Bühne mit einer völlig anderen Energie – leichter, verspielter, aber keineswegs weniger wirkungsvoll. Während The Ghost Inside auf Ernsthaftigkeit und klassische Metalcore-Intensität setzten, brachte Bilmuri eine Mischung aus ironischer Leichtigkeit, Spielfreude und musikalischer Experimentierfreude. Schon beim Betreten der Bühne war denjenigen, die Bilmuri bereits kannten, klar: Jetzt wird es unberechenbar, unterhaltsam und zugleich musikalisch anspruchsvoll.

Mit ihrer charakteristischen Mischung aus Post-Hardcore, Pop, Funk, Synthie-Elementen und einer Prise Chaos bewegte sich die Band durch ihr Set. Es wirkte teilweise wie eine spontane Jam-Session, blieb jedoch strukturiert genug, um zu überzeugen. Bilmuri füllten den Raum nicht mit brachialer Härte, sondern mit durchdachten Arrangements, rhythmischer Dynamik und viel klanglichem Spieltrieb. Zwischen den Songs gab es humorvolle Ansagen und leichte Selbstironie.

Ausgestattet waren Bilmuri unter anderem mit Saxophon, Querflöte und klarem, melodischem Gesang – mal von Johnny Franck, mal von Gabi Rose. Der Gitarrist steuerte die Growls und die härteren Riffs bei. Alles in allem präsentierten sich Bilmuri als farbenfrohen Kontrastpunkt des Abends und boten ein unerwartetes, erfrischendes Zwischenspiel, eigenständig und unverkennbar.

Ausschnitte aus aktuellen Musikvideos kündigten Bad Omens an. Als die Lichter erloschen und die ersten Takte von „Specter“ durch die Halle schwebten, war klar: Jetzt folgte der Teil des Abends, auf den viele gewartet hatten. Bad Omens betraten die Bühne mit jener stilistischen Präzision und dem künstlerischen Selbstbewusstsein, das sie in den vergangenen Jahren an die Spitze der modernen Metalcore- und Dark-Pop-Szene gebracht hatte. Ihr Auftritt in der The Hall wirkte weniger wie ein klassisches Konzert und mehr wie eine Inszenierung, wie ein bewusst gestaltetes Gesamterlebnis aus Klang, Licht und Emotion.

Noah Sebastian stand im Zentrum dieser Inszenierung. Seine Präsenz war kontrolliert und zugleich magnetisch, als wäre jede seiner Bewegungen Teil einer grösseren Choreografie. Seine Stimme wandelte sich stetig: mal flüsternd intim, mal verletzlich, dann wieder eruptiv und voller Kraft. Faszinierend war dabei nicht nur die Vielfalt seiner Stimmfarben, sondern auch deren Genauigkeit, denn jeder Ton lag beeindruckend nah am Studiomaterial. Die Band dahinter webte ein dichtes Netz aus tiefen Gitarren, elektronischen Schichten, druckvollen Drums und jener cineastischen Weite, die Bad Omens so unverkennbar macht.

Das Set führte einmal quer durch das Repertoire der Band. Der Schwerpunkt lag auf den neuesten Songs, ergänzt durch Titel aus dem Album „The Death Of Peace Of Mind“ und wenigen älteren Stücken wie „Glass Houses“ oder „Limits“. Bad Omens nahmen das Publikum mit durch unterschiedliche emotionale Stimmungen und boten eine eindrucksvolle Kombination aus musikalischer und visueller Gestaltung. Bei „Artificial Suicide“ steigerte sich die Intensität deutlich; die Menge geriet in einen Strudel aus Bewegung. Direkt darauf folgte „V.A.N“. Das Lichtdesign unterstützte diese Wirkung mit LED-Wänden, abgestimmten Visuals mit teils 3D-artigen Effekten sowie Nebel und Pyrotechnik.

Beim Song „Like A Villain“ kam es zu einer abrupten Unterbrechung – als hätte jemand den Schalter umgelegt. Später wurde bekannt, dass die Band wegen eines medizinischen Notfalls im Publikum pausierte. Kurz darauf setzten Bad Omens exakt an der entsprechenden Stelle wieder ein, präzise und ohne Spannungsverlust.

Bad Omens spielten ein Set, das sich wie ein zusammenhängendes Werk anfühlte. Die Übergänge waren fliessend, beinahe theatral, und jeder Song schien eine neue Facette des emotionalen Spektrums aufzureissen. In ruhigen Momenten hielt die Halle förmlich den Atem an. Wenn sich ein Song öffnete und die Spannung entlud, übertrug sich diese Energie unmittelbar auf das Publikum. Mit fortschreitender Dauer verdichtete sich die Inszenierung weiter. Die Livesounds wirkten wuchtiger als auf Platte, gleichzeitig aber detailreich, kontrolliert und dennoch stellenweise anders als ursprünglich aufgenommen. Man spürte, wie sehr Bad Omens ihr audiovisuelles Konzept mittlerweile perfektioniert hatten.

Das Finale leitete mit „Impose“ in einen ruhigeren Abschluss über, ohne an Wirkung zu verlieren. Der Ausklang wirkte bewusst gesetzt und liess Raum, die Eindrücke nachwirken zu lassen. Die Zugabe „Dethrone“ brachte jedoch noch einmal volle Wucht zurück – stimmlich ebenso beeindruckend wie technisch.

Bad Omens lieferten eine Performance, die sich tief einprägte: ästhetisch, dunkel, emotional und in ihrer Genauigkeit fast beunruhigend perfekt. Ein Auftritt, der beeindruckte und überwältigte.

Bad Omens Setlist The Hall, Dübendorf, Switzerland, DO YOU FEEL LOVE EUROPE 2025
Eingeordnet unter Konzertbericht Schlagworte: Anna Wirz, Bad Omens, Bilmuri, Dübendorf, Madeleine Fuhrer, Metal, Metalcore, Rock, The Ghost Inside, The Hall

Veranstaltungen

  • 24.02.26
    Smith/Kotzen
    Volkshaus, Zürich
  • 26.02.26
    The Kooks
    X-TRA, Zürich
  • 26.02.26
    Sleep Theory
    Dynamo, Zürich
  • 26.02.26
    Absent From The Morning Headcount
    Ebrietas, Zürich
  • 26.02.26
    KMFDM ** VERSCHOBEN – neuer Termin 19.03.2027 **
    Gaswerk, Winterthur

  • Impressum
  • Newsletter
   

Copyright © 2026 ARTNOIR | Code by momou!