Evelinn Trouble

Wann:
08/12/18 um 19:30
2018-12-08T19:30:00+01:00
2018-12-08T19:45:00+01:00
Wo:
Mascotte
Theaterstrasse 10
8001 Zürich
Schweiz
Preis:
CHF 33.10

Evelinn Trouble 2018-12-08

Evelinn Trouble
+ Support

Evelinn Trouble wurde einmal als das uneheliche Kind von Patti Smith und Thom Yorke bezeichnet. Wenn an der Sache was dran wäre, dann hat sie die Sensibilität und klangliche Erfindergabe von ihrem Vater, aber die revolutionäre Energie ihrer Mutter geerbt.

In Zürich als Tochter einer schwedischen Jazz-Sängerin geboren, reifte ihr Talent in der umtriebigen Untergrund-Szene Zürichs, wo sie in besetzten Häusern lebte und spielte. „Um 2h morgens vor betrunkenen Punks zu spielen, lernt dir alles was du als Musikerin für die Zukunft brauchst“, meint sie dazu. Ihre einzigartige Stimme fiel auch Sophie Hunger – in derselben Gegend wie Trouble gross geworden – auf, die sie kurzerhand als Backings-Sängerin mit auf Tour nahm. Eine Zusammenarbeit die ein abruptes Ende nahm, als dessen Management sich Sorgen machte, das Trouble dem Main Act die Show stehlen könnte. Trouble ist ein Shapeshifter, ein kreatives Multi-Talent mit dem angeborenen Drang zu experimentieren. Sie führt Regie bei ihren eigenen Musikvideos und deren anderer Bands. Wie in ihrer Musik hat sie auch hier eine eigenwillige Sprache entwickelt, in der ihr DIY Background spürbar ist. In ihren Videos sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, sei es ein Remake des Klassikers „Wizard Of Oz“ als trashiges Splattermovie oder eine Reise im Bandbus durch ein Fraktalzoom, über den Wolken endend.

Ihre Debut war ein Lo-fi Pop Ethos, mit 17 Jahren im Alleingang eingespielt. Doch bereits auf dem nächsten Album musste der etwas unschuldige Soul-Pop einem imposanten, lauten Starkstrom Industrial Rock weichen, als sie auf dem Dachstock eines Freundes einen alten Juno 60 Synth fand. Darauf folgte eine analoge Motown-Hommage und ein psychedelisches Konzept-Album. Evelinn Trouble’s Songwriting ist ehrlich und direkt und zielt dorthin, wo’s am meisten wehtut, mit Texten die persönliche und politische Themen zu verschmelzen scheinen. Wie zum Beispiel im Song „WISH MMXVII“, den Trouble nach einem Aufenthalt in Athen schrieb, wo sie ein Lager für Geflüchtete besuchte, um sich ein Bild der Tragödie zu machen. Oder in „Warface“, ihr Protest-Song gegen die Schweizer Waffenexportindustrie.

Und nun teilt uns dieser Shapeshifter etwas nonchalant mit, ihre nächste EP „Hope Music“ sei neuzeitlicher Pop“. Wie ihr Debut, sind die Songs im Alleingang entstanden, die Soundwelt ein Sammelsurium aus zwei Jahren Homerecording in diversen Schlaf -und Hotelzimmern, Dachböden und Kellern dieser Welt. Gemischt wurde alles in Berlin, wo die nomadische Trouble nun lebt. Kann das wirklich „neuzeitlicher Pop“ sein? Die beste Beschreibung ist wohl; „Hope Music“ klingt so, als hätten Patti Smith und Thom Yorke zusammen ein Baby gemacht.

[Quelle: Mascotte]

Türöffnung: 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr