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Devin Townsend – The Moth

18/08/26
von Cyril Schicker

Inside Out Music / VÖ: 29. Mai 2026 / Progrock-Oper
hevydevy.com

Text: Cyril Schicker

Devin Townsend ist während seiner Karriere auf unterschiedlichen kreativen Welten geritten. Ohne Surfbrett, dafür mit Heavy-Alben, atmosphärischen Abstechern, charakterbasierten Veröffentlichungen – jedem einzelnen Kreativerguss wohnt die jeweils eigene Logik und das eigene System inne.

Sein neuestes Album, The Moth, ist … Wie kann es beim kanadischen Metal-Maverick anders sein, eben, anders. Es ist ein Projekt, das von Anfang an als orchestrales, chorales und theatralisches Werk konzipiert war – mit der nötigen Grösse, um die emotionale Transformation zu unterstreichen, die im Mittelpunkt des Konzepts steht.

Mehr als ein Jahrzehnt Entwicklungszeit steckt in der Progrock-Oper von Devin Townsend drin. Nun ist es soweit und sein Lebenswerk vollbracht respektive Devin Townsends umfangreiche Diskografie mit klassischer (Musik-) Opulenz bereichert.

Eine Vielzahl Mitwirkender ist an diesem Prozess beteiligt gewesen, darunter das North Netherlands Orchestra & Choir und die Orchestratoren Joseph Stevenson sowie Niels Bye Nielsen. Eine wichtige Rolle haben auch Gäste wie Steve Vai, Anneke van Giersbergen und Lynn Wu (Ou) sowie die Künstler Travis Smith und Eliran Kantor eingenommen.

Wenn The Moth ein zentrales Thema hat, benennt Devin Townsend es ganz klar: echte Selbstakzeptanz. Etwas, das stabiler ist als Parolen, eher eine gelebte Bereitschaft, sich dem Unangenehmen zu stellen, ohne sich abzuwenden. Der irre-kirre, ähm, fleischgewordene Dreh- und Angelpunkt führt aus: «Die offensichtlichste Metapher für Veränderung innerhalb des Konzepts dieses Projekts war eine Motte: von der Raupe zu einem völlig anderen Wesen – einem, das so sehr vom Licht angezogen wird, dass es sich selbst verbrennt. Was bleibt, ist unveränderlich – ist allein der Geist.»

Apropos, an The Moth könnten sich die Geister scheiden. Zum einen ist die 24 Lieder starke Progrock-Oper beeindruckend detailverliebt und durchkomponiert. Dabei wechseln sich kurze instrumentale Zwischenspiele mit ausgedehnten Kompositionen ab. Allesamt bewegt sich zwischen zwischen zarter Schönheit, dystopischer Dissonanz, epischen Passagen und progres­sivem Rock. Mitunter wird sogar noch in Mandarin gesungen (Lynn Wu). Kurzum: Den Hörerinnen und Hörern wird alles abverlangt und noch viel mehr.

Die Folge: Du findest den Zugang nicht gleich zu Beginn und ganz wichtig ist auch die Lautstärke. Wenn du beim Hören deine Wimpern klimpern hörst, hast du The Moth von Devin Townsend eindeutig falsch verstanden. The Moth funktioniert also vor allem dann am besten, wenn du deine Ohren voll reinhängst. Super funktioniert das beim wohl einzigen Metal’schen Track auf dem Album, «The Big Snit»: riffschwanger, sich von innen nach aussen stülpend, ein schreiender Ausbruch, Double Bass und eine Streichinstrumenten-Orgie.

Mein Fazit: The Moth ist Opulenz und Eskapismus pur, mit weit mehr Höhen als Tiefen.

Eingeordnet unter Musik-Rezension Schlagworte: Cyril Schicker, Devin Townsend, Progressive, Progressive Rock, The Moth

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